"Muss vorausschauend planen"

Markus Geiger will zunächst Altes aufarbeiten. Mit dem Tourismusverband Klagenfurt und der IG Innenstadt will er zudem die Zusammenarbeit verbessern
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INNENSTADT. Markus Geiger ist seit einer Woche Stadtrat. Im WOCHE-Interview verrät er, wie er seine neue Aufgabe angehen wird.

Was sind die vordringlichsten Dinge, die Sie als neuer Stadtrat auf der Agenda haben?
Markus Geiger: Nachdem der Tourismusverband und die IG Innenstadt noch relativ junge Gremien sind, möchte ich hier die Zusammenarbeit, die noch nicht ganz eingespielt ist, mehr Struktur bringen. Helmuth Micheler ist ein guter Mann und Cornelia Hübner ist auch toll unterwegs. Zudem muss ich mir rasch einen Überblick verschaffen, welche Projekte in den Referaten offen sind, um sie möglichst bald zu realisieren.

Und neue Projekte?
Ich möchte keine neuen, großen Baustellen aufreißen, bevor Altes nicht abgearbeitet ist. Ich möchte rasche Entscheidungen treffen und niemanden über lange Zeit hinhalten oder vertrösten.

Sind Sie mit der Referatsaufteilung zufrieden?

Durch die neue Verteilung kommt zusammen, was zusammen gehört. Ich bin immer gerne im Verkehrsausschuss gesessen, deshalb hat es mir schon ein bisschen weh getan, die Verkehrsplanung abzugeben, aber diese Lösung ist für die Abläufe der Stadt sinnvoller. Früher war es zum Beispiel so, dass Christian Scheider die Baustelle aufgerissen und Otto Umlauft die Tafeln hingestellt hat, jetzt kann der Christian das selbst in einem Aufwasch machen.

Wobei Stadt- und Verkehrsplanung eng zusammenspielen. Künftig werden Sie also sehr intensiv mit Christian Scheider zusammenarbeiten.
Wir hätten, auch wenn die alte Referatsaufteilung bestehen geblieben wäre, ohnehin sehr viele Berührungspunkte gehabt. Ich habe ein gutes Verhältnis zu Christian, wir werden keine Probleme haben.

Ein Verkehrskonzept hat auch dafür gesorgt, dass der Standort von K&Ö in der Waaggasse nun wieder ernsthaft diskutiert wird. Sie bleiben, wir Ihr Vorgänger, beim "Nein" zur Waaggasse?
Ja, unsere ganze Fraktion erachtet dieses Verkehrskonzept alleine als zu wenig, um den Standort Waaggasse tatsächlich neu zu überdenken.

Was bräuchte es noch?

Nur mit einem kompletten wirtschaftlichen Konzept könnte ich mir vorstellen, die Standortfrage in der Waaggasse noch einmal zu prüfen. Dazu zählt für mich auch, die Bespielung der Straßenzüge und Plätze festzulegen, das ganze aktiv anzugehen und permanent mittels Innenstadtmarketing, Leerstandsmanagement zu bearbeiten.

Was, wenn die Wirtschaftskammer nun – angesichts der neuen Verkehrslösung und geplanten Achsenbildung zum Kardinalplatz – doch "Ja" zum Standort Waaggasse sagt?
Dann würden wir in der Fraktion die Situation tatsächlich neu bewerten und die Argumente prüfen. Allerdings nur bei einer echten Achsenlösung. Das aktuelle Verkehrskonzept zeigt uns diesbezüglich noch zu wenig.

Würden Sie bei der Stadtplanung Dinge anders angehen, als Ihr Vorgänger?
Für mich ist wichtig, vorausschauend zu planen – auf 15 bis 20 Jahre. Denn die Stadt muss sich rechtzeitig Grundstücke sichern, die für ihre künftige Entwicklung wichtig sind. Etwa, wo neue Stadtteile, Wohnungen oder auch Parks entstehen sollen. Grundstücke sollte man vorausschauend sichern, nicht dann aus der Not heraus suchen.

In punkto Innenstadtgestaltung sind Projekte von Umlauft in der Pipeline, wie der Kardinalplatz oder der Pfarrplatz. Werden Sie diese zügig vorantreiben?
Natürlich werde ich diese Projekte weitertragen und fortführen. Dinge rasch abzuhandeln ist jedoch nur in jedem Ausmaß möglich, der in meinem Wirkungsbereich bzw. dem der Stadt ist. Gerade beim Kardinalplatz-Projekt sind viele private Eigentümer involviert, das braucht Zeit. Zudem ist das Konzept lediglich ein Rohkonzept, das nun verfeinert werden muss. Und beim Pfarrplatz stehen wir ganz am Anfang. Aber die Innenstadt hat für mich sicherlich immer eine gewisse Priorität.

Werden Sie bei Betriebsansiedelungen einen Fokus auf bestimmte Branchen legen?
Tatsache ist, dass jede Firma, die nach Klagenfurt kommt, positiv betreut werden muss. Natürlich gehört es zu einer modernen Stadt dazu, dass IT-, Technik-, Forschungs- und Entwicklungsbetriebe angesiedelt werden. Aber wir brauchen auch produzierende Betriebe, da diese die Wertschöpfung im Ort belassen. Hier befindet sich Klagenfurt aber in einem großen Wettbewerb mit den anderen Landeshauptstädten, diese auch zu bekommen.

Was wären dann Strategien, um Klagenfurt als Standort attraktiver zu machen und in diesem Wettbewerb die Nase vorne zu haben?
Das Wirtschaftsservice muss attraktiv gestaltet sein. Es gibt ja nun zwei neue Ansprechpartner, wie den Wirtschaftskoordinator, damit Abläufe vereinfacht werden.
Wir haben aber auch viele einheimische Betriebe, die wachsen wollen, auch sie müssen unterstützt werden.

Wie zufrieden sind Sie mit der Wahl von Manfred Jantscher zum neuen ÖVP-Clubobmann? Wären Sie es nicht gerne geblieben?
Ich war gerne Clubobmann, aber es war dann mein Wunsch, einen neuen Clubobmann zu ernennen. Als Stadtparteiobmann und Stadtrat gebe ich maßgeblich in der Politik die Themen vor, jedoch könnte ich meine dritte Funktion als Clubobmann nun nicht mehr in dem Maß ausüben, wie der Club es verdienen würde. Jantscher ist ein hervorragender Kollege. Ich habe die Gemeinderatsliste maßgeblich mitgestaltet, da ist niemand dabei, für den ich nicht die Hand ins Feuer legen würde.

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