Neuer Stadtteil entsteht auf dem Neuner-Areal

<f>Jetzt findet die </f>Altlastensanierung der ehemaligen Lederfabrik Neuner statt. Danach soll hier neuer Stadtteil entstehen
2Bilder
  • <f>Jetzt findet die </f>Altlastensanierung der ehemaligen Lederfabrik Neuner statt. Danach soll hier neuer Stadtteil entstehen
  • Foto: Polzer
  • hochgeladen von Verena Polzer

Drei Wohnbauträger werden nach der Altlastensanierung auf dem Neuner-Areals einen neuen Stadtteil schaffen. Heuer soll dafür der städtebauliche Wettbewerb gestartet und abgeschlossen werden.

KLAGENFURT (vep). Jetzt im Jänner startet die Porr mit der Altlastensanierung der ehemaligen Lederfabrik Neuner. Dann ist das große Areal für eine neue Nutzung bereit. Und entstehen soll darauf ein neuer, moderner Stadtteil, ähnlich dem Großprojekt "hi Harbach", das gerade in St. Peter realisiert wird. Stadtplanungs-Referent Vize-Bürgermeister Jürgen Pfeiler informiert: "Parallel zu der Altlastensanierung wird nun die Zukunft dieses Areals geplant." 
Entstehen soll ein neuer Stadtteil für smartes, urbanes Wohnen; mit Wohnungen, Mobilitätsknotenpunkt und neuen Verkehrswegen. Laut Pfeiler werden neue Straßenführungen, Radwege etc. für die optimale Erschließung des Gebietes erarbeitet. "Wir legen auch großen Wert auf die Nachnutzung erhaltenswürdiger Objekte der ehemaligen Fabrik, wie die alte Gerberei."

Drei Wohnbauträger schaffen Stadtteil

Drei Wohnbauträger werden gemeinsam sowie mit den Vertretern der Stadt Klagenfurt an der Umsetzung des neuen Stadtteils arbeiten. Das Kärntner Siedlungswerk (KSW), die Vorstädtische Kleinsiedlung und der private Wohnbauträger FSF Immobilien von Folkmar Schabkar. Klaus Wutte, Geschäftsführer des KSW, koordiniert das Projekt für alle drei und informiert: "Der Aspekt des leistbaren Wohnens ist bei diesem Projekt immens wichtig. Solche schönen und zentralen Flächen gehen heutzutage meist in Eigentum über. Hier aber wird der soziale Wohnbau, das leistbare Wohnen in Klagenfurt, im Vordergrund stehen." Es müsse laut Wutte gelingen, einen Stadtteil mit Mehrwert für die Menschen zu schaffen. "Das Kärntner Siedlungswerk ist spezialisiert darauf, brachliegende Zonen zu attraktivem Wohnraum zu gestalten, ein gutes Beispiel ist etwa der Glanhof auf dem Areal an der Pischeldorferstraße."
Die "Challenge" ist hier laut Wutte, auf einem ehemaligen Industriegelände Wohnraumgefühl zu schaffen. "Das funktioniert unter anderem über gute Infrastruktur sowie Architektur." 

Heuer städtebaulicher Wettbewerb 

Deshalb solle auch der Architekten- bzw. städtebauliche Wettbewerb sehr offen gestaltet werden. "Wir wollen nicht von vornherein sagen, was nicht geht, sondern Raum für Phantasie und Kreativität erhalten, schließlich wird ein ganzer Stadtteil geplant", so Wutte. Harald Stranner, ebenfalls Geschäftsführer des KSW und der technische Leiter dieses Projektes, betont: "Der Wettbewerb wird heuer gemeinsam mit den anderen beiden Bauträgern gestartet und soll bis zum Jahresende abgeschlossen sein, sodass wir dann mit der Detailplanung der Baustufen beginnen können. Wir wollen so viele Ideen wie möglich daraus mitnehmen." 

Keine Wohnblock-Tristesse 

Wutte betont, dass jedenfalls keine identischen, tristen Wohnblockzeilen aneinandergereiht werden, wie es vor Jahrzehnten der Fall war. "Es wird zudem eine gemischte Nutzung geben: Den Großteil des Wohnraums werden leistbare Mietwohnungen einnehmen. Und direkt an der Glan werden einige Eigentums-Reihenhäuser entstehen." Wie viele Wohnungen es sein werden, ist zu diesem Zeitpunkt noch nicht bezifferbar. Aber, so Wutte: "Es werden einige hundert sein."
Laut Stranner werde angestrebt, den inneren Kern des Areals möglichst Autofrei zu halten. "Ganz ohne Tiefgaragen werden wir nicht auskommen, aber uns schwebt ein langgezogenes Parkhaus entlang der Bahn vor. Damit hätten wir auch einen positiven Effekt in Sachen Schallschutz." Grünraum ist den Bauträgern bei diesem Areal ebenso ein Anliegen, auch ein smarter Mobilitätsknotenpunkt mit Nextbike, E-Car-Sharing, E-Ladestationen etc. soll hier entstehen. 

Zum Teil energieautark

Stranner nennt weitere wichtige Aspekte: "Die soziale Komponente ist, ähnlich wie beim Stadtteil hi Harbach, sehr wichtig. Wir führen schon sehr konstruktive Gespräche mit einer Wohlfahrtsorganisation, um in dem neuen Stadtteil von Kinderbetreuung bis zur Unterstützung von Senioren sozial wichtige Aspekte gewährleisten zu können."
Ein wesentlicher Punkt ist das Thema Energie. Stranner: "Im Glanhof haben wir mit der Umsetzung von Solarthermie samt Speichermöglichkeiten sehr positive Erfahrungen gemacht. Wir verzeichnen dort die Hälfte der normalen Energiekosten. In unserem aktuellen Projekt Maximilianstraße setzen wir zudem auf Photovoltaik. Als nächsten Schritt wollen wir auf dem Neuner-Areal eine Teilautonomie in Sachen Energieversorgung erreichen, es gibt schon Gespräche mit Energieanbietern."

Realistisch ist ein Baubeginn ab 2021

Bis zum Ende der Altlastensanierung ist die Porr nach wie vor Eigentümer des Neuner-Areals. Im Anschluss, so Wutte, findet - bereits vertraglich gesichert - die Übertragung der Grundstücke an die Wohnbauträger statt. Stranner ergänzt: "Die Porr wird heuer das ganze Jahr mit den Arbeiten beschäftigt sein. Frühester Baubeginn wäre im Frühjahr 2020, tatsächlich realistisch ist meiner Meinung nach aber 2021."

Anrainer wünschen überlegtes Konzept

Kritisch betrachten vor allem die Anrainer an das ehemalige Fabrikgelände an der Walk die Vorgänge auf dem Neuner-Areal. So hat Anrainersprecher Wilfried Winkler auch die Petition "Vor dem Abbruch bitte planen" verfasst, die zum Nachdenken anregen soll. Man solle die "Jahrhundertchance für Klagenfurt nicht vergeigen", heißt es darin. 
Auf dem sieben Hektar großen Areal, das 800 Meter vom Stadtkern entfernt ist, bestehe nun die Riesenchance, ein neues Stück Klagenfurt zu erschaffen. Winkler äußert in dem Schriftstück die Befürchtung, dass wieder eine weitere Wohnlandschaftswüste entstehen werde, statt eines "wunderbaren, neuen Stadtbezirkes."
Winkler: "Alle Bürger, für die Stadt verantwortlichen Personen und Institutionen sind aufgerufen, darüber nachzudenken. Noch ist Zeit."

&lt;f&gt;Jetzt findet die &lt;/f&gt;Altlastensanierung der ehemaligen Lederfabrik Neuner statt. Danach soll hier neuer Stadtteil entstehen
Noch ein ehemaliges Industriegebiet. Ab 2021 soll hier ein neuer, moderner Stadtteil entstehen

Newsletter Anmeldung!

Kommentare

online discussion

Du möchtest kommentieren?

Du möchtest zur Diskussion beitragen? Melde Dich an, um Kommentare zu verfassen.

Regionaut werden!

Du willst eigene Beiträge veröffentlichen?
Werde Regionaut!

Regionaut werden!



Diskussion schließen

Hinweis: Der Autor wird vom System benachrichtigt

add_content

Du möchtest selbst beitragen?

Melde Dich jetzt kostenlos an, um selbst mit eigenen Inhalten beizutragen.

Karte einbetten

Abbrechen

Video einbetten

Es können nur einzelne Videos der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Playlists, Streams oder Übersichtsseiten.

Abbrechen

Social-Media Link einfügen

Es können nur einzelne Beiträge der jeweiligen Plattformen eingebunden werden, nicht jedoch Übersichtsseiten.

Abbrechen

Beitrag oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen

Schnappschuss einbetten

Abbrechen

Veranstaltung oder Bildergalerie einbetten

Abbrechen