Nun fix: Drogenambulanz zieht im Herbst nach St. Peter

In der Klagenfurter Drogenambulanz werden derzeit 650 Patienten behandelt. Etwa 60% aller Suchtkranken werden erreicht (Featurefoto)
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KLAGENFURT (vep). Immer lauter werden die Rufe, Klagenfurt müsse sein Drogenproblem in den Griff bekommen. Festnahmen von Dealern und tragische Todesfälle von Süchtigen, die Bezeichnung Klagenfurts als Drogenhochburg – das Thema beherrscht seit Wochen immer wieder die Schlagzeilen, in der Stadtpolitik wird von der FPÖ nun schon seit Wochen ein Drogengipfel sowie ein Schulterschluss von Stadt, Land und Bund sowie aller beteiligten Organisationen und Personen gefordert. "Wir werden im nächsten Gemeinderat einen umfangreichen Maßnahmenantrag einbringen", sagte jüngst Vize-Bgm. Christian Scheider bei einer Pressekonferenz. Es solle ein Maßnahmenpaket geschnürt werden, bestehend aus Prävention, der Kontrolle bzw. des Strafvollzuges sowie der adäquaten Betreuung Suchtkranker. "Eineinhalb Jahre Aufnahmestopp in der Drogenambulanz wegen Bürokratie ist ein Skandal", wettert Scheider.

Fix: Drogenambulanz siedelt

Dieses Problem wird nun im Herbst endgültig gelöst. Jetzt ist es laut Drogenambulanzleiterin Dr. Claudia Scheiber tatsächlich soweit, dass man an den neuen, größeren Standort siedelt. Lange war der Benediktinermarkt im Gespräch, tatsächlich wird die Drogenambulanz nun nur wenige Meter von ihrem jetzigen Standort am Rudolfsbahngürtel ihre neue Heimat finden: Im ehemaligen Krone-Gebäude in der St. Peter Straße 5. Scheiber informiert: "Uns steht dann ca. dreimal so viel Fläche zur Verfügung wie bisher. Das Personal wird um einen Arzt auf 14 Mitarbeiter aufgestockt, sodass wir die Personalkapazität haben, 700 Patienten zu behandeln." Aktuell sind es 650. "Natürlich wäre es schön gewesen, am neuen Standort etwas mehr als 700 Patienten behandeln zu können, so Scheiber weiter. Viel mehr jedoch, Scheiber nennt als Beispiel 1.000, würde sich jedoch wieder negativ auf die Behandlungsabläufe und letztendlich die Qualität der Arbeit auswirken. "Da bräuchte es dann andere Strukturen", so Scheiber und nennt als Möglichkeit, mehr niedergelassene Kollegen zu finden, die sich der Behandlung annehmen, wenn in den Drogenambulanzen der Zenit erreicht ist. "Wobei wir auch jetzt, trotz Aufnahmestopp triagieren und schwere Fälle, wie besonders Junge, Kranke oder Schwangere dennoch behandeln", so Scheiber.

Circa 60 Prozent werden behandelt

Derzeit werden, so Scheiber, mit den Kärntner Drogenambulanzen – zwecks der Dunkelziffer vorsichtig geschätzt – etwa 60% aller Suchtkranken erreichen. "Der Rest ist noch nicht bereit für eine Behandlung. Aber hier sind auch jene dabei, die keinen Platz erhalten."

Versorgung in Zukunft?

Scheiber macht zudem darauf aufmerksam, dass die Patienten immer älter werden: "Sie überleben heute viel länger. Das bedeutet auch, dass man sich in Zukunft Gedanken machen muss, wie man sie adäquat versorgen kann. Denn nur ein Drittel wird wieder ganz gesund, ein Drittel bleibt aber durch körperliche und psychische Leiden sehr krank."

Mehr Prävention gefordert

Die FPÖ fordert zudem mehr Maßnahmen in Sachen Prävention. "Vor allem die Referate Soziales, Gesundheit und Familie sind gefordert. Ich vermisse Angebote für Jugendliche, die sie von der Straße wegholen", so Scheider und verweist auf die vor einigen Jahren gesetzte Aktion "Sport statt Drogen" oder die Youthpoints. StR Wolfgang Germ ergänzt, dass man mit der Prävention noch früher, verstärkt schon in den Volksschulen, beginnen müsse. "Eine Infokampagne, die auf die Auswirkungen des Drogenskonsums hinweisen, könnte man z. B. im Strandbad durchführen, wo besonders viele Jugendliche sind. Spätestens jedoch ab dem 5. Pflichtschuljahr."

In der Klagenfurter Drogenambulanz werden derzeit 650 Patienten behandelt. Etwa 60% aller Suchtkranken werden erreicht (Featurefoto)
Dr. Claudia Scheiber, Leiterin der Drogenambulanz Klagenfurt
Autor:

Verena Polzer aus Klagenfurt

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