Lehre
Schaunig fordert Berufsorientierung auch an Höheren Schulen

Im Gespräch mit Jugendlichen: Laut Gaby Schaunig sind unverändert klassische Lehrberufe gefragt
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Maßnahmen und Ziele: So geht Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig (SPÖ) beim Thema Lehre in die Offensive!

KÄRNTEN. Mit September waren in Kärnten genau 562 offene Lehrstellen verfügbar, ein Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. „Auch die Zahl jener, die eine Lehrstelle suchen, hat um 3,4 Prozent zugenommen“, freut sich die politisch zuständige Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig (SPÖ). Ihre Schlussfolgerung: „Die Lehre bekommt ein besseres Image.“ Dies habe auch damit zu tun, dass Privatpersonen merken, wie schwer es ist Termine mit Profis wie Dachdeckern oder Fliesenlegern zu bekommen. Lehrlinge auszubilden sei ein entscheidender Schritt, um dem Facharbeitermangel offensiv zu begegnen.

Messe zur Berufsorientierung

Gespräche mit Jugendlichen zeigen, dass unverändert klassische Lehrberufe wie Friseurin oder Kfz-Techniker gefragt sind. „Hier können sich Jugendliche am Ehesten etwas darunter vorstellen“, begründet Schaunig. Deshalb ist bereits im Jänner bei den Kärntner Messen in Klagenfurt eine Messe zur Berufsorientierung geplant, um neue Berufsbilder vorzustellen. „Wir müssen auch bei den Eltern ansetzen, an ihnen orientieren sich die Jugendlichen“, betont Schaunig.

Persönliche Talente

Das Zauberwort, um das Thema Lehre zu forcieren, lautet für sie „Berufsorientierung“. „Damit die Jugendlichen erkennen, worin ihre persönlichen Talente stecken.“ Ein Defizit ortet sie in den „Allgemein bildenden höheren Schulen“ (AHS). „Im Lehrplan fehlt Berufsorientierung, obwohl Schulen mehr machen wollen. Aber dafür gibt es keine gesetzliche Grundlage, und das ist Bundessache“, sieht Schaunig die Regierung in Wien in der Pflicht.

Mehr Geld für BBOK

Dennoch gäbe es auch an der AHS eine gute Kooperation mit der „Berufs- und Bildungsorientierung Kärnten“ (BBOK). Eine Initiative von Land Kärnten, Arbeitsmarktservice und Industriellenvereinigung, die sich bewährt habe. „Deshalb werden wir das derzeitige Budget in Höhe von 576.000 Euro um ein Viertel anheben“, verrät Schaunig.

20 „Euro Skills“-Lehrlinge

Generell fördert das Land Kärnten die Lehre in vielen Bereichen (siehe „Zur Sache“ unten). Eine Förderung betrifft die „Euro Skills“, die Europameisterschaft der Lehrlinge, die 2020 in Graz stattfindet. „Wir haben uns mit der Wirtschaftskammer das ehrgeizige Ziel gesteckt, zwanzig Lehrlinge nach Graz zu bringen“, schildert Schaunig.

Werkbank statt Schulbank

Ein Pilotprojekt ist „English as a Tool“, bei dem Trainer in Lehrwerkstätten mit Lehrlingen während der Ausbildung in englischer Sprache kommunizieren. Werkbank statt Schulbank, um verstärkt technisches Vokabular zu trainieren. Aktuell sind Bestrebungen im Gange, auch einzelne Lehrlingen außerhalb von Lehrwerkstätten zu erreichen. Dies ist ebenso noch Zukunftsmusik, wie Jugendliche gezielt über Online-Portale wie „Whatchado“ anzusprechen und Berufsbilder anhand von Fallbeispielen etwa mit Videos zu vermitteln. „Die Jugend geht mit der Zeit, also müssen wir das auch, um die Lehre weiter Schritt für Schritt attraktiv zu machen“, argumentiert Schaunig.

ZUR SACHE
Lehre-Förderungen des Landes im Überblick:

• „Pendlerpauschale“ für Lehrlinge
Öffentlicher Verkehr:
Beträgt die kürzeste, einfache Wegstrecke zwischen Wohnsitz und Arbeitsplatz zumindest zwei Kilometer, werden 40 Prozent (wöchentlich 50 %) der vorgelegten, selbstgekauften Wochen- und Monatskarten oder des nachweislich erworbenen „Jugend.mobil“-Tickets (wöchentlich 50 %) der Kärntner Linien gefördert.
Individualverkehr: Ab einer Entfernung von zumindest fünf Kilometer einfache Wegstrecke (wöchentlich ab 15 Kilometer) und wenn die Benützung von öffentlichen Verkehrsmitteln unzumutbar ist (zum Beispiel Wegzeiten über 90 Minuten, Schichtdienste …), werden die Förderungsbeträge laut einer Tabelle festgesetzt.

• Berufswettbewerbe: Lehrlinge, die an einem Berufswettbewerb im Inland teilnehmen, dafür nachweislich ein öffentliches Verkehrsmittel benutzen und eine einfache Wegstrecke von mindestens 40 Kilometer zurücklegen, erhalten 60 % der dafür nachweislich gelösten Einzelkarten. Kann für die Teilnahme am Berufswettbewerb der öffentliche Verkehr nicht benützt werden, so werden die Fahrtkosten mit 0,11 Euro pro zurückgelegtem Kilometer gefördert.

• Zuschüsse für Lehrwerkstätten: Zuschüsse zum Betrieb von Lehrwerkstätten und lehrwerkstättenähnlichen Einrichtungen. Die Förderung beträgt pro Lehrling pro Lehrjahr einmalig 1.500 Euro (erstes Lehrjahr), 750 Euro (zweites Lehrjahr) und 500 Euro (drittes Lehrjahr).

• Ausbildungsmodell „Lehre mit Matura“: Betriebe bzw. Lehrberechtigte erhalten auf Antrag im Nachhinein einen jährlichen Zuschuss. Die Förderungshöhe beträgt im ersten, zweiten und dritten Ausbildungsjahr einmal jährlich 500 Euro, im vierten Ausbildungsjahr 1.000 Euro bzw. für Lehrbetriebe unter 20 Mitarbeitern 2.000 Euro.

• Bildungsförderung des Landes Kärnten: Kurskosten sowie Prüfungsgebühren ab 50 Euro werden grundsätzlich bis zur maximalen Förderhöhe mit 50 % gefördert. Lehrlinge erhalten eine 75-prozentige Förderung. Gefördert werden berufsspezifische Kursmaßnahmen, die der Absicherung des bestehenden Arbeitsplatzes dienen und eine erhebliche Qualifikationsverbesserung zur Folge haben. Die Weiterbildungsmaßnahme muss in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der während der Maßnahme ausgeübten Tätigkeit stehen.

• Mautkostenersatz für Lehrlinge: Lehrlinge, die zwischen dem Wohnsitz und dem im Inland oder im Ausland gelegenen Arbeitsplatz pendeln (Tagespendler oder Wochenpendler) und hierbei nachweislich die Mautstrecken Tauernautobahn, Felbertauerntunnel oder die ÖBB-Autoschleuse Tauernbahn von Mallnitz nach Böckstein benützen, werden jene Mautkosten ersetzt, die bei Inanspruchnahme aller in Betracht kommenden Ermäßigungen wie Jahreskarten oder Pendlerkarten anfallen.

• Zuschuss für Unterkunft und Verpflegung: Lehrlinge, die zum Zeitpunkt des Fachberufsschulbesuchs keinen Lehrvertrag mit einem Unternehmen haben, erhalten keine Förderung und haben die Kosten für Unterbringung und Verpflegung, während der Erfüllung der Berufsschulpflicht, selbst zu tragen. Um diesen Jugendlichen/jungen Erwachsenen den Schulbesuch in den jeweiligen Fachberufsschulen zu den analogen Konditionen zu bieten, fördert das Land Kärnten diese Jugendlichen/jungen Erwachsenen durch Übernahme der anteiligen Kosten.

• Euro Skills: Mit einer Förderungsaktion des Landes Kärnten werden sowohl die Kandidaten als auch die Betriebe aus unserem Bundesland unterstützt, die sich auf den Weg zu den „Euro Skills 2020“ machen. Für die Vorbereitung auf die Staatsmeisterschaften bzw. Bundeswettbewerbe zur Erlangung eines Tickets nach Graz fördert das Land Kärnten den jeweiligen Betrieb wie auch den Kandidaten mit jeweils 1.000 Euro. Wer in den Kader für die „Euro Skills“ aufgenommen wird, erhält nochmals 2.500 Euro. Die unterstützenden Begleitmaßnahmen des Arbeitgebers werden mit dem gleichen Betrag gefördert. Gefördert werden Investitionen im Betrieb, Kurskosten zur Vorbereitung auf die Bewerbe, Teilnahmekosten wie zum Beispiel Gebühren und Übernachtungsaufwendungen für den Wettbewerb.

Im Gespräch mit Jugendlichen: Laut Gaby Schaunig sind unverändert klassische Lehrberufe gefragt
Landeshauptmann-Stellvertreterin Gaby Schaunig: „Wir müssen auch bei den Eltern ansetzen, an ihnen orientieren sich die Jugendlichen!“
Autor:

Peter Michael Kowal aus Klagenfurt

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