Wasserversorgung Klagenfurt
STW starten Planung für Nutzung Karawanken-Quellen

STW-Vorstand Harald Tschurnig (re.) und STW-Aufsichtsrat Diethard Braunstein (li). besichtigten mit Vize-Bgm. Wolfgang Germ die Karawankenquellen. Nun sollen ohne Zeitdruck die Planungsarbeiten starten, wie sie erschlossen werden können und wie viel Wasser eingespeist werden könnte
  • STW-Vorstand Harald Tschurnig (re.) und STW-Aufsichtsrat Diethard Braunstein (li). besichtigten mit Vize-Bgm. Wolfgang Germ die Karawankenquellen. Nun sollen ohne Zeitdruck die Planungsarbeiten starten, wie sie erschlossen werden können und wie viel Wasser eingespeist werden könnte
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STW starten mit Planungsarbeiten für die Nutzung der Karawanken-Quellen. Ohne Druck, denn Wasser hat Klagenfurt genug; es geht um die langfristige Versorgungssicherheit. Doch laut STW-Vorstand Harald Tschurnig müsse man "einfach einmal mit den Hausaufgaben beginnen". Die Stadt Klagenfurt hat gerade wieder zusätzliche Grundstücke angekauft.

KLAGENFURT, KÄRNTEN (vep). Die Karawankenquellen; ein schon oft in den Medien diskutiertes Thema. Bereits in den 80ern hat die Stadt Klagenfurt begonnen, dort Liegenschaften zu kaufen, um Wasserressourcen für die Landeshauptstadt auf lange Sicht zu sichern. Wohlgleich genau dieses Areal über die Jahre bereits mehrfach in der Kritik stand, zu wenig Wasser zu führen. Nun tut sich hier etwas: STW-Vorstand Harald Tschurnig und Wasserschutz-Referent Vize-Bgm. Wolfgang Germ waren vor circa 14 Tagen auf dem ca. 600 Hektar großen Areal, um die Quellen zu besichtigen – aus guten Grund. Denn, so erläutert Tschurnig gegenüber der WOCHE: "Wir beginnen jetzt mit strategischen Vorarbeiten und der Planung, wie wir die Karawankenquellen künftig nutzen können."  

STW starten mit Planungsarbeiten

Tschurnig betont, die Stadt Klagenfurt verfüge über genügend Wasser, sowohl für kurzfristige Spitzen als auch auf Jahre bzw. Jahrzehnte hin gesehen. Eine Nutzung der Karawankenquellen diene ausschließlich der Ausfalls- und Versorgungssicherheit. "Wir haben also keinen Druck. Doch wir müssen beginnen, unsere Hausaufgaben zu machen und konkret zu erheben, wie viel wir über die Karawanken an Wasser einspeisen könnten, wo wir das Wasser fassen und über welche Leitungsvariante wir es weiterbefördern." 
Auch Germ betont: "In den Kawawanken ist genügend Wasser. Wir haben den Auftrag, dieses für die nächsten Generationen zu sichern. Ich bin der Meinung, dass Klagenfurt eine Notfall- bzw. Wasserreserve braucht. Wir hätten damit auch eine eigenständige Ausfallssicherheit, die derzeit nicht gegeben ist. Wir können Wasser zwar über die Wasserschiene zwischen den Städten hin- und herpumpen, doch wir haben keine eigenständige zweite Leitung. Wasser ist die Zukunft und die Karawanenquellen werden eine der wesentlichen Absicherungen von Klagenfurt bzw. des Zentralraumes sein." 

"Wollen Gerüchte endlich ausräumen"

Vor allem will Tschurnig eines erreichen: "Wir wollen endlich mit dem Gerücht aufräumen, dass es in den Karawanken kein oder zu wenig Wasser gibt. Das stimmt nicht. Es ist genügend Wasser vorhanden und das in guter Qualität." Deshalb sagt er auch: "Die damalige Entscheidung, diese Ressourcen zu sichern, war aus heutiger Sicht die Richtige." 

Auch für Wasserversorgung des Zentralraums wichtig

Derzeit wird in einer Studie unter Führung des Landes Kärnten ein Zentralraum-Versorgungsszenario entwickelt und es gibt konkrete Überlegungen zum Versorgungskonzept Zentralraum Kärnten, was von Klagenfurt über die Wörthersee-Gemeinden bis hin zu St. Veit, Feldkirchen und Villach reicht. Tschurnig: "Hier wurde nun entschieden, dass wir die Frage, wer letztendlich einspeist, als zweitrangig betrachten. Zunächst muss geklärt werden, welche Anforderungen wir an das Netz haben, wie die gesellschaftsrechtlichen Strukturen aussehen könnten, wer was finanziert, etc. Wer dann Wasser einspeist, wird erst dann geklärt, da ja auch alle Quellen in Konkurrenz stehen und die Sache an sich im Vordergrund bleiben soll. Und nicht, wer wie viel verdienen könnte." 
Aber auch deshalb sei es wichtig, nun Fahrt in punkto Karawankenquellen aufzunehmen. "Wenn die grundlegenden Fragen zur Versorgung des Zentralraumes geklärt sind, müssen wir letztlich ja konkret sagen können, wie viel wir einspeisen könnten." 

Reserve mit Blick auf den Klimawandel

Aber auch auf noch längere Sicht - laut Tschurnig bis 50 Jahre - sei es wichtig, konkrete Nutzungspläne in der Schublade zu haben. "Wir haben derzeit wirklich kein Problem mit Wasserknappheit. Wasser ist in Klagenfurt mindestens auf die nächsten 30 Jahre gesichert. Doch keiner weiß, wie sich die Brunnen in 30 bis 50 Jahren entwickeln, das wäre jetzt Kaffeesudlesen. Aber sollten wir es brauchen, ist es gut, eine Planung für die Nutzung der Karawankenquellen zu haben, die man dann rasch adaptieren und umsetzen kann."

Stadt beschließt zusätzliche Grundstückskäufe 

Erst gestern, am 5. November, wurde in der Stadtsenatssitzung beschlossen, weitere sechs Hektar Grund in den Karawanken anzukaufen, um die Liegenschaften zu arrondieren. Dafür werden rund 28.000 Euro ausgegeben. Es handelt sich dabei um eine durchgehende Fläche von insgesamt 9,1 Hektar Wald, die von der Abteilung Facility Management als strategisch wichtig erachtet wurde und erworben wird, informiert der zuständige Referent StR Markus Geiger. Bei den neu gekauften Flächen wird, wie beim bestehenden Karawankengebiet, ein Fruchtgenussrecht an die STW Klagenfurt eingeräumt, um die strategisch wichtigen Wasserreserven der Landeshauptstadt Klagenfurt zu sichern. Das Fruchtgenussrecht besteht seit dem Jahr 2000 und erweitert sich auf die zugekaufte Fläche.

Geiger: "Nicht nur Sicherung des Wassers, sondern auch eines Naturjuwels"

Geiger:  „Eine nachhaltige Erweiterung der strategisch wichtigen Wälder im Karawankengebiet ist für die Landeshauptstadt Klagenfurt von großer Bedeutung. Seit Ende der 90er Jahre werden die Quell- bzw. Wasserschutzwälder in Dauerwaldbewirtschaftung bewirtschaftet. Das bedeutet, dass der Fokus klar auf die Wassersicherung bzw. Wasserbereitstellung gerichtet ist. Außerdem handelt es sich bei dem gesamten Gebiet um ein Naturjuwel, das erhalten bleiben muss.“

Karawanken auch Jagd-Gebiet;
2020 neue Pachtausschreibung

Das große Areal ist übrigens auch ein Jagdgebiet, dessen Pacht 2020 für weitere zehn Jahre neu ausgeschrieben wird, informiert Germ. "Es ist ein Naturjuwel, das ist unglaublich. In dem Gebiet befindet sich auch ein richtiger Urwald, ein ursprünglicher und naturbelassener Mischwald. Umso wichtiger ist eine seriöse Ausschreibung für die Jagd."

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Grund-/Trinkwasserressourcen in Klagenfurt 

Derzeit können die STW aus den Gewinnungsanlagen kurzfristig mehr als den erforderlichen Spitzenbedarf sicherstellen, mehr als 50.000 m³/d.
Der Hochbehälter Spitalberg kann zusätzlich mit seinen 25.000 m³ annähernd einen Tag die Versorgung sicherstellen und zur Spitzendeckung herangezogen werden. Der Spitzenbedarf am 31.07.2018 betrug 33.428 m³d.
Die Versorgung mit Trinkwasser erfolgt aus den Brunnenanlagen der Stadtwerke Klagenfurt, im Norden aus Zwirnawald und Kappl am Krappfeld sowie im Süden aus Straschitz. Trinkwasser wird aus dem Grundwasser aus einer Tiefe von 10 bis 30 m gepumpt und in das Leitungsnetz gespeist. 
566 Kilometer an Transport-Wasserleitungen sind in Klagenfurt verlegt. 
4 bis 5 Kilometer an Leitungen werden jedes Jahr erneuert bzw. ausgetauscht.
Die STW investieren jährlich ca. 400.000 Euro zur Grundwassersicherung für die über 900 Hektar Schutzgebiete, da Landwirte für eine grundwasserschonende Bewirtschaftung bezahlt werden.

Autor:

Verena Polzer aus Klagenfurt

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