Tiere noch im Urlaubsland durchchecken lassen

KLAGENFURT. Sommer und Sonne – in den schönsten Tagen des Jahres sind viele Menschen empfänglich für eine Romanze auch mit vier Beinen. Werden aber Hund und Katz nach Hause mitgenommen, stellt der Alltag die Liebe meist auf eine harte Probe.

Klare Vorschriften
Die beginnt oft schon an der Grenze, wenn die zarten Bande der Tierliebe auf den gestrengen Buchstaben des Gesetzes treffen. Ein EU-Impfpass ist kaum vorhanden, aktuelle Impfnachweise wie etwa gegen Tollwut schon gar nicht. Über den Chip ist nachvollziehbar, dass der neue Liebling aus dem Ausland stammt – falls er überhaupt gechippt ist, was in Österreich samt Besitzerregistrierung vorgeschrieben ist.
Alexander Zuzzi, Sprecher des Kärntner Tierkompetenzzentrums (Tiko): „Ich kann gut verstehen, dass vielen Menschen das Tierelend in ihren Urlaubsländern zu Herzen geht. Aber von illegalen Eigenimporten rate ich dringend ab. Die Not kann man damit nicht besiegen.“

Und nach der Grenze?
Denn mit der Überwindung der Staatsgrenze – meist im Kofferraum – beginnen erst die wahren Schwierigkeiten. Vor allem aus dem Süden und Osten stammende Hunde sind das Leben in der Stadt und im Haus bzw. in der Wohnung oft nicht gewöhnt.
Die ungewohnte Umgebung mit ihren noch nie erlebten Reizen löst bei Tieren Stress aus, und im Handumdrehen wird aus dem Urlaubsflirt eine Problembeziehung, die für den Hund nicht selten im Tierheim endet. Zuzzi: „Da wird eine Urlaubsliebe dann im Alltag schnell nicht mehr bewältigbar.“

Start ins neue Leben
So ging es auch Beba, einem Mischlingshund aus Kroatien. Ihre neue Familie dachte, Beba wäre dankbar für das schöne Leben, die saubere Umgebung, das gute Futter. „Aber Beba fühlte sich hier wie auf einem anderen Stern, wollte mit anderen Hunden zusammen sein", erzählt Zuzzi.
Beba lebt jetzt im Klagenfurter Tierschutzheim und wartet auf eine neue Chance. Zuzzi: „Sie ist wegen ihrer Vergangenheit auf der Straße eine sensible und schüchterne Hündin. Sie bräuchte einen Menschen, der viel Geduld hat, bis die Hündin Vertrauen gefasst hat. Ideal wäre ein gefestigter Zweithund, da sie sehr an ihren Artgenossen hängt.“
Vielleicht kommt für Beba nach dem missglückten Urlaubsflirt die Liebe fürs Leben.

Der Klagenfurter Tierarzt Georg Rainer weiß, dass viele Urlauber nicht wiedestehen können, das Tier mit nach Hause zu nehmen. Es spreche auch nichts dagegen, erklärt der Mediziner, sofern man ein paar Regeln einhält. "Noch im Urlaubsort sollte man einen Tierarzt aufsuchen und das Tier auf die typischen Krankheiten in diesem Land überprüfen lassen." Prinzipiell, so Rainer, seien die Hunde und Katzen aus den südlichen Ländern meist in einem guten Gesundheitszustand. Rainer abschließend: "Nur ganz selten werden kranke Tiere direkt von der Straße weg einfach eingepackt."

Autor:

Katja Kogler aus St. Veit

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