Trockenheit lässt die Bauern zittern

Auf das Wetter ist Verlass, denn man kann sich immer darüber beschweren. Derzeit ist man sich aber sicher: Es ist viel zu trocken. Mehr als vier Monate dauert die ungewöhnliche Trockenheit in ganz Kärnten schon an.

Wenig Hoffnung auf Regen
Auch in den nächsten Tagen ist für den Süden Österreichs kein ergiebiger Regen in Sicht. Gerhard Hohenwarter, Meteorologe der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Klagenfurt: „Ende Oktober 2011 hat es hier das letzte Mal flächendeckend geregnet und geschneit. Seither ist nicht mehr viel nachgekommen.“ Die anhaltende Trockenheit wird für viele Landwirte zum Problem. Getreidebestände, Wald- und Wiesenböden brauchen dringend Wasser.

Reserven sind aufgebraucht
Markus Geiger ist Landwirt in der Völkermarkterstraße in Klagenfurt und bangt um seine Erträge: „Im Grünland wird es sich in den nächsten zwei bis drei Wochen abzeichnen, ob es zu groben Verlusten beim ersten Grünschnitt kommen wird.
Viele Betriebe mussten auch im Vorjahr Ernteeinbußen verkraften und haben dadurch keine Reserven für die Tierfütterung mehr.“ Extrem ist die Situation auch in den Karawanken: Am Loiblpass fielen bisher statt der zu erwartenden 643 Liter pro Quadratmeter nur 254 Liter. Hier fehlen 400 Liter Niederschlag, so Hohenwarter von der ZAMG. Eine derartige Trockenperiode im Süden kommt etwa alle zehn Jahre vor, vergleichbare Trockenperioden gab es 2007/2008, 2001/2002 oder 1988/1989.

Schädlinge greifen Wälder an
Ein rechtzeitiger Wetterumschwung könnte das Schlimmste verhindern, zu viel Niederschlag kann aber vom vertrockneten Boden nicht aufgenommen werden.
In den Wäldern könnte Regen die Schäden nur mehr begrenzen, da die Trockenheit die Schädlinge züchtet.
Für die Ackerflächen ist die Situation ähnlich bedrohlich, weiß Geiger, der Kammerrat der Landwirtschaftskammer ist: „Für die Weizenkulturen auf meinem Betrieb wird es dann bei der Bestockung kritisch werden und somit schon jetzt zu deutlich sichtbaren Ertragsausfällen kommen.“

Einbußen bis 75 Prozent
Vor zwei Jahren hat es Geigers Betrieb schlimm getroffen, da zur Blüte des Maises Trockenheit herrschte: „Es kam keine Bestäubung zustande und ich hatte 75 Prozent Ernteausfall. Das ist existenzbedrohend; kein noch so gutes Erntejahr kann die Verluste auffangen.“
Auch Stefan Bauer bangt um die Ernte: „Grünland und Wintergetreide hinken der normalen Entwicklung deutlich nach. Wenn im Aussaatzeitraum der Regen nicht kommt, ist das Ärgste zu fürchten.“

Gefahr für Mais
Steht ein Dürrejahr bevor, muss der Landwirt in Deinsdorf (Magdalensberg) mit Ausfällen bei Alternativkulturen, besonders bei Körner- und Silomais rechnen. Eine Dürreversicherung kann gerade noch das Schlimmste verhindern.

Zur Sache: Die Trockenheit in Zahlen

Klagenfurt:
Durschnitt Niederschlag: 193,9 mm; 2011/2012: 63,6 mm
Abweichung: -67 Prozent

Loiblpass:
Durchschnitt Niederschlag: 643 mm; 2011/2012: 254 mm,
Abweichung: -60 Prozent

Katja Juliane Auer
Foto: Pixelio/Verena N.

Autor:

Katja Kogler aus St. Veit

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