"Viele trauen sich nicht raus"

Maria Lind und Sigi Stupnig vom Aspis-Projekt kümmern sich um traumatisierte Menschen. Nicht allen kann geholfen werden
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KLAGENFURT. Idealismus und Hilfsbereitschaft trotz niedrigem Budget: Die Vereine Aspis und Vobis sind mit vielen ehrenamtlichen Mitarbeitern im Dauereinsatz für Kärntens Asylwerber.

Vom Krieg in die Isolation

"Die Arbeit muss einem am Herzen liegen", sagt Siegfried Stupnig, psychoszialer Leiter des Aspis-Projekts. Elf Therapeuten betreuen dabei vor allem Mensch mit Kriegstraumata.
"Seelische Traumas treten oft erst Jahre nach Kriegen auf. Nicht alle Opfer sind uns zugänglich, manche greifen zu Alkohol und Drogen. So werden ganze Familien zerstört", erklärt der Experte. Spracherwerb, Arbeitssuche und viele weitere Probleme kommen in Kärnten auf Flüchtlinge zu. "Aspis betreut jährlich 110 Personen. Es ist wichtig, die Menschen aufzufangen, bevor sie sich - gesellschaftlich isoliert - in Radikalismus oder Drogen flüchten", plädiert Stupnig für mehr Vorsorge. "Es liegt aber im politischen Interesse mancher Personen und Parteien, dass nicht allen bei der Integration oder psychischen Problemen geholfen wird."

Zusammenkunft wichtig

"Europa muss endlich mehr Verantwortung übernehmen", pflichtet Eva Wobik ihm bei. Die Präsidentin von Vobis organisiert Deutschkurse und, ab Samstag, die Summer School. Dabei sollen Einheimische und Asylwerber zusammenkommen, denn: "Wie sollen die Leute sich sonst in unserer, ihnen anfangs fremden Gesellschaft einleben?"

Vorwürfe gegen Klagenfurter Heim

Das Klagenfurter Asylwerberheim Rapatz sieht sich mit heftigen Vorwürfen konfrontiert. Dem Heim, welches 50 Flüchtlinge beherbergt, werden rassistische Übergriffe zur Last gelegt.
"Es gab Beschwerden, im Moment wird verstärkt kontrolliert", sagt Barbara Payer vom Flüchtlingsreferat. Einiges davon konnte, ihr zufolge, bereits aus der Welt geschafft werden. "Es handelt sich um unter Umständen strafrechtlich relevante Anschuldigungen, die im Moment aufgearbeitet werden", so Payer.
Einem Mitarbeiter des Rapatz-Heims zufolge steht eine Einzelperson hinter den Anschuldigungen, die bereits einen positiven Asylbescheid erhielt und seit längerem auffällig ist. Vobis-Präsidentin Eva Wobik fordert im Zuge der Anschuldigungen freien Zugang zu Kärntens Asylwerberheimen.

Maria Lind und Sigi Stupnig vom Aspis-Projekt kümmern sich um traumatisierte Menschen. Nicht allen kann geholfen werden
Eva Wobik bringt Kärntner und Asylwerber zusammen. Ihre Summer School startet samstags, 5. Juli, um 16 Uhr im Landhaushof
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