Was die Kinder mittags essen, wird nun transparent

"Gut zu wissen": Woher das Schnitzel und die Eier im Kuchen kommen, weiß man künftig im Hort Maria Saal und vielen anderen Einrichtungen, die von der Feinen Küche Kulterer beliefert werden: Elisabeth Scheucher-Pichler, Klaus Poscharnig, Johann Mößler und Adolf Kulterer (v.l.)
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  • "Gut zu wissen": Woher das Schnitzel und die Eier im Kuchen kommen, weiß man künftig im Hort Maria Saal und vielen anderen Einrichtungen, die von der Feinen Küche Kulterer beliefert werden: Elisabeth Scheucher-Pichler, Klaus Poscharnig, Johann Mößler und Adolf Kulterer (v.l.)
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Als erster Caterer für heimische Kinderbetreuungseinrichtungen weist die Großküche "Feine Küche Kulterer" nun die Herkunft der verwendeten Rohstoffe im Mittagessen aus. 

KÄRNTEN (vep). Gemeinschaftsverpfleger, also Essenslieferanten für Kinderbetreuungseinrichtungen, Betriebs-Kantinen, Altenheime oder Krankenhäuser sollen ab 2020 verpflichtend die Herkunft der verwendeten Lebensmittel ausweisen. Darüber diskutiert gerade die Bundesregierung. Auch die Landwirtschaftskammer fordert eine verpflichtende Herkunftskennzeichnung von zumindest Fleisch und Eiern für die Gemeinschaftsverpflegung. 

"Gut zu wissen" - woher das Essen kommt

Mit ihrer Initiative "Gut zu wissen" ist jetzt schon bei Essen in Kantinen, Kindergärten und Co. durch entsprechende Deklaration klar ersichtlich, woher Fleisch und Eier stammen. "Es handelt sich dabei um eine freiwillige Selbstverpflichtung der Küchenbetreiber, in dem sie sich gegenüber der Landwirtschaftskammer vertraglich verpflichten. Zertifizierung und Kontrolle erfolgen über unabhängige Firmen", informiert LK-Präsident Johann Mö´ßler heute bei einer Pressekonferenz. 

Transparenz für die Konsumenten

Im Supermarkt hätten Konsumenten mit AMA-Gütesiegel und anderen Kennzeichnungen eine Orientierung, "sobald sie sich an den Mittagstisch in der Kantine setzen, ist das nicht mehr so", sagt Mößler weiter.
Und genau da setzt die Initiative der LK, "Gut zu wissen", an. "Auf den Speisekarten soll abgebildet werden, wo die Rohstoffe herkommen. Unser Vorbild ist die Schweiz, dort ist das staatlich geregelt."

Gewissheit, dass heimische Lebensmittel im Mittagessen sind

Der Klagenfurter Unternehmer Adolf Kulterer ist nun der erste, der sich als Caterer für Kinderbetreuungseinrichtungen von der Landwirtschaftskammer entsprechend zertifizieren lässt. Die Feine Küche Kulterer beliefert 53 Betriebe mit Essen, vorrangig Kindergärten, Tagesstätten und Horte. Mößler: "Wir sind froh, mit der Feinen Küche Kulterer einen ersten Partner gefunden zu haben, der zeigt, dass die Herkunfts-Kennzeichnung unbürokratisch und machbar ist." Eine solche Transparenz gebe vor allem Eltern Sicherheit, dass ihre Kinder in den Betreuungseinrichtungen Fleisch und Eier von heimischen Bauern auf den Tellern hätten. 

"Wir Gemeinschaftsverpfleger haben klare Verantwortung"

Kulterer ergänzt: "Wir Gemeinschaftsverpfleger haben eine  klare Verantwortung für gesundes Essen, aber auch für die Menschen. Oft begleiten wir sie ein Leben lang. Vom Essen im Kindergarten über die Firmenkantine bis zum Essen im Altersheim." Gerade Eltern werde es laut Kulterer immer wichtiger, woher die Lebensmittel stammen, die ihre Kinder mittags zu sich nehmen.

"Viele sollten diesem Beispiel folgen"

Mößler appelliert nun an Gemeinschaftsverpfleger und Betriebe, dem Beispiel zu folgen, sich der Initiative "Gut zu wissen" anzuschließen und sich gleichzeitig zu Lebensmitteln heimischer Produzenten zu bekennen. "Vor allem dort, wo die öffentliche Hand Verantwortung trägt." 
Mößler untermauert die Initiative der LK noch mit einer GfK-Studie aus dem Frühjahr 2018: "Demnach wollen 79% der Kärntner eine Herkunftskennzeichnung in der Gemeinschaftsverpflegung. Sie wollen wissen, woher ihr Essen stammt." 

Scheucher-Pichler: "Grundstein wird in jungen Jahren gelegt"

Hilfswerkpräsidentin Elisabeth Scheucher-Pichler erklärt bei der Pressekonferenz, die im Hort in Maria Saal stattfand, der von Kulterer beliefert wird: "Als Kindertagesstättenbetreiber und Hortbegleiter sind wir vom Hilfswerk froh, dass es zu solche Initiativen kommt. Wir versuchen den Kindern zu vermitteln, welche Leistungen die Bauern erbringen und wie wertvoll diese Lebensmittel sind." Der Grundstein für das Bewusstsein rund um gesunde Lebensmittel werde in jungen Jahren gelegt. "Wir arbeiten sehr eng mit der Feinen Küche Kulterer sowie der Landwirtschaftskammer zusammen und wollen künftig noch mehr Akzente in dieser Richtung setzen", so Scheucher-Pichler. Das Hilfswerk lasse sich auch vom Land Kärnten als Gesunder Kindergarten zertifizieren.

Der Vize-Bürgermeister von Maria Saal, Klaus Poscharnig, ergänzt: "Österreich ist der weltweite Feinkostladen. Fast nirgends sind die Kontrollen und Auflagen so hoch wie hierzulande. Allein Maria Saal hat 69 landwirtschaftliche Betriebe, davon sechs Biobetriebe. Uns ist wichtig, den Kindern zu vermitteln, wo die Lebensmittel herkommen und wie die Landwirtschaft funktioniert." 
Infos: www.gutzuwissen.co.at

"Gut zu wissen": Woher das Schnitzel und die Eier im Kuchen kommen, weiß man künftig im Hort Maria Saal und vielen anderen Einrichtungen, die von der Feinen Küche Kulterer beliefert werden: Elisabeth Scheucher-Pichler, Klaus Poscharnig, Johann Mößler und Adolf Kulterer (v.l.)
Mahlzeit: Bei der Initiative "Gut zu wissen" von der Landwirtschaftskammer verpflichten sich Gemeinschaftsverpfleger, die Herkunft ihrer Lebensmittel anzugeben

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