,Wir sind hier eine öffentliche Psychiatrie'

Nicht jeden Kunden müssen die Damen annehmen - Ablehnungen sind möglich
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  • hochgeladen von Katja Kogler

WAIDMANNSDORF. Exklusiv für die WOCHE öffnet Bordellkönig Stefan Wetzl die Türen seines Laufhaues in der Villacher Straße in Klagenfurt und gewährt damit Einblicke in das Leben als Laufhausbetreiber und in das Leben der Prostituierten.

Der erste Eindruck
Schon beim Betreten des Laufhauses "Tabaris" können sich die Männer einen Überblick verschaffen auf das "Angebot" an Frauen, die fast ausschließlich aus dem Ostblock kommen. Hinauf geht es über eine Stiege, bevor man schließlich vor etlichen Zimmern im schmalen Flur steht. Mit sehr gebrochenem Deutsch und in erotischen Dessous öffnen mir zwei Damen die Türen zu ihren verruchten Schlafzimmern. Dort wird nicht nur der Preis für die gewünschte Dienstleis-tung verhandelt, sondern vor allem geht es dort dann richtig zur Sache, erklärt mir K. (Name der Redaktion bekannt), die unerkannt bleiben möchte.
Der 63-jährige Stefan Wetzl, der sich seit 20 Jahren nur mehr um das Management im Hintergrund kümmert, ist auch wie ein Vater für die teils sehr jungen Mädchen und versucht sie vor ihren Zuhältern zu schützen. Das Geschäft ist beinhart. Man kann den Frauen auch nicht helfen, sagt Wetzl, denn viele haben "das Hirn zwischen den Beinen", sagt er. Und weiter: "Die Frauen hier verdienen viel Geld und geben jeden Cent dem Zuhälter ab. Der erzählt ihr das Blaue vom Himmel, verspricht ihr den Ausstieg aus dem Business und die Familiengründung. Alles Lüge", verrät Wetzl und erteilt diesen Männern Hausverbot.

Sicherheit geht vor
60 Kameras sind im Laufhaus verteilt untergebracht, hinzu kommen noch Security-Männer, schließlich sagt selbst Wetzl, "dass auch viele psychisch kranke Menschen zu uns kommen. Wir sind hier eine öffentliche Psychiatrie. Es gibt auch viele Sexirre."
Nicht jeder Kunde verlässt mit der gewünschten Befriedigung das Laufhaus, schließlich können die Mädchen auch Kunden ablehnen.
Bis zu 500 Euro pro Tag verdient eine Prostituierte im Laufhaus, so kommt im Laufe des Monats eine stattliche Summe zusammen, verrät Wetzl und sagt, dass das menschliche Schicksal hinter den Frauen erschütternd ist.

"Geschäft stumpft einen ab"
Im Laufhaus tauschen sich zwei Mädchen über ihre Unterwäsche aus und zeigen sich interessiert an mir, eine der wenigen Frauen, die bislang das Laufhaus betreten durfte. Nach eigenen Angaben habe Wetzl nie was mit einer der Prostituierten angefangen - das Geschäft stumpfe einen ab, nennt er als Begründung. Dennoch habe er es zu zwei Heiraten geschafft, wobei er eine als „Schmähhochzeit“ bezeichnet, schmunzelt der Puffkönig und ordert bei seiner Assistentin einen Cappuccino.
Auch wenn man es für unmöglich hält, viele Männer ersetzen mit ihrem Laufhaus-Besuch, die Therapie beim Psychiater, denn "viele wollen einfach nur mit den Mädels reden und ihnen ihr Leid schildern", mag man Wetzl kaum glauben.
Stefan Wetzl hat genug vom Geschäft, schließt aber dennoch mit den Worten: "Frauen sind das Schönste auf der Welt."

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