Wörthersee-Seilbahn: Viele kritische Stimmen

Schöne Aussichten: Den Pörtschachern wurden die Pläne für die Pyramindekogel-Seilbahn vorgestellt.
  • Schöne Aussichten: Den Pörtschachern wurden die Pläne für die Pyramindekogel-Seilbahn vorgestellt.
  • Foto: Wörthersee Tourismus
  • hochgeladen von Markus Vouk

PÖRTSCHACH. Das geplante Seilbahnprojekt zwischen Pörtschach und dem Pyramidenkogel spaltet die Wörthersee-Gemeinde. "Mit kleinen Initiativen wird es nicht gelingen, die Touristen auf Pörtschach aufmerksam zu machen. Deshalb benötigen wir etwas Gewaltiges", ist der Pörtschacher Unternehmer Johannes Kranzelbinder überzeugt. Ein anderer Gemeindebürger kann der Idee jedoch nichts abgewinnen. "Wenn die Seilbahn gebaut wird, verkommt Pörtschach zu einem Parkplatz für Keutschach", ist der Jurist überzeugt und erntete von den zahlreichen Besuchern der Info-Veranstaltung tosenden Applaus.

Bereits 100.000 Euro investiert

Bürgermeisterin Silvia Häusl-Benz hatte die Pörtschacher zu einer Informations-Veranstaltung in das Congresscenter geladen. "Es handelt sich um eine Projektvorstelltung. Im Gemeinderat wurde noch nichts beschlossen", erklärte die Bürgermeisterin den rund 350 Zuhörern. Projektwerber Karl Grossmann und Touristiker Christoph Neuscheller betonten, dass in Vorabstudien bereits rund 100.000 Euro investiert wurden. "Alle Studien stellen dem Projekt eine positive Prognose aus", erklärte Grossmann. Die Kosten für das vierstufige Projekt, das neben der Seilbahn auch einen Erlebnispark auf dem Pyramidenkogel, den Ausbau des Schiffsverkehrs und eine Genussmeile in Pörtschach umfassen soll, werden laut Grossmann von privaten Investoren getragen. "Die Personen werden in den Öffentlichkeit treten, sobald es konkrete Pläne gibt", erklärt der Projektwerber. Unter dem Strich sollten rund 50 Millionen Euro in das Gesamtprojekt fließen.

Großbau im Promenadenbad

Für hitzige Diskussionen unter den Besuchern sorgte vor allem der Standort der Talstation. Auf dem Gelände des Promenadenbads sollte ein mehrgeschossiges Gebäude errichtet werden. "Vielleicht sollte man sich einmal informieren, dann wüsste man, dass ein Teil der Fläche den Bundesforsten gehört", meinte eine Zuhörerin süffisant. Andere wiederum fürchteten, dass durch das Bauwerk neben der Schiffsanlegestelle das Schutzgebiet am Landspitz beeinträchtigt wird. Für Überraschung sorgte auch das vorgestellte Verkehrskonzept. "Wir wollen an den beiden Autobahnabfahrten Parkhäuser errichten. Die Besucher können von den Parkhäusern entweder mit Bummelzügen oder mit Shuttlebooten zur Talstation fahren", erklärte der Projektwerber.

Seilbahn nach Keutschach

Die Genussmeile, die im Zuge des Projektes entlang der Hauptstraße entstehen soll, wurde vom Projektwerber kaum thematisiert. Konkreter wurde Grossmann jedoch bei dem Erlebnispark am Pyramindenkogel. "Es könnten Erlebniswanderwege, eine Mountainbikestrecke oder eine Gras-Skipiste errichtet werden. Die Strecken werden in Maria Wörth und Reifnitz enden, die Gäste können von dort mit dem Schiff zurück nach Pörtschach fahren", verkündete der Projektwerber. Selbst eine zweite Seilbahn, deren Talstation sich in Keutschach befindet soll, schlossen die Projektwerber nicht aus. "Derartige Überlegungen werden sicher in das Projekt einfließen", versprach Grossmann.

Kritik der Grünen

Die Grünen fürchten um das Landschaftsbild, denn das Seilbahn-Projekt betrifft zwei Landschaftsschutzgebiete, so LAbg. Michael Johann in einer Aussendung nach der Präsentation. "Viel Skepsis der Bevölkerung" ortet der grüne Gemeinderat Harald Papitsch: "Insbesondere besteht die berechtigte Sorge, dass das Strandbad Pörtschach, das derzeit bis zu 4.000 Tagesbesucher zählt, durch den Bau der Talstation, eines mehrstöckigen Betonbaus, verschandelt wird."
Eine touristische Belebung Pörtschachs sei notwendig, doch ob dieses Projekt den gewünschten Mehrwert bringt, sei zu bezweifeln. Denn Tagestouristen würden von der Autobahn mit Shuttles zur Seilbahn gebracht werden. "Die Wertschöpfung für die Tourismusbetriebe in Pörtschach wird so eher gering sein", fürchtet Johann. Unklar sei weiters, wie das Projekt finanziert werden soll.

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