Novelle Straßenverkehrsordnung
Zwetti: "Das Wichtigste ist weiterhin die Rücksichtnahme"

Egal ob mit Mountainbike oder Rennrad, aber bestens ausgerüstet fahren Alina Maria Tschemernjak, Natascha Habernig, Marlies Penker, Alexander Radin und Mirjam Pack (von links) gerne durch und um Klagenfurt. Ausgerüstet sollten Radfahrer auch mit dem Wissen rund um die Gesetzeslage sein: Mit 1. April ist die 30. Novelle der Straßenverkehrsordnung in Kraft getreten, die Radfahrern mehr Rechte einräumt.
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  • Egal ob mit Mountainbike oder Rennrad, aber bestens ausgerüstet fahren Alina Maria Tschemernjak, Natascha Habernig, Marlies Penker, Alexander Radin und Mirjam Pack (von links) gerne durch und um Klagenfurt. Ausgerüstet sollten Radfahrer auch mit dem Wissen rund um die Gesetzeslage sein: Mit 1. April ist die 30. Novelle der Straßenverkehrsordnung in Kraft getreten, die Radfahrern mehr Rechte einräumt.
  • Foto: Hude
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Mehr Rechte für Radfahrer seit 1. April: Laut Chefinspektor Johann Zwetti von der Verkehrspolizei Klagenfurt ist nach der Novelle der Straßenverkehrsordnung gegenseitige Rücksicht nach wie vor das Wichtigste.

KLAGENFURT (vep). Seit dem 1. April ist eine Novelle der Straßenverkehrsordnung in Kraft getreten, die den Radfahrern mehr Rechte im Straßenverkehr einräumt, die WOCHE berichtete. Eine der wesentlichsten Neuerungen u. a., das Radfahrer beim Verlassen eines Radwegs mittels Reißverschluss-System direkt in den Fließverkehr einordnen können. Bislang mussten sie warten; sie sind nun mit der neuen Verordnung mit anderen Fahrzeugen gleichberechtigt. 

Hier haben Radfahrer künftig Vorrang

Wenn ein Radweg parallel zu einer Straße verläuft, war es bisher meist so, dass der Radfahrer warten musste, wenn ein Fahrzeug abbiegt und dessen Weg kreuzt. Der Radfahrer am Radweg hat nun Vorrang.

Über Schutzweg fahren weiter verboten 

Verboten ist hingegen das Fahren über den Zebrastreifen. Ausnahme: Am Rand ist ein eigener Radstreifen ausgewiesen. "Verboten war es auch bisher, mit der Novelle wurde das lediglich als eigener Tatbestand festgeschrieben", informiert Johann Zwetti, Leiter der Verkehrspolizei Klagenfurt. 25 Euro Strafe kostet ein solches Vergehen derzeit. 
Für Zwetti ist vor allem eines wichtig: "Im Endeffekt ändert sich durch die Novelle nicht wirklich viel für Autofahrer. Denn das Wesentlichste ist, auf Radfahrer Rücksicht zu nehmen, das mussten sie vorher auch." 

Riskante Überholmanöver

Das gilt vor allem für das Überholen: "Nach wie vor halten Autofahrer in Klagenfurt oft einen viel zu geringen Abstand. Im Ortsgebiet ist mindestens ein Meter nötig, besser sind ein-einhalb. Je höher die Geschwindigkeit, desto größer muss der Abstand zum Radfahrer sein, vor allem dann im Freiland." 

Meiste Unfälle durch Fahren am Gehsteig

Umgekehrt mahnt Zwetti aber auch Rücksichtnahme bei den Radfahrern ein. Denn: "Die meisten Unfälle mit Radfahrern passieren in Klagenfurt tatsächlich auf Gehsteigen." Dort, wo Radfahrer bekanntlich fahrenderweise nichts verloren haben. Zwetti ergänzt: "Oft gibt es Kollissionen mit Fußgängern. Oder aber auch mit Autos, wenn Radfahrer unvermittelt vom Gehsteig zurück auf die Straße wechseln." 
Radfahren am Gehsteig wird derzeit mit einem Zehn-Euro-Organstrafmandat geahndet. "Das wird sich aber wahrscheinlich bald erhöhen", informiert Zwetti.

140 bis 160 Unfälle pro Jahr in Klagenfurt 

In Klagenfurt geschehen laut Zwetti pro Quartal zwischen 30 und 40 Unfälle mit Radfahrern. "Pro Jahr sind es immer zwischen 140 und 160." 
"Ein großes Problem sind auch die alkoholisierten Fahrer und jene, die in der Nacht ohne Licht unterwegs sind", sagt Zwetti.
Im Sommer wird die Verkehrspolizei ihre nächste Rad-Schwerpunktaktion starten und engmaschige Kontrollen durchführen.

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Weitere Neuerungen

Tretroller dürfen von Kindern nun bereits ab dem 8. Lebensjahr ohne Begleitperson verwendet werden, bisher war das erst ab zehn Jahren (mit Rad-Ausweis) bzw. zwölf Jahren erlaubt. In Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehsteig fahren ist erlaubt.
Für elektrische Scooter gilt die Regelung nicht! Hier soll bald eine eigene Novelle ausgearbeitet werden. 
Der Radfahrausweis kann seit 1. April bereits von Neunjährigen in der vierten Schulstufe gemacht werden, bisher war das erst ab dem 10. Lebensjahr möglich. Danach dürfen Kinder ohne Erwachsene Begleitung Radfahren.
Die Radhelmpflicht für Kinder unter zwölf Jahren bleibt.

Egal ob mit Mountainbike oder Rennrad, aber bestens ausgerüstet fahren Alina Maria Tschemernjak, Natascha Habernig, Marlies Penker, Alexander Radin und Mirjam Pack (von links) gerne durch und um Klagenfurt. Ausgerüstet sollten Radfahrer auch mit dem Wissen rund um die Gesetzeslage sein: Mit 1. April ist die 30. Novelle der Straßenverkehrsordnung in Kraft getreten, die Radfahrern mehr Rechte einräumt.
Chefinspektor Johann Zwetti von der Verkehrspolizei Klagenfurt: "Mit der Novelle wurden Rechte und Pflichten von Radfahrern detaillierter festgeschrieben. Das Wichtigste bleibt weiterhin gegenseitige Rücksichtnahme!"
Autor:

Verena Polzer aus Klagenfurt

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