Landwirtschaft
Mößler fordert heimische Lebensmittel in öffentlichen Einrichtungen

Landwirtschaftskammer-Präsident Johann Mößler zur bevorstehenden Nationalratswahl: „Ich hoffe, dass es wieder eine Bundesregierung geben wird, die verstärkt bäuerliche Interessen vertritt!“
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  • Landwirtschaftskammer-Präsident Johann Mößler zur bevorstehenden Nationalratswahl: „Ich hoffe, dass es wieder eine Bundesregierung geben wird, die verstärkt bäuerliche Interessen vertritt!“
  • Foto: LK Kärnten/Helge Bauer
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Landwirtschaftskammer-Präsident Johann Mößler geht im Gespräch mit der WOCHE auf die Folgen der Dürre ein, nimmt die künftige Bundesregierung in die Pflicht und verlangt mehr Kärntner Produkte im Lebensmittelhandel.

KÄRNTEN. „Der Klimawandel ist zur Zukunftsfrage für die bäuerlichen Betriebe geworden“, schlägt Johann Mößler, Präsident der Landwirtschaftskammer Kärnten, Alarm. Durch die viel zu heißen und viel zu trockenen Monate Juni und Juli seien massive Schäden im Grünland, vor allem in den Bezirken Hermagor und Spittal, entstanden.

Auswirkungen der Dürre

Niederschläge hätten im letzten Moment zwar Schlimmeres verhindert, aber: „Wegen Futtermangel hat es bereits Überlegungen gegeben, die Tiere von den Almen wieder zurück auf die Höfe zu holen“, erklärt Mößler im Gespräch mit der WOCHE. Im Vergleich zum Vorjahr, als sich die Dürre-Regionen über fünf Bundesländer erstreckten, kommt die Landwirtschaft heuer vergleichsweise glimpflich davon. „Sofern wir von Hagel verschont bleiben“, präzisiert Mößler.

Die Nationalratswahl

Weil die Dürre „nur“ punktuell zu schaffen machte und zumindest teilweise Regen einsetzte, blieb der Ruf der Landwirtschaftskammer Kärnten nach einem Hilfspaket für betroffene Bauern im zuständigen Ministerium für Land- und Forstwirtschaft ungehört. Dennoch nimmt Mößler bereits vor der Nationalratswahl am 29. September die künftige Regierung in die Pflicht: „Ich hoffe, dass es wieder eine Bundesregierung geben wird, die verstärkt bäuerliche Interessen vertritt!“

Folgen des „Brexit“

Konkret spricht Mößler den bevorstehenden „Brexit“ an: Durch den Ausstieg Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU) wird im Rahmen der Agrar-Programmperiode anteilsmäßig weniger Geld in Form von Förderungen nach Österreich fließen. „Ex-Ministerin Elisabeth Köstinger hat angekündigt, dass die Bundesregierung die geringeren EU-Förderungen für die Landwirtschaft ausgleichen wird“, schildert Mößler.

Mehr Planungssicherheit

Er appelliert an die künftige Regierung, dieses Zugeständnis Köstingers für die Landwirtschaft aufzunehmen. Seine Begründung: „Die Bauern benötigen Planungssicherheit, dann sind sie auch bereit zu investieren.“ Zuletzt stieg die Investitionsfreudigkeit der Bauern in Kärnten im Jahr 2017 um zehn Prozent auf 170,6 Millionen Euro an.

Regionale Lebensmittel

In die Kritik nimmt Mößler den Lebensmittelhandel, der zu wenig auf regionale Lebensmittel setze: „Obwohl achtzig Prozent der Bevölkerung sehr wohl wissen möchten, woher ihre Lebensmittel kommen.“ Die Landwirtschaftskammer geht in die Offensive: Vier Mal im Jahr sitzen Vertreter der Landesregierung und der Sozialpartner an einem Runden Tisch. Bei der nächsten Zusammenkunft im Herbst ist die Landwirtschaftskammer, so Mößler, wieder an der Reihe, das Thema vorzugeben. Dieses wird lauten: Versorgung öffentlicher Einrichtungen mit heimischen Lebensmitteln.
„Dort, wo wir selbst bestimmen, gehören Lebensmittel aus Kärnten bevorzug“, stellt Mößler unmissverständlich klar, „etwa in Krankenanstalten, Pflegeheimen und Kindergärten.“ Diese Maßnahme soll beispielgebend für jeden Konsumenten sein, sich regionale Produkte mit Qualität ins Haus zu holen.


ZUR SACHE
In Zahlen:
Die Einkünfte der Bauern nahmen im Jahr 2017 im Vergleich zum Jahr davor um 8,7 Prozent zu. Die Zahlen für das Jahr 2018 sind noch nicht ausgewertet. Für das laufende Jahr 2019 erwartet Landwirtschaftskammer-Präsident Johann Mößler kein gutes Ergebnis, weil in dieses neben der Land- auch die Forstwirtschaft einfließt. Der schlichte Grund: „Die Holzpreise sind derzeit nicht kostendeckend.“

Autor:

Peter Michael Kowal aus Klagenfurt

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