S37: Ausbau startet 2015, Maut bleibt

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Einen Überblick über aktuelle Straßenbauprojekte – konkret den Tunnel durch den Plöckenpass, die eingestürzte B83 bei Wernberg und den Ausbau der S37 – gab Verkehrsreferent Gerhard Köfer kürzlich.
Die schlechte Nachricht für alle Pendler zwischen St. Veit und Klagenfurt vorweg: Sie werden auf der S37 auch weiterhin eine Vignette benötigen. Was Köfer vor einem Monat als deklariertes Ziel ausgab (die WOCHE berichtete), ist nach Gesprächen mit der ASFINAG vom Tisch. Ebenso die Rückführung der Straße in die Zuständigkeit des Landes.
Dafür übernimmt die ASFINAG den 50 Millionen Euro teuren Sicherheitsausbau der Strecke zwischen Klagenfurt und St. Veit. Köfer: "Die Straße wird von derzeit 12,5 Metern auf 17,1 Meter verbreitert, auf dem Mittelstreifen werden Betonleitwände errichtet und das Überholverbot für LKW bleibt bestehen." Beginn des Ausbaus soll 2015 sein, ganzheitliche Sperren der Straße soll es keine geben – die Bauarbeiten sollen bei laufendem Verkehr stattfinden. Und das, obwohl wegen der Verbreiterung der Straße alle Brücken, die über die S37 führen, abgetragen und neu erreichtet werden müssen.

Vollausbau vom Tisch
Nicht betroffen von den Ausbauplänen ist die S37 zwischen St. Veit und der steirischen Landesgrenze und damit auch das Nadelöhr bei Pöckstein. "Der Gesamtausbau würde 1,2 Milliarden Euro kosten und ist damit als Projekt für die ASFINAG nicht umsetzbar," erklärt Köfer. Damit sei, so der Landesrat, auch die Bemautung dieses Abschnittes vom Tisch.
Die Zusagen der ASFINAG kämen von Vorstand Alois Schedl, ein gültiger Vorstands-Beschluss sei ein "reiner Formalakt".
Wie aus dem Büro von Köfer zu erfahren war, gäbe es aber weiterhin Gespräche rund um einen Ausbau der Engstelle bei Schloss Pöckstein - im Falle eines Ausbaues müsse aber das Land tief in die Tasche greifen.

Abfahrten bleiben zu
Auch nach dem Sicherheitsausbau bleiben die Abfahrten bei Taggenbrunn und am Zollfeld geschlossen. "Landesrat Köfer hat sich stark dafür eingesetzt, dass die Abfahrten aufgemacht werden. In so einem Fall hatte die ASFINAG aber hohe Abschlagszahlungen vom Land Kärnten verlangt, um den Verdienstentgang durch die Abfahrten auszugleichen", erklärt Köfers Sprecherin Iliane Zajic.

Plöckenpass & B83
Auch zur Situation auf der B83 bei Wernberg – sie war kürzlich unterspült und weggebrochen – nahm der Verkehrsreferent Stellung: 5.000 bis 6.000 m3 Material müssen bewegt und wieder aufgeschüttet werden. Die Baurbeiten werden mindestens einen Monat dauern, gearbeitet wird auch an den Wochenenden. Um eine Rückerstattung der prognostizierten 300.000 Euro Baukosten soll beim österreichischen Katastrophenfonds angesucht werden.
Rund 60.000 Euro investiert das Land Kärnten in eine Studie zum Thema "Tunnel durch den Plöckenpass" - sie soll unter anderem feststellen, welchen touristischen Nutzen die Verbindung zwischen Kärnten und Italien hätte. Zwei Varianten stehen zur Auswahl: ein Scheiteltunnel auf rund 1000 Metern Seehöhe um 100 Millionen Euro und der Basistunnel um 200 Millionen Euro. Bei beiden Projekten setzt Köfer auf die erhöhte Förderquote der EU für Infrastruktur: "Ohne 75 Prozent Finanzierung durch die EU ist keines der Projekte realisierbar."

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