Contact Tracing
Verstärkung für die Behörden: Mehr Contact Tracer für Kärnten

Von der Langzeit-Jobsuche zur Corona-Kontaktsuche: Gaby Schaunig, Peter Wedenig, Martin Mochar, Beate Prettner und Johannes Leitner (von links)
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  • Von der Langzeit-Jobsuche zur Corona-Kontaktsuche: Gaby Schaunig, Peter Wedenig, Martin Mochar, Beate Prettner und Johannes Leitner (von links)
  • Foto: Büro LH-Stv Schaunig
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45 Contact Tracer als Verstärkung für die Gesundheitsbehörden. Projekt von AMS und Land richtet sich an Wiedereinsteiger, Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitslose. 

KÄRNTEN. Contact Tracing, die Suche nach Kontaktpersonen von Corona-Infizierten: Diesen Begriff hören wir mittlerweile täglich. Die Contact Tracer sind eine Schlüsselrolle bei der Bewältigung der Corona-Pandemie. Sie eruieren Kontaktpersonen von Infizierten, fragen ab, mit wem diese wie lange Kontakt hatten. So können erfolgen Maßnahmen wie Quarantäne erfolgen, um die Infektionskette zu unterbrechen. 

45 neue Contact Tracer

Nun wird personell aufgestockt: 45 Contact Tracer werden eingestellt, 15 arbeiten bereits, 30 sollen kommende Woche hinzukommen. Es ist ein gemeinsames Projekt von Land Kärnten und Arbeitsmarktservice (AMS), erklärt Gesundheitsreferentin Beate Prettner. 
Die neuen Kräfte kommen zum Grundpersonal der Gesundheitsbehörden und zu den Contact Tracern, die durch interne Jobbörsen hinzugekommen sind, dazu. Damit gibt es in Kärnten 153 Contact Tracer. Prettner: "Durchschnittlich werden pro positivem Fall vier Kontaktpersonen mit einer Quarantäne belegt: Bei Stand gestern von 255 Infizierten befanden sich 1.083 Personen in Quarantäne."
 

2,06 Millionen Euro für zwölf Monate

Für Arbeitsmarkt-Referentin Gaby Schaunig ist dieses Projekt das "perfekte Beispiel, wie Menschen, die schon länger auf Arbeitssuche sind, Tätigkeiten ausführen, für uns alle von großer Wertigkeit sind". "Ich kenne die Probleme von Langzeitarbeitslosen – oft ist es das Geburtsdatum oder die gute Qualifikation, man ist zu teuer oder Ähnliches. Doch diese Menschen besitzen viel berufliche Erfahrung wie Lebenserfahrung", so Schaunig.
Genau diese Erfahrung werde beim Contact Tracing benötigt. Schaunig: "Wir erhalten hoch motivierte Mitarbeiter für das Contact Tracing, Wiedereinsteiger oder Menschen über 50, die gut qualifiziert sind, Einfühlungsvermögen mitbringen…" Das Programm – auf ein Jahr befristet – biete gute Chancen, dass die betroffenen Personen danach an den ersten Arbeitsmarkt vermittelt werden können. 
2,06 Millionen Euro nehmen Land und AMS in die Hand – 1,08 Millionen Euro das AMS und 977.000 Euro das Land Kärnten.

45 Contact Tracer als Verstärkung für die Gesundheitsbehörden. Projekt von AMS und Land richtet sich an Wiedereinsteiger, Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitslose. (Symbolbild)
  • 45 Contact Tracer als Verstärkung für die Gesundheitsbehörden. Projekt von AMS und Land richtet sich an Wiedereinsteiger, Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitslose. (Symbolbild)
  • Foto: Pixabay/viarami
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Soft Skills sind wichtig

AMS-Chef Peter Wedenig unterstreicht, dass gerade in der Corona-Krise der Fokus auf ältere und Langzeitarbeitslose gerichtet werden muss. Denn in den ersten drei Quartalen 2020 betrug der Zuwachs bei den Arbeitslosen rund ein Drittel, bei älteren Arbeitslosen 30 Prozent und bei Langzeitarbeitslosen 19 Prozent. "In diesem einjährigen Projekt bekommen sie die Chance, ihre Qualifikationen zu zeigen. Bei der Auswahl durch das AMS sind vor allem Soft Skills wie Stressresistenz und Teamfähigkeit wichtig", sagt Wedenig. 
Derzeit erfolge bereits die Zuweisung der neuen Mitarbeiter an die Bezirkshauptmannschaften. Das Gehalt ist übrigens mit 2.500 Euro brutto gedeckelt. 
Neben der Jobaktion für künftige Contact Tracer gab es in der Corona-Krise schon die "Jobaktion 300" für diese Personengruppen (mehr dazu hier), ebenso jene als administrative Assistenz an Pflichtschulen (mehr hier). Weitere Aktionen befinden sich in Ausarbeitung. 

Stressige Arbeit

Martin Mochar ist derzeit Contact Tracer an der Bezirkshauptmannschaft Klagenfurt Land. "Es ist paradox, dass gerade diese Krise eine neue Chance für ältere Arbeitslose ist", bemerkt er. Mochar berichtet von einem sehr stressigen Job: "Schließlich warten hier Menschen auf ihre Ergebnisse und darauf, wieder rausgehen zu dürfen. Zehn- oder Elf-Stunden-Tage sind keine Seltenheit und trotzdem kann eine tagfertige Abarbeitung von Covid-19-Fällen durchgehend nicht mehr gewährleistet werden." Die Contact-Tracing-Abteilungen würden noch mehr Mitarbeiter benötigen, appelliert Mochar.

Leitner: "Mit eigenem Personal nicht machbar"

Johannes Leitner, Klagenfurt-Land-Bezirkshauptmann, dankt der Politik für die Unterstützung: "Die Behörden haben einen großen Rückstau in der Verwaltung abzuarbeiten, es gibt den Dienst an der Grenze. Das wäre alles mit dem eigenen Personal nicht mehr machbar." 
Für Leitner leisten die Contact Tracer Überdurchschnittliches: "Pro Person fielen hier 70 Überstunden in den ersten zwei Wochen an." Im Bundesländer-Vergleich, so Leitner, sei man im Spitzenfeld, was den Zeitraum von einem Corona-Verdacht bis zum Eintreffen des Ergebnisses betrifft – zwölf bis 24 Stunden. 

Weitere Verstärkung möglich

Sollte der Zuwachs an Contact Tracern nicht ausreichen, werde man weiteres Personal finden. "Wir bündeln alle Kräfte", so Prettner. "Auch auf die Polizei haben wir schon zurückgegriffen." Darüber hinaus könne man auch zentrale Verstärkung bereitstellen – Räumlichkeiten dafür gibt es bereits. "Es gibt auch die Zusage des Bundesheeres, für das Contact Tracing, wenn notwendig, zur Verfügung zu stehen. Sonst gibt es noch die Möglichkeit über freie Dienstnehmer", verspricht Prettner. 

Dienstag: 269 Personen mit dem Corona-Virus infiziert
Von der Langzeit-Jobsuche zur Corona-Kontaktsuche: Gaby Schaunig, Peter Wedenig, Martin Mochar, Beate Prettner und Johannes Leitner (von links)
45 Contact Tracer als Verstärkung für die Gesundheitsbehörden. Projekt von AMS und Land richtet sich an Wiedereinsteiger, Langzeitarbeitslose und ältere Arbeitslose. (Symbolbild)

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