Sport
Das sagen Kärntens Fixstarter zur Olympia-Verschiebung!

Nadine Weratschnig und Felix Oschmautz
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Sportveranstaltungen auf der ganzen Welt wurden in den letzten zwei Wochen abgesagt und verschoben. Die Verschiebung der Olympischen Spiele 2020 in Tokio auf 2021 ist bereits beschlossene Sache. Kärntens Fixstarter Magdalena Lobnig, Lisa Perterer, Nadine Weratschnig und Felix Oschmautz im WOCHE-Gespräch.

KÄRNTEN (stp). An den fixen Startplätzen der vier Kärntner Olympia-Starter ändert sich durch die Verschiebung der Olympischen Spiele in Tokio um ein Jahr nichts. Dennoch müssen die Athleten ihr Training neu ausrichten, wurden durch Corona aus der intensiven Olympia-Vorbereitung gerissen. Deshalb stehen nun Grundlagen- und Krafttraining im Vordergrund. Sportminister Vizekanzler Werner Kogler hat am Samstag zudem angekündigt den österreichischen Olympia-Fixstartern ihre Trainingsstätten im Rahmen der Möglichkeiten bald wieder zugänglich zu machen

Lisa Perterer: "Training komplett heruntergefahren"

"Ich habe mich schon vor der endgültigen Entscheidung damit auseinandergesetzt, bin jetzt aber froh, dass die Verschiebung doch so schnell beschlossen wurde", erzählt Triathletin Lisa Perterer (28) und weiter: "Deshalb habe ich die intensive Vorbereitung, in der ich bereits war, beenden können." Die Intensität im Training hat Perterer aufgrund der Verschiebung komplett heruntergefahren, der Fokus gilt nun wieder den Grundlagen. "Ich mache nun wieder längere Einheiten und habe verstärkt mit Krafttraining begonnen. Das Training läuft eher relaxt, alternativ und mit mehr Spaß", so die Villacherin, die hofft, heuer noch den ein oder anderen Bewerb absolvieren zu können.

Bis 30. Juni wurden alle internationalen Triathlon-Veranstaltungen abgesagt. "Vielleicht geht sich gegen Saisonende noch etwas aus. Das liegt aber auch daran, wann und wie die abgesagten Rennen nachgetragen werden können", so die 28-Jährige. Auch die Einreisebestimmungen in den Austragungsländern werden den Wettbewerbskalender noch beeinflussen. Die Motivation im Training leidet an der Verschiebung der Olympischen Spiele bei Perterer aber nicht. "Ich habe vor einem Jahr schon an die Spiele gedacht, jetzt bin ich wieder in dieser Lage. Ich muss nur aufpassen, dass ich nicht übertreibe oder mich verletze. Denn die regelmäßige Physiotherapie, die sonst neben dem Training läuft, fällt derzeit weg", betont Perterer.

Kanuten haben keine Vergleichswerte

Für die Kanuten Nadine Weratschnig (21) und Felix Oschmautz (20) hat sich im Trainingsalltag wenig verändert. Einzig das große Ziel, die Olympischen Spiele, sei ein Jahr weiter nach hinten gerückt. "Ich habe derzeit keine Slalom-Strecke, auf der ich trainieren kann, weil die Sportstätten geschlossen sind. Deshalb konzentriere ich mich umso mehr auf die technischen Aspekte", so Oschmautz, der mit Kajak am Wörthersee trainiert. Die körperliche Fitness trainiert er zu Hause. "Ich sehe das als Chance, mich noch mehr weiterzuentwickeln", sagt der 20-Jährige, der gut in Form ist, jedoch keine internationalen Vergleichswerte hat. "Die ersten Testwettkämpfe hätten jetzt erst stattgefunden. Deshalb weiß ich nicht wo ich im Vergleich mit den anderen stehe. Aber ich bin gut in Form, fühle mich im Training super", so der Klagenfurter. 

Seine Teamkollegin vom Kajakverein Klagenfurt, Nadine Weratschnig, hat zu Jahresbeginn gemeinsam mit anderen Nationen trainiert. "Da hab' ich schon einige Vergleiche ziehen können. Ich brauche aber generell am Anfang des Jahres immer etwas Zeit, um hineinzukommen. Normal bin ich dann bei den ersten Wettkämpfen voll da", so die 21-Jährige, die darauf jetzt noch einige Zeit warten muss. Das intensive Training hat sie etwas zurückgefahren, der Fokus liegt auf den Grundlagen. "Die Verschiebung ist für mich die richtige Entscheidung. Ich stehe voll dahinter. Auch, wenn das für uns Athleten jetzt eine schwierige Zeit bedeutet", so Weratschnig. Vor allem mental sei die Situation nicht einfach, fügt die Kanutin hinzu: "Man hängt etwas in der Luft, normal bereite ich mich auf ein bestimmtes Ziel hin vor. Das gibt es derzeit nicht. Auch der Zeitpunkt, wann wir wieder in Topform sein müssen, ist derzeit unsicher."

Lobnig: "EM und Ergometer-Bestzeit als Ziel"

Ruder-Ass Magdalena Lobnig (29) begrüßt die Entscheidung, die Olympischen Spiele zu verschieben ebenfalls: "Besser früher als später. Ich habe mich schon seit Herbst intensiv auf die Spiele vorbereitet. Dieses große Ziel ist jetzt fürs Erste natürlich weg. Ich merke auch, dass körperliche etwas Spannung weggefallen ist und im Training oft die letzten fünf Prozent fehlen." Je nachdem wie sich die Lage rund um Corona entwickelt, hat Lobnig jedoch im Herbst zumindest ein großes Ziel, auf das sie hinarbeiten kann. Die Ruder-EM in Polen soll stattfinden. Das wurde letzte Woche vom Verband bestätigt.

"Ich fühle mich gut und hoffe natürlich, dass die Europameisterschaft stattfinden wird", so Lobnig, die ähnlich wie die Kanuten derzeit keinen direkten Vergleich zur internationalen Konkurrenz hat. Ihr Training hat sich vom Wasser auf den Ruder-Ergometer in ihrer Wohnung verlagert. "Zum Glück liefert der Ergometer gute Vergleichswerte. Eine neue persönliche Bestzeit ist mein nächstes Ziel", betont die 29-Jährige, die in Völkermarkt lebt und für das Krafttraining die Garage ihres Vaters zu einem Fitness-Studio umfunktioniert hat.

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