Lokalaugenschein
Eine Gemeinde im Aufwind

Auf 1.900 Meter Seehöhe produzieren neun Windräder im Tauernwindpark, auch Windpark Oberzeiring genannt, „grünen“ Strom
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Was in Kärnten umstritten ist, entwickelte sich in der steirischen Gemeinde Pölstal zu einer Erfolgsgeschichte: Auf 1.900 Meter Seehöhe produzieren neun Windräder „grünen“ Strom.

KÄRNTEN. Land und Bund setzen sich ehrgeizige Ziele: Bis 2030 soll in Österreich zu hundert Prozent erneuerbare Energie zum Einsatz kommen. Der Energie-Masterplan 2025 sieht in Kärnten unter anderem fünfzig Windräder mit einer jeweiligen Jahresleistung von fünf Gigawattstunden vor.

Eine Mammutaufgabe

Kärntens Energieversorger „Kelag“ produziert aktuell nahezu hundert Prozent des Stroms aus erneuerbarer Energie. Aber: Um die ehrgeizigen Klima-Ziele zu erreichen, muss sich die Stromerzeugung auf vier bis fünf Terawattstunden verdoppeln. „Diese Mammutaufgabe mit Sonnenstrom allein zu schaffen, ist eine Illusion“, stellt Bernd Neuner von der Kelag klar. Es sei nur mit einem Mix aus allen erneuerbaren Energie-Quellen machbar. „Dazu gehört auch die Windkraft“, betont Neuner.

Widerstand in der Bevölkerung

Ein gutes Beispiel dafür ist der Tauernwindpark in der Steiermark (siehe „Zur Sache“ unten). Dieser war das Ziel einer von der Kelag initiierten Presse-Exkursion. Die heutige Marktgemeinde Pölstal ging im Zuge der Zusammenlegungen 2015 aus vier Gemeinden hervor und zählt 2.600 Einwohner. Ähnlich wie in Kärnten heute formierte sich damals vor der Inbetriebnahme im Jahr 2002 Widerstand in der Bevölkerung.

Windpark Teil der Region

„Als Region mit einem starken Sommer- und Wintertourismus sind die Auswirkungen des Windparks intensiv zur Diskussion gestanden“, erinnert sich Bürgermeister Alois Mayer. Die anfänglichen Sorgen seien im Nachhinein unbegründet gewesen. „Der Windpark ist als Attraktion für Wanderer und Touristen Teil unserer Region geworden und wird als Beitrag einer klimafreundlichen Energieversorgung positiv gesehen“, fügt Mayer hinzu. Er lässt unmissverständlich wissen: „Wir würden die gleiche Entscheidung heute wieder treffen!“

Energieversorger „Kelag“

Die Kelag betreibt fünf Windparks in Österreich, Rumänien sowie Bulgarien und versorgt über 50.000 Haushalte mit Windkraft. Je ein weiterer Windpark sind derzeit im Burgenland und in Kroatien im Entstehen. Die Kelag verfügt zudem über sechs Photovoltaik-Anlagen und 73 Wasserkraftwerke und hat seit 1923 Erfahrung im Kraftwerksbau, speziell im alpinen Gelände.

ZUR SACHE
Tauernwindpark:
Der Tauernwindpark, auch Windpark Oberzeiring genannt, liegt am Schönberg im Gebirgsmassiv der Niederen Tauern auf 1.900 Meter Seehöhe. Er ging als erster Winpark in der Steiermark im Jahr 2002 mit zuerst elf Windrädern in Betrieb und wurde in den folgenden Jahren um drei zusätzliche Anlagen erweitert.

Repowering: Im Vorjahr wurde ein sogenanntes Repowering durchgeführt. Dabei wurden die dreizehn Windräder durch neun der neuesten Technologie ersetzt.

Betreiber: Der Tauernwindpark befindet sich im Besitz des Unternehmens „Im Wind“, das diesen auch betreibt. Es erzeugt mit 138 Windenergie-Anlagen aktuell 450 Megawatt erneuerbare Energie. „Im Wind“ weist 25 Jahre Erfahrung in der Planung, Finanzierung, dem Bau und Betrieb von Energieerzeugungsanlagen auf.

Autor:

Peter Michael Kowal aus Klagenfurt

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