MIT UMFRAGE: Ein Rauchverbot würde kaum nützen

Christine Hrassnig von der Trafik in den City Arkaden würde ein Rauchverbot bis 18 befürworten. "Gesundheit ist wichtiger."
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KLAGENFURT. Vor kurzer Zeit entfachte erneut die Diskussion rund um das Rauchverbot für Unter-18-Jährige. Auch LH-Stv.in Beate Prettner setzt sich nun für ein bundeseinheitliches Gesetz ein. Zudem wird nun auch die Abschaffung der 6.500 Zigarettenautomaten in Österreich diskutiert und geprüft, ob diese mangels Schockbilder und Warnhinweise rechtswidrig seien.

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"Augenauswischerei"

An vorderster Front beim Tabakverkauf an die betroffene Zielgruppe stehen die heimischen Trafikanten. Auch wenn für alle der gesundheitliche Aspekt im Vordergrund steht – von einem neuen Gesetz halten viele wenig, denn: "Es ist eine Augenauswischerei, dann sollen sie das Rauchen lieber ganz verbieten", sagt Harald Hafner von der Trafik im Südpark. "Jeder weiß aus seiner Jugend, wie leicht man solche Verbote umgehen kann." Rund fünf Prozent beträgt bei Hafner aktuell der Anteil der 16- bis 18-Jährigen.
Auch Ingomar Seebacher von der Trafik am Alten Platz kann die aktuelle Diskussion nicht nachvollziehen: "Jugendlichen in dem Alter wird eingestanden, sich der Tragweite ihrer Handlungen im Straßenverkehr, bei Wahlen sowie bei Alkoholkonsum im Klaren zu sein. Für das Rauchen soll das nicht gelten? Die Risiken sind jedem Europäer allgemein bekannt." Zwischen zehn und 15 % mache bei ihm der Anteil der 16- bis 18-Jährigen aus. "Natürlich würde sich ein Verbot dann auf den Umsatz auswirken", so Seebacher.

Gesundheit hat Vorrang

Einer, der von einem Rauchverbot bis 18 finanziell stärker betroffen wäre, ist der Chef der Trafik am Hauptbahnhof, Arno Lätzsch: "Pendler und Schüler sind durch unsere Lage die Hauptzielgruppe. Etwa die Hälfte der Kunden im Frühgeschäft sind 16- bis 18-Jährige." Einen Umsatzverlust würde er bei der Ausdehnung des Rauchverbots bis 18 definitiv spüren. Wie viel, ließe sich allerdings schwer einschätzen, denn: "Ich denke schon, dass ein Verbot einige vielleicht wirklich davon abhält, mit dem Rauchen zu beginnen. Andere wiederum werden einfach Ältere vorschicken, um Zigaretten zu kaufen", so Lätzsch.
Für Christine und Norbert Hrassnig, Trafik City Arkaden, steht der Gesundheitsaspekt im Vordergrund: "Die Gesundheit der Jugend hat Vorrang. Wer jetzt schon raucht, wird sicherlich nicht aufhören. Aber vielleicht hält es einige davon ab, damit anzufangen."

Sanktionen und Teuerung

In der Wirtschaftskammer sieht Handels-Spartengeschäftsführer Nikolaus Gstättner eine Ausdehnung des Rauchverbotes kritisch: "Gesundheitsschutz ja, aber die Relation muss – im Hinblick auf andere Altersgrenzen – hinterfragt werden." Zielführender wäre, den Preis für Tabakwaren drastisch zu erhöhen. Jedoch: "Nur in Kombination mit rigorosen Maßnahmen gegen den Schmuggel." Derzeit betrage der Anteil ausländischer Zigaretten in Kärnten 20 %. "Auch die Diskussion um den Automatenverkauf wird uns jetzt länger begleiten. Wegen der Schockbilder genauso wie eventuell in punkto Umrüstung beim Alterslimit", so Gstättner. Prävention halte er für sinnvoll, aber auch Sanktionen. Denn 12-Jährige rauchen offen auf der Straße und niemand könne dies sanktionieren. Gstättner: "Es braucht einen gesellschaftlichen Konsens von Eltern, Schulen, Exekutive und der Zivilcourage."

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