Rauchverbot
Rauchverbot ab 1. November verunsichert Wirte

Zigarette zum Kaffee? Ab 1. November nicht mehr in Innenräumen der Gastronomie. Klagenfurter Wirte stehen nun vor unterschiedlichen Situationen angesichts des totalen Rauchverbots
  • Zigarette zum Kaffee? Ab 1. November nicht mehr in Innenräumen der Gastronomie. Klagenfurter Wirte stehen nun vor unterschiedlichen Situationen angesichts des totalen Rauchverbots
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  • hochgeladen von Verena Polzer

Ab 1. November ist Rauchen in Lokalen endgültig verboten. Die Situation ist dann für Gastronomen genauso unterschiedlich, wie ihre Meinung zum Thema.

KLAGENFURT, KLAGENFURT LAND (vep). In rund einer Woche, ab 1. November, gilt in Österreich in allen Lokalen das totale Rauchverbot. Gastronomen sehen diesem Stichtag mit gespaltenen Meinungen entgegen; einige befürchten kurz-, manche auch längerfristige Umsatzeinbußen, viele begrüßen auch die endlich einheitliche Regelung. Andere wiederum ärgern sich ob teurer Ausgaben hinsichtlich Raumtrennung und Lüftung, die für die bisherige Lösung oft nötig waren. Hinzu kommt auch die Angst vor Anrainern, die dann - wenn sich das Rauchen nach draußen verlagert - Anzeige erstatten könnten, denn letztlich haftet der Wirt. 

"Aus" für Zigarrenlounge der Sakristei 

Besonders schlimm trifft das totale Verbot die Café-Bar Sakristei auf dem Klagenfurter Domplatz. Cornelia Biermann hat sich hier neben ihrem Café- und Mittagsrestaurant-Betrieb auch erfolgreich mit einer Zigarren-Lounge positioniert. "Schon 2014 haben wir auch einen Zigarrenclub gegründet. Und leider gibt es keine Erlaubnis, ab beispielsweise 18 Uhr in geschlossener Gesellschaft mit Vereinsmitgliedern diesen ein- bis zweimal im Monat weiterzubetreiben."
Im Sommer sei alles kein Problem, doch das gemütliche Zusammensitzen bei einer Zigarre in den Wintermonaten im Café sei nun nicht mehr möglich; Biermann rechnet mit einem extremen Rückgang des Abendgeschäftes, "denn eine Art Zelt darf ich im Außenbereich, der ohnehin überdacht wäre, auch nicht anbringen".
Insgesamt muss sie ihr gesamtes Unternehmen völlig umstrukturieren: "Der optische Auftritt unseres Cafés - also Logos, Homepage etc. - ist auf die Zigarrenlounge ausgerichtet. Ich muss nun alles ändern." Auch die Genuss-Pforte neben der Café-Bar, in der Biermann Produkte heimischer Produzenten anbietet, will sie schließen. "Wenn nun ohnehin nicht mehr drinnen geraucht werden darf, brauche ich nicht nebenan noch einen Extraraum." Für die Mittagsgäste will sie sich dafür Neues einfallen lassen und sich auch auf selbstgemachte Nudel-Variationen spezialisieren. 
Ärgerlich für Biermann: "Ich habe u. a. sehr viel in eine extrem starke Lüftung investiert. Aber ich werde nun trotzdem die Sakristei wieder renovieren, neu ausmalen und umgestalten. Wir müssen uns neu erfinden." 

Umbau für neuen, rauchfreien Schwung

Michael Jammer vom Café am Platz ist grundsätzlich der Meinung, dass Rauchen ohnehin nicht mehr zeitgemäß ist: "Es findet ein Umbruch statt, das Gesundheitsbewusstsein steigt. Österreich war eine der letzten Raucher-Bastionen, es war nur eine Frage der Zeit." Natürlich könne es sein, dass nun auch bei ihm weniger Kaffee getrunken werde, wenn ab 1. November der Glimmstängel nicht mehr erlaubt ist. "Die Frage ist, ob es kurzfristig oder langfristig so sein wird. Aber ich denke, nach einer Umstellungszeit von zwei, drei Monaten sollte es sich einpendeln." Seiner Meinung nach helfe das "Sudern" ohnehin keinem. "Jeder Wirt ist gefordert, sich etwas zu überlegen, vielleicht auch den Außenbereich kreativ und attraktiv zu gestalten." Jammer verfolgt die Methode: "Jetzt erst recht", also spricht: Weil das totale Rauchverbot nun eingeführt wird, will er sein Café wieder in neuem Glanz erstrahlen lassen. "Im Frühjahr werden wir umbauen. Das hätte vorher keinen Sinn gemacht, wenn sich das Nikotin ohnehin gleich wieder an den Wänden ablagert. Unser Café liegt in Einser-Lage, deshalb wollen wir wieder neuen Schwung reinbringen."

Gasthaus als Ort der Vereine und Raucher

Ihre Gäste, naturgemäß die Rauchenden, schimpfen jetzt schon über das neue Rauchverbot, erzählt Eva-Maria Renko. Sie betreibt in Ferlach das zentral gelegene gleichnamige Gasthaus. "Für den Speisebetrieb begrüße ich das Rauchverbot ja, doch abends haben wir hier sehr viele Gesellschaften und Vereine, 90 Prozent sind Raucher." Auch sie hat damals, als die derzeitige Regelung mit abgetrennten Bereichen gekommen ist, einiges investiert. "Das war in Wahrheit hinausgeschmissenes Geld", sagt Renko. Ihre rauchenden Gäste müssen bald in den überdachten Gastgarten ausweichen, den Renko mit Heiz-Schwammerln für den Winter ausstatten will. "Wie es dann mit den Anrainern aussehen wird, weil sich auch im Winter mehr draußen abspielt, weiß ich jetzt natürlich noch nicht", sagt sie und hofft auf das Beste. 

Aus Angst vor Anrainern Öffnungszeiten reduziert 

"Eine Katastrophe" ist die Situation für Daniela Mureny, die Besitzerin des Cafés "Schwarze Luft" in Pörtschach. Mit dem Rauchverbot ab 1. November wird sie ihre Öffnungszeiten um acht Stunden reduzieren – müssen. "Ich habe immer schon sehr früh für die vielen Arbeiter geöffnet, die hier einen Kaffee trinken und ein, zwei Zigaretten rauchen. Das kann ich nun nicht mehr. Die Anrainer haben mir bereits signalisiert, dass sie keinen Lärm vor 9 Uhr wünschen. Sie würden definitiv jedesmal anzeigen. Das Gleiche gilt für Lärm nach 22 Uhr. So bin ich jetzt also schon gezwungen, meine Öffnungszeiten zu verkürzen, was soll ich machen? Entsprechend muss ich nun vier von sechs Mitarbeitern abbauen. Auch das langjährige, verlässliche Aushilfspersonal wird nicht mehr kommen." Mureny ist verzweifelt: "Keiner hilft uns und ich weiß nicht, ob das Lokal das überleben wird, dass es jetzt seit 19 Jahren hier in Pörtschach gibt." Die Wirtin rechnet mit 80 Prozent Umsatzeinbußen.

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Zur Sache: Infos zum generellen Rauchverbot

Ab 1. November 2019 greift das generelle Rauchverbot in Räumen der Gastronomie und allen sonstigen Räumen (z. B. Vereinskantinen), in denen Speisen oder Getränke hergestellt, verarbeitet, verabreicht oder eingenommen werden. Das gilt auch für elektronische Zigaretten, Zigarren und Shishas.
• Ausgenommen sind nur Freiflächen (Gastgärten, Terrassen, Lauben). Die Freifläche darf nicht vollständig von allen Seiten umschlossen sein.
Eigene Raucherräume ohne Bedienung und Konsumation sind in der Gastronomie nicht erlaubt – wohl aber in der Hotellerie.
Das Rauchverbot gilt auch für Festzelte.
Übt man gastronomische Tätigkeiten auf Vereinsbasis aus, gilt das Rauchverbot auch. Bedeutet: Durch Vereinsgründung umgeht man das Gesetz nicht!

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