WK will Verzicht auf die Behaltefrist!

WK-Präsident Franz Pacher: ?Ich hoffe auf den Mut zum Verzicht auf die Behaltefrist in der Regelung für Kurzarbeit.?
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Die Behaltefrist nach der Kurzarbeit wird zum Knackpunkt: WK fordert gänzlichen Verzicht in der Regelung.

Ende Februar sollen neue Regelungen für die Kurzarbeit im Parlament beschlossen werden – rückwirkend mit 1. Februar. Unter anderem sieht das Modell eine Ausweitung auf 18 Monate und im Extremfall sogar darüber hinaus vor. Darüber scheinen sich die Sozialpartner einig.
Unterschiedliche Auffassungen kündigen sich nun, wenn es um die Behaltefrist – die Dauer des Kündigungsschutzes – nach der Kurzarbeit geht. „Man sollte die Behaltefrist vollkommen aussetzen“, fordert nun der Kärntner Wirtschaftskammer-Präsident Franz Pacher. Seine Begründung: „Kein Unternehmer kann heute Jobs für 18 Monate versprechen – wer es tut, ist ein Scharlatan!“
Zur Info: Die Behaltefrist ist Verhandlungssache zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmervertretung. Im Normalfall dauerte diese so lange wie die Kurzarbeit selbst. Dieser Kündigungsschutz gilt für die gesamte Belegschaft und nicht nur für jene Mitarbeiter, die in Kurzarbeit sind/waren. „Bis jetzt hat es noch keinen Angriff auf diese Regelung gegeben“, so ÖGB-Chef Hermann Lipitsch.
Behaltefrist ist großes Risiko“
Nicht selten komme es vor, dass Unternehmen auf die Einführung von Kurzarbeit verzichten, weil sie die Dauer des Auftragseinbruchs nicht abschätzen können. „Viele können das Risiko, das die lange Behaltefrist mit sich bringt, einfach nicht eingehen“, weiß Pacher. Gilbert Waldner, Sprecher der Industriellenvereinigung, weiß von solchen Fällen und bestätigt die Bedenken der Unternehmer.
Die Folge: „Mitarbeiter verlieren ihren Job statt in Kurzarbeit zu gehen“, so Pacher. Kurzarbeit – in Verbindung mit Qualifizierungsmaßnahmen – hält Pacher für ein gutes Modell dafür. „So kann man sie auch auf einen neuen Beruf vorbereiten“, so Pacher. Und: „Wenn es wieder aufwärts geht, gibt es ohnehin Arbeitsplätze.“
ÖGB bleibt bei seiner Linie“
Einen Verzicht auf die Behaltefrist kann sich Lipitsch nicht vorstellen, will aber über „Forderungen der Wirtschaftskammer reden“. – „Der ÖGB bleibt auf seiner Linie: Behaltefrist muss gleich lange sein wie die Kurzarbeit davor“, so Lipitsch. Schließlich würden die Unternehmen etwas davon haben – „Geld der öffentlichen Hand und dann nach den Schulungsmaßnahmen während der Kurzarbeit gut ausgebildete Mitarbeiter.“
Dafür könne man sich erwarten, dass es für eine bestimmte Zeit keine Freisetzungen im Unternehmen gibt. „Sonst könnte ein Unternehmer im schlimmsten Fall die Vorteile nutzen und den Mitarbeiter direkt nach der Kurzarbeit auf die Straße setzen“, warnt Lipitsch.
„Wir hoffen künftig auf eine insgesamt flexiblere Gestaltungsmöglichkeit der Kurzarbeit“, so Waldner.
G. Leitner

Autor:

WOCHE Kärnten aus Klagenfurt

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