05.11.2016, 11:32 Uhr

Was glauben Mormonen über den Tod? (Teil 2)

Klagenfurt am Wörthersee: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage | Heute, einem nebeligen Samstagvormittag, möchte ich weiter über das Thema Tod und das Leben nach dem Tod sprechen. Es ist tatsächlich wichtig, darüber zu reden und zu schreiben, weil dieser Zustand des Todes nicht nur einen winzigen Augenblick dauert und weil er nicht einfach nur darin besteht, dass plötzlich das Licht abgeschaltet wird, der Schalter des Lebens auf AUS gestellt wird und auf der Ebene unseres Bewusstseins, unserer Gedanken und Gefühle, NICHTS mehr folgt. Das Argument gegen den Glauben, dass dieser "(kinder)leicht" sei, kann auch als Gegenargument dienen: Machen es sich Atheisten nicht mindestens ebenso leicht?
Die Botschaft derer, die durch Nachdenken, Meditieren, Studieren oder durch besondere persönliche Erlebnisse zum Glauben gefunden haben, lautet: der Tod ist nicht das Ende, es entsteht mit dem Absterben des physischen Körpers keine Leere und auch nicht unbedingt ein Gefühl der RUHE, das sich jeder für sich und seine Verstorbenen wünscht. ES GEHT WEITER - mit unseren Gedanken, mit unseren Gefühlen, mit Liebe oder Abneigung, Hoffnung oder Furcht, Glück oder Unglück, mit unseren Interessen und Beziehungen. Der Tod ist (so glauben eigentlich alle Christen, nicht nur Mormonen) die Fortsetzung des Lebens und dieses Leben dauert eine Ewigkeit. Im Verhältnis zum kurzen irdischen Dasein ist das, was für uns nach dem Tod kommt, also von großer Bedeutung. Dieses "ewige Leben", das wir Christen gemäß der Bibel erwarten, teilt sich in mehrere Abschnitte auf.
Nachdem wir in der geistigen Sphäre angekommen sind (willkommen geheißen wurden) und unsere neue Umgebung und unseren neuen Zustand der Körperlosigkeit besser kennengelernt haben, können wir uns nach unserem Geschmack und unseren Interessen selbst "unseren Platz" suchen. Wir werden noch eine Zeit lang (oder länger) sehr damit beschäftigt sein, wie es unseren Hinterbliebenen geht, was sie tun und reden usw. Wir werden vielleicht herausfinden, wer uns wirklich geliebt hat und wer aus irgendwelchen Gründen nur so getan hat... Wenn wir unsere Partner, Kinder, Verwandten und Freunde in diesem Leben von Herzen lieb gehabt haben, werden wir den Wunsch verspüren, ihnen beizustehen, sie zu beschützen, sie zu warnen und ihnen - wie Engel - zu dienen. Die meisten Engel und Schutzengel, so glauben wir Mormonen, sind Verstorbene, die aus Liebe ihren Familienmitgliedern dienen.
Wenn wir also gute Gefühle und Gedanken haben, werden wir auf der anderen Seite des Schleiers "gebraucht", um den Kindern des Himmlischen Vaters zu dienen. Wir müssen uns dafür durch Rechtschaffenheit und Demut würdig erweisen. Das Dasein als "Engel" entspricht einem Zustand des Glücklichseins, den man PARADIES nennt.
Wie ich schon im ersten Beitrag über das Thema "Tod" geschrieben habe, werden nicht alle Menschen in so einen glücklichen Zustand eintreten. Es geht darum, dass sie nicht LIEBEN gelernt haben, dass sie negative Gefühle und Gedanken in sich tragen oder einfach nur an sich selbst dachten. Diese schlechten Gedanken und Gefühle bewirken einen elenden, unangenehmen, vielleicht sogar angsterfüllten Zustand, aus dem sie nur dann erlöst werden, wenn sie Jesus Christus um Befreiung anrufen. Dazu kommen schwerwiegende Sünden, die auf der Seele mancher Verstorbenen lasten. Hat man sich nicht für seine Vergehen entschuldigt, hat man seine Fehler nicht wieder gut gemacht, so haften diese an der Seele und setzen sie gewissermaßen gefangen (ein Vorstadium der HÖLLE).
In meinem nächsten Beitrag soll es um die AUFERSTEHUNG gehen. Hier möchte ich nur nochmals betonen: Das Leben, das wir jetzt führen und wie wir es führen, wirkt sich auf unser irdisches und unser ewiges Dasein aus! Wir Mormonen glauben, dass es nicht genügt, seine Sünden am Totenbett zu bereuen - dann ist es zu spät. Es ist gut, zeitgerecht von falschem Verhalten umzukehren. Eine BEZIEHUNG ZU GOTT lässt sich nicht in einer Stunde oder einem Tag aufbauen, dazu braucht es längere Zeit. In einer Schriftstelle im Buch Mormon heißt es: "Und nun, meine geliebten Brüder und auch Juden und alle Enden der Erde, glaubt an Christus [...]". (2. Nephi 33:10) Auch in der Bibel steht, dass wir eine persönliche Beziehung zu Gott, unserem Vater, und zum Herrn Jesus Christus aufbauen sollen. Es genügt nicht, "Herr, Herr ..." zu rufen, sondern es geht darum, dass dieser Herr uns auch kennt (vgl. Matthäus 7:22, 23). Wir sollen eine Vertrauensbeziehung zum Herrn (und Richter) der Lebenden und der Toten aufbauen.
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