10.10.2014, 15:38 Uhr

15 Jahre Gewaltschutzzentrum Kärnten: 8.135 Beratungen seit dem Start

Gewalt in der Familie: von 8.135 Beratungen in 15 Jahren stammten rund 40 Prozent der Opfer aus Klagenfurt Stadt und Land (Foto: mev.de)
Seit 15 Jahren hilft das Gewaltschutzzentrum Kärnten mit Sitz in Klagenfurt Opfern von häuslicher Gewalt und Stalking.

INNENSTADT (emp). Das Gewaltschutzzentrum Kärnten mit Sitz in Klagenfurt wurde vor genau 15 Jahren gegründet und steht Opfern von Gewalt in der Familie und Stalking mit Rat und Tat zur Seite. "In den 15 Jahren unseres Bestehens führten wir mehr als 8.000 Beratungen durch", sagt Leiterin Roswitha Bucher zusammen.

Gründung 1999

Auf Buchers Initiative hin entstand 1999 die Interventionsstelle, Vorläufer des heutigen Gewaltschutzzentrums, in Kärnten. "Seit Beginn der 1990er gibt es die Wegweisung von Gewalttätern aus Wohnungen, die Opfer können bleiben", sagt Bucher. Als Mitarbeiterin im Kärntner Frauenhaus wollte sie jedoch noch konkreter Schritte in Richtung Opferschutz setzen.
"Für mich war klar, dass die Frauenhäuser ganz wichtige Einrichtungen gegen häusliche Gewalt sind, dass es aber zusätzlich etwas braucht, damit nicht Frauen und Kinder – die nach wie vor überwiegend Opfer der Gewalt sind – die Wohnung verlassen müssen, sondern die Täter", sagt Bucher. Mit Hilfe der Beratungsstelle Belladonna entstand ein Zentrum, dass Opfern den Ausstieg aus den Gewaltbeziehung ermöglichen sollte.

Sieben Mitarbeiterinnen

Das Team des Gewaltschutzzentrums zählt heute sieben Mitarbeiterinnen, darunter Juristinnen, Sozialarbeiterinnen, Psychologinnen und Psychotherapeutinnen.
"Wir beraten und unterstützen die Opfern häuslicher Gewalt und Stalking, um deren Sicherheit zu erhöhen", so Bucher. Opfer erhalten Entscheidungshilfen, ein Sicherheitsplan wird erstellt, "wir geben Information zu gesetzlichen Regelungen und bearbeiten mit den Opfern jede Hürden, die es scheinbar unmöglich macht, aus einer Gewaltbeziehung zu entkommen." Außerdem hilft das Team bei Gerichtsanträgen und steht Opfern während der Gerichtsverfahren bei.

Mehr Rechte für Opfer

Warum die Zahl der Beratungen in den letzten Jahren teilweise stark angestiegen ist, erklärt Bucher dadurch, "dass viele Opfer wissen, es gibt Hilfe. Sie fühlen sich ernst genommen." Der Umgang mit den Opfern habe sich verbessert, nicht zuletzt auf gesetzlicher Ebene. Opferrechte wurden ausgeweitet.

ZUR SACHE

1999 beriet die damalige Interventionsstelle 263 Personen, 2014 fanden 897 Personen Hilfe durch Beratung.

In 15 Jahren 8.135 Beratungen, davon 6.000 bei Partnergewalt und 1.700 bei Gewalt unter anderen Familienmitgliedern, seit 2008 mehr als 600 Beratungen von Stalkingopfern.

Opfer können
telefonisch oder per Mail mit dem Gewaltschutzzentrum Kärnten in Klagenfurt Kontakt aufnehmen: 0463 / 590 290 oder per Mail an info@gsz-ktn.at
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