30.08.2014, 05:00 Uhr

"Denn Kultur ist kein Luxus ..."

Das polnische Barock-Orchester „Arte dei Suonatori“, der Kern des "Ensemble in Residence" der Trigonale 2014 (Foto: Trigonale)

Trigonale 2014: Alte Musik vom 5. bis 14. September, außergewöhnliche Spielorte, einzigartige Konzertprogramme.

„Denn Kultur ist kein Luxus, den wir uns entweder leisten oder nach Belieben auch streichen können, sondern der geistige Boden, der unsere innere Überlebensfähigkeit sichert“, zitieren Trigonale-Macher Stefan Schweiger und die Trigonale-Vorstände Martin Wiedenbauer, Albrecht Haller und Hans Slamanig den ehemaligen deutschen Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker im über 200 Seiten starken, handlichen Programmbüchlein der „Trigonale 2014“ (5. bis 14. September).
Seit 2003 ist das „Festival der Alten Musik“ Bestandteil des spätsommerlichen Kultur-Erlebens in Kärnten; seit 2008 ist Schweiger Geschäftsführer des Festivals. Der Maria Saaler Ton- und Lichttechniker, Fotograf und „Alte Musik-Freak“ (Eigendefinition) kennt die Szene wie kein anderer, ist fürs Programm verantwortlich sowie für die zum Teil außergewöhnlichen Spielstätten und (auch) Beginnzeiten.

6 Uhr früh, 10 Uhr abends

So etwa beginnt der letzte Tag des Festivals (14. 9.) in der Magdalensberger Kirche um 6 Uhr früh: Der Cellist Tristan Schulze (aus Sachsen) spielt unter dem Titel „Im Anfang war das Wort“ in Musik übertragene Texte aus dem altgriechischen Neuen Testament, allerdings nicht auf dem Cello, sondern auf der Pythagoräischen Obertonzither, die er nach eigenen Plänen hat bauen lassen. Das Ensemble „Ensemble La Ziriola“ hingegen beendet den zweiten Tag des Festivals (6. 9.) um 22 Uhr auf der Burg Hochosterwitz mit dem Programm „Vom Krieg der Sänger“. „Ums Jahr 1206 traten die berühmtesten Sänger ihrer Zeit – darunter Walther von der Vogelweide, Heinrich von Ofterdingen und Wolfram von Eschenbach – in Thüringen auf der Wartburg in einen Wettstreit. Über 800 Jahre nach dem sagenumwobenen Ereignis setzt das eigens für diese Produktion zusammengestellte Ensemble die sehr wahrscheinlich erfundene Geschichte als neue Fiktion in Szene“, erörtert Schweiger. Um selbigen Wettstreit, kindgerecht aufbereitet geht es auch beim diesjährigen Kinder- und Familienkonzert, ebenfalls auf Hochosterwitz, tags darauf um 14 Uhr (7. 9.).

"In bester Gesellschaft"

Das Eröffnungskonzert im Rathaus St. Veit widmet sich Auszügen des Schaffens von Georg Friedrich Händel – „In bester Gesellschaft“ mit dessen Freunden Georg Philipp Telemann und Arcangelo Corelli. „Mit seinem Zeitgenossen und Kollegen Telemann verband Händel nicht nur die Musik, sondern – man höre und staune – auch die Liebe zur Tulpenzucht. Corelli machte Händels Musik in Rom bekannt, Händel wiederum nahm sich die Concerti grossi des italienischen Meisters zum Vorbild“, erklärt Schweiger.
Dieses wie alle anderen Konzertprogramme gibt es in keiner Agentur der Welt „von der Stange“ zu buchen, sondern wird eigens und vor Ort (in Maria Saal) für die Trigonale erarbeitet. Zu hören sind das „Ensemble in Residence“ und die „Singers in Residence“. Den Kern des diesjährigen Trigonale-Ensembles bildet das polnische Barock-Orchester „Arte dei Suonatori“, ergänzt mit diversen Musikern wie etwa dem gebürtigen Klagenfurter Thomas Steinbrucker (Naturtrompete).
Das Abschlusskonzert im Dom von Maria Saal (14. 9., 18 Uhr) widmet sich der Rolle der Trompete in der italienischen Musik zwischen 1550 und 1680: Unter dem Titel „Tromba Ittalica – Krieg und Frieden“ sind das „Barocktrompeten Ensemble Berlin“, die „Profeti della Quinta“, ein Streicher-Ensemble um Roswitha Dokalik und die Singers in Residence zu hören.

Weiter Spielorte: Seminarkirche Tanzenberg, Stiftskirche St. Georgen, Pfarrkirche St. Peter, Stadtpfarrkirche St. Veit.
Das komplette Programm: www.trigonale.com
Karten im Vorverkauf in Klagenfurt: Buchhandlung Heyn, Buchhandlung Hermagoras, Kärntner Buchhandlung; in Maria Saal: Trafik Kohlweg. Restkarten: jeweils 90 Minuten vor Veranstaltungsbeginn an der Konzertkasse; Kontakt: 04223/29079.
Preiskategorien :
Konzertkarten kosten generell 21 Euro, ermäßigte Karten zu 14 Euro sind erhältlich für Pensionisten, Menschen mit Behinderung, Schüler, Studenten, Lehrlinge, Wehr- und Zivildiener. Jugendliche bis zum vollendeten 16. Lebensjahr haben kostenlosen Zutritt.
Beim diesjährigen Kinder- und Familienkonzert am 7. September um 14 Uhr auf der Burg Hochosterwitz gilt für Kinder ein Kartenpreis von 9 Euro (inkl. Eintritt zur Burg), Erwachsene können das Konzert bei freiem Eintritt besuchen und bezahlen gegen Vorlage der trigonale-Karte nur den reduzierten Eintrittspreis zur Burg in der Höhe von 6 Euro.
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