31.10.2017, 19:00 Uhr

Dietmar Egger: "Die Jagd ist notwendig geworden"

Dietmar Egger ist Bezirksjägermeister für Klagenfurt (Foto: KK)

Am 3. November ist Hubertustag. Die WOCHE hat mit Bezirksjägermeister Dietmar Egger gesprochen.

Dem heiligen Hubertus, Schutzpatron der Jäger, wird am 3. November gedankt. Am Hubertustag treffen sich die Kärntner Jäger und blicken gemeinsam auf das letzte Jahr zurück. Dietmar Egger, Bezirksjägermeister für die Bezirke Klagenfurt Stadt und Land, im WOCHE-Interview.

WOCHE: Welche Bedeutung hat der Hubertustag für Sie als Jäger?
EGGER: "Der Tag zu Ehren des Schutzpatrones der Jäger hat für mich eine besondere Bedeutung. In vielen Orten gibt es die Hubertusmessen, um an das letzte Jahr zurückzudenken und innezuhalten. Ich selbst bin jedes Jahr bei einer Messe dabei – das ist einfach Brauchtum.

Wie oft gehen Sie selbst auf die Jagd?
Wie es die Zeit erlaubt – oft gehe ich zwei Mal pro Woche, dann wieder nur einmal in 14 Tagen. Ich habe aber schon immer eine enge Verbundenheit mit der Natur und gehe mit Freude jagen.

Was entgegnen Sie den Jagd-Kritikern?
Es ist in der heutigen Zeit einfach notwendig, den Wildbestand in unseren Wäldern zu regeln. Die Jagd ist notwendig geworden, weil es keine großen Beutegreifer wie den Bär oder den Luchs gibt. Ansonsten kommt es zu einer Überpopulation und die schadet dann dem Wald. Es gibt im Jahr eine bestimmte Anzahl von vorgeschriebenen Abschüssen, die zu erfüllen sind. Was mir aber wichtig ist: Das Wild liegt uns am Herzen. Wir schaffen auch neue Lebensräume für das Wild.

Wie viel wird im Bezirk gejagt?
Der Jagdbezirk ist insgesamt 88.000 Hektar groß. Es gibt immer einen Abschussplan für zwei Jahre. Den größten Bestand gibt es beim Rehwild. Da sind 5.550 binnen dieser zwei Jahre zum Abschuss freigegeben. Rotwild gibt es nicht viel – da sind lediglich 70 freigegeben. Und beim Gamswild, das gleich wie das Rotwild vorwiegend in den Karawanken vorkommt, sind es 420.

Wie viele Tiere werden angefahren?
Das richtige Wort dafür ist Fallwild. Es wird in Fallwild Verkehr und sonstiges Fallwild unterteilt. Insgesamt gibt es im Jahr rund 800 dieser Fälle, davon 500 im Verkehr. Fährt man ein Reh an, muss man dies sofort bei der Polizei oder dem Jagdausübungsberechtigten melden.

Warum ist das wichtig?
Wir führen Statistik über die Unfälle. Wenn es an bestimmten Orten vermehrt dazu kommt, können wir darauf reagieren und entsprechende Maßnahmen treffen, um das Wild dort von der Fahrbahn fernzuhalten. Zudem ist der zuständige Jäger der Eigentümer des angefahrenen Tieres. Man darf es also nicht einfach mitnehmen.

Gibt es Probleme mit Wilderei? Gibt es den "Sattnitz-Bär" noch?
Nein, mit Wilderei haben wir im Bezirk nichts zu tun. Natürlich gibt es den Bären noch. Wir verfolgen auch seinen Aufenthaltsort. Hauptsächlich hält er sich im Gebiet rund um St. Margareten auf, wo er auch schon einige Bienenstöcke leergefressen hat.

Wie viele Frauen und jugendliche Jäger gibt es?
Das Interesse von Frauen und den jungen Menschen steigt immer mehr. Wir haben derzeit etwa 2.020 Mitglieder, davon sind 311 Frauen. Viele machen den Jagdschein, weil sie die Freude an der Jagd entdecken und einen Einblick in diesen Bereich erhalten möchten. Es gibt auch viele aus der Stadt, die den Schein machen.

Was sind Ihre Aufgaben als Bezirksjägermeister?
Ich erstelle die Abschusspläne für zwei Jahre, überwache, dass alles eingehalten wird und bin die erste Ansprechperson für die Jäger im Bezirk.
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