14.03.2017, 17:00 Uhr

Franz Andrejcic: "Sicherheit im Wald an oberster Stelle"

Franz Andrejcic, Obmann der WWG Carnica, bewirtschaftet mit seiner Familie selbst rund 40 Hektar Wald

Der Wald als wichtige Einnahmequelle: Vor allem "kleine" Waldbesitzer profitieren von der Mitgliedschaft bei einer Waldwirtschaftsgemeinschaft wie jener im Rosental.

ROSENTAL (vp). "Begonnen haben wir im August 1997 mit 24 Mitgliedern in vier Gemeinden", beschreibt Gründungsobmann Franz Andrejcic die Anfänge der Waldwirtschaftsgemeinschaft (WWG) Carnica Region Rosental. "Heute sind um die 420 Mitglieder bzw. Waldbesitzer dabei." Sie wissen um die Vorteile der WWG-Mitgliedschaft, denn sie genießen viele Serviceleistungen.

Sicherheit besonders wichtig

"Ganz wichtig sind uns die dreitägigen Sicherheitskurse, die wir organisieren. Unser Ziel: Kein Bauer soll ohne Sicherheitsausrüstung in den Wald gehen. Fast 300 Mitglieder haben schon daran teilgenommen", freut sich Andrejcic. Weitere Kurse bietet die WWG zu Motorsägen, Waldwertbemessung, Werksabmaß, Kulturpflege, Harvester oder Holzmessung.
Zur Weiterbildung dienen auch Ausflüge (z. B. Forstbetriebe, Sägewerke) oder Besuche von Fachmessen wie der "Interforst" in München oder der österreichischen "Austrofoma".

Großabnehmer-Preise

Ein weiterer Vorteil liegt auf der Hand: Die Holzvermarktung als Gemeinschaft, die vor allem für Kleinwaldbesitzer einen sicheren Absatz ermöglicht. Andrejcic: "Über die Gemeinschaft erzielen wir natürlich auch im Einkauf günstigere Preise - beim Pflanzeneinkauf zum Aufforsten schaffen wir zwischen 30.000 und 40.000 Pflanzen im Jahr an. Bei unserem Herbst-Einkauf erwerben wir Betriebsmittel."
Über die WWG Kärnten GmbH stehen den Rosentaler Waldbesitzern außerdem zwei Förster für individuelle Beratung zur Verfügung. Denn es gibt immer mehr "hofferne" Besitzer (z. B. durch Erbschaft), die bei der Bewirtschaftung Hilfe benötigen.

"Brotbaum" Fichte

Im Rosental ist die Fichte "unser Brotbaum", so Andrejcic. Den Wald bezeichnet er als gesund. Jedoch ließe sich der jährliche Holzeinschlag durch bessere Nutzung des Waldes durchaus steigern. "Man mäht ja auch das Gras, wenn es sein muss, so müsste man es auch mit den Bäumen machen." Er selbst ist immer noch regelmäßig im Wald anzutreffen, obwohl er den Betrieb schon seinem Sohn übergeben hat. 60 Hektar nennt er sein Eigen, davon 40 Hektar Wald.

Borkenkäfer größtes Problem

Andrejcic war übrigens 1998 der erste im Rosental, der seine Ernte mit einem Harvester durchführen ließ - eine wesentliche Arbeitserleichterung. Mittlerweile wird das Gerät in der Region regelmäßig eingesetzt.
Einfacher wird es für die Waldbesitzer im Rosental übrigens nicht. Neben Unsicherheiten bezüglich "Natura 2000" beschäftigt sie jährlich der Borkenkäfer. Die milden Winter in Verbindung mit immer heißeren Sommer begünstigen sein Überleben.

WWG Carnica Region Rosental

Gegründet wurde die WWG Carnica im Jahr 1997 mit 24 Mitgliedern. Heute gibt es rund 420 Mitglieder. Die meisten besitzen bis zu 50 Hektar Wald.
Das Gebiet der WWG Carnica umfasst die Rosental-Gemeinden, die Waldfläche beträgt rund 10.500 Hektar.

Ziele der WWG:

  • Leistungskraft des Waldes steigern

  • Aus- und Weiterbildung der Mitglieder fördern

  • Unterstützung bei Bewirtschaftung der Wälder

  • Organisation der Vermarktung der Forstprodukte

  • Organisation von Wareneinkauf zu Großabnehmerpreisen

  • Information bei Mitglieder-Stammtischen




Fakten zum Wald in Klagenfurt Stadt & Land


  • Der Waldanteil liegt im Bezirk bei 53 Prozent (47.345 Hektar) - das ist weniger als der Landesdurchschnitt (61 Prozent), doch mehr als der Bundesdurchschnitt (47 Prozent).

  • Eigentumsverhältnisse: Von der Gesamtwaldfläche entfallen 33.000 ha auf Kleinwald (unter 200 ha) und 14.000 ha auf Betriebe (mehr als 200 ha).

  • Baumarten: Fichte (55 %), Weißkiefer (16 %), Rotbuche (15 %), Lärche (4 %), Tanne (3 %), Eiche (1 %), sonstige Laubhölzer (6 %).

  • Schadholzmengen 2015: Von rund 64.000 fm Schadholz entfielen 40.000 fm auf Borkenkäfer, 14.000 fm auf Windwurf, 2.100 fm auf Schneebruch und 7.900 auf sonstige Schäden.

  • Schadholzmengen 2016: Von rund 99.264 fm Schadholz entfielen 53.500 fm auf Borkenkäfer, 15.000 fm auf Windwurf, 22.000 fm auf Schneebruch und 8.764 auf sonstige Schäden. Der plötzliche Wintereinbruch im April dürfte für die hohen Schneebruch-Mengen verantwortlich sein.

  • Trotzdem: Der jährliche Holzzuwachs im Bezirk ist fast doppelt so hoch wie die genutzte Holzmenge.

  • Die Waldfläche im Bezirk nimmt zu, vor allem dort, wo der Bestand ohnehin schon hoch ist: Von 1984 bis 2012 kamen 1.140 Hektar hinzu - am meisten in Zell (136 Hektar) und Feistritz (121 Hektar).




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