28.09.2014, 21:32 Uhr

Frauen als Priesterinnen?

Frauen- und Kinderpower: Eine Gruppe Mütter aus unserer Gemeinde bei einer Wanderung mit Kindern und Hund
Klagenfurt am Wörthersee: Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage | Das Priestertum für Frauen wird in den großen Kirchen unseres Landes immer wieder kontrovers diskutiert. Von christlichen Führern wird erwartet, dass sie "mit der Zeit gehen" und die kirchlichen Strukturen mitsamt den bislang unangetasteten Dogmen nach den Vorstellungen selbstbewusster, gleichberechtigter und sozial vielleicht eines Tages auch gleichgestellter Frauen abändern. Dabei fordern FrauensprecherInnen eigentlich, dass auch "Gott" sich ändert und quasi die Bibel für sie umschreibt. Denn Jesus hat laut den biblischen Berichten Frauen stet geehrt und ihnen sogar großartige Offenbarungen vermittelt. Es gab in der Urkirche Jüngerinnen und auch Prophetinnen. Doch ordinierte Jesus niemals eine Frau zum Priestertum, zur ApostelIN oder DiakonIN. Die Frauen halfen im christlichen Werk, kümmerten sich um die Armen, Kranken, um einander und auch um Missionsaufgaben - und diese Mithilfe war damals und ist heute wesentlich, um die Kirche aufzubauen.
Warum erhielten die Frauen laut den biblischen Berichten - und insbesondere auch gemäß dem Alten Testament - nicht das Priestertum? In unserer - zugegeben kleinen, aber eifrig diskutierenden - Gemeinschaft sprachen wir heute über dieses Thema. Unsere Kirche (Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage / Mormonen) ist ähnlich konservativ wie die Katholische Kirche, wenn nicht noch konservativer - aber trotzdem fühlen wir uns als Frauen hier wohl und gut aufgehoben. Wir sind dadurch, dass es fast in jeder Familie einen Priestertumsträger gibt, Teilhaberinnen und Mitarbeiterinnen des Priestertums. Da wir sehen, wie das Priestertum agiert und beratend und helfend an seinen Aufgaben mitwirken, kommt dieser Wunsch, selbst ebenfalls das Priestertum zu tragen, nur bei sehr wenigen Schwestern auf. Wir sind zufrieden mit unserer Aufgabe, Kinder in die Welt zu setzen und zu erziehen sowie soziale Hilfestellungen, Krankenbetreuung, Haushaltsführung usw. zu leisten, weil diese Leistungen in der Kirche sehr geschätzt werden. Wir glauben, dass wir Frauen vom Himmlischen Vater die Aufgabe/Berufung erhalten haben, Mitarbeiterinnen seines Schöpfungswerkes zu sein, nämlich durch unsere Fähigkeit, Kinder zur Welt zu bringen. Und tatsächlich spürt man als Frau, dass dies etwas sehr Ehrenvolles und ein erhebendes Erlebnis ist, das durch keinen Karrieresprung aufgewogen werden kann. Und wir können diese neugeborenen Kinder des Himmlischen Vaters lieben, umsorgen, erziehen und begleiten, was ganz nebenbei auch eine der wichtigsten Aufgaben der Gesellschaft überhaupt ist!
In unserer Kirche sind die Frauen eigens organisiert, wir "regieren uns selbst", haben Leiterinnen und Beratungen, Humor, Spaß und Gemeinschaft, und wir arbeiten als "Hilfsorganisation" mit dem Bischof zusammen. Wir sind keine stummen, untergeordneten Wesen - auch in der partnerschaftlichen Beziehung nicht. Warum Gott das Priestertum nur den Männern vorbehalten hat (bei uns allen "würdigen Männern", Laienpriestertum), wissen wir nicht, es wurde schlicht und einfach noch nicht offenbart. Doch akzeptieren wir es als Teil der Lehre des Alten und des Neuen Testaments - und (für Mormonen) auch der Wiederherstellung der Kirche in diesen Letzten Tagen.
Alexander Solschenitzyn hat überdies gesagt: "Es ist an der Zeit, dass wir uns weniger für die Rechte des Menschen einsetzen und mehr für dessen Pflichten." Das trifft vielleicht auch in dieser Frage den Punkt. Wir brauchen nicht nur "Frauenrechtlerinnen" und "Menschenrechtler", sondern auch "Frauenpflichtlerinnen" und "Menschenpflichtler".
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Tracy Hall Jr aus Klagenfurt | 29.09.2014 | 21:38   Melden
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