18.09.2014, 15:03 Uhr

"Ich habe nur den Plan A"

Otto Umlauft hat die Entscheidung, zu kandidieren, vor allem mit seiner Frau Marlis besprochen
Otto Umlauft will Bürgermeister werden. Ein Interview mit dem parteifreien Spitzenkandidaten auf der ÖVP-Liste.

KLAGENFURT. Auch zwei Tage nachdem bekannt ist, dass Otto Umlauft ins Rennen um den Bürgermeistersessel in Klagenfurt geht, fällt es schwer, sich ungestört mit ihm zu unterhalten. Fast minütlich läutet das Telefon - fast jeder Anrufer will gratulieren oder viel Glück wünschen.

Sie erhalten noch immer Reaktionen auf Ihre Kandidatur - wie fallen die aus?
Otto Umlauft: Sehr positiv. Jedenfalls die, die ich zugetragen bekomme. Also direkt hat mir noch niemand gesagt, dass das eine schlechte Entscheidung war. Ich gehe mit viel Enthusiasmus an diese Aufgabe.

Wissen Sie schon, wie Sie den Wahlkampf anlegen werden?
Wie genau, das weiß ich noch nicht, ich muss noch viel lernen. Aber ich werde viel mit den Leuten sprechen. Ich werde mir anhören, was die Klagenfurter zu sagen haben. Und auf jeden Fall werde ich viel Wert auf Sachpolitik legen - ich denke, momentan steht in Klagenfurt die Parteipolitik zu sehr im Vordergrund.

Sehen Sie es eher als Vorteil oder als Nachteil, dass Sie keine politische Vergangenheit haben?
Sowohl als auch. Einerseits bin ich unbefangen und kann die Dinge locker angehen - auch weil ich parteifrei bin. Andererseits kenne ich das politische Parkett noch nicht sehr gut - ich weiß nur, dass es sehr glatt sein kann.

Nervt es Sie eigentlich, dass Sie noch immer in erste Linie als Stadtrichter bekannt sind?
Ja, das nervt mich. Natürlich bin ich schon lange Stadtrichter - aber ich denke, es wird oft meine jahrzehntelange Tätigkeit als Unternehmer vergessen. Bei mir haben bis zu 180 Mitarbeiter Arbeit gefunden.

Apropos: Auch Altbürgermeister Leopold Guggenberger ist Stadtrichter. Haben Sie mit ihm über Ihre Kandidatur gesprochen?
Nein, das habe ich einzig und allein mit meiner Familie, vor allem mit meiner Frau, besprochen. Aber mit Guggi habe ich ein freundschaftliches Verhältnis.

Wenn Sie nicht Bürgermeister werden - werden Sie trotzdem im Gemeinderat oder im Stadtsenat sitzen?
Diese Frage stellt sich für mich überhaupt nicht. Ich habe nur den Plan A. Was passiert, wenn ich die Wahl nicht gewinne, entscheide ich, wenn der Fall eintreten sollte. Das ist auch besser so - solche Überlegungen würden nur meinen Enthusiasmus bremsen. Ich gehe jetzt einmal davon aus, dass ich Bürgermeister werde.

Was wollen Sie besser machen als Stadtrat Peter Steinkellner?
Da will ich mich nicht messen, ich bin ja parteifrei. Ich will aber eine Struktur schaffen, in der jeder jeden achtet, in der man einander nicht neidig ist. Und ich möchte mich ganz intensiv sachpolitischen Themen widmen.

Was sind da Ihre vorrangigen Ziele?
Ich finde, wir sollten alles daransetzen, den Flughafen zu erhalten. Wir müssen die Voraussetzung schaffen, dass er sich von selbst trägt - ein Flughafen sollte nicht von der öffentlichen Hand am Leben erhalten werden müssen. Aber ich muss mir alles genauer ansehen, dann kann ich entscheiden, welche Themen die wichtigsten sind.

Wo sehen Sie das Potential von Klagenfurt?
Klagenfurt hat ein riesiges, unerhörtes Potential. Die Stadt befindet sich in einer der schönsten Regionen Österreichs, direkt am Schnittpunkt von drei Kulturen. Das sollte man nutzen und die Stadt als Ort der Begegnung positionieren.

Angenommen, der Wahlkampf wird schmutzig - wo werden Ihre politischen Gegner ansetzen?
Das wäre ja komisch, wenn ich das verraten würde, oder? (lacht) Nein, im Ernst, ich habe ein reines Gewissen. Ich wüsste wirklich nicht, wo. Aber ich würde es sehr begrüßen, wenn der Wahlkampf fair abläuft. Und wenn das nicht der Fall ist, dann ist es nötig, dass wir den Beweis liefern, dass es auch anders ablaufen kann.

Zur Person

Name: Otto Umlauft
Alter: 64 Jahre
Familie: Verheiratet mit Marlis, zwei Söhne: Stefan und Hannes
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