13.08.2016, 00:00 Uhr

Katze auf dem Schoß und Buch in der Hand

Helmut Zechner. Der 47-jährige Unternehmer spricht mit der WOCHE über die Herausforderungen im Buchhandel

Heyn-Geschäftsführer Helmut Zechner über Katzen als Testimonials und die Zukunft des Buchs.

KLAGENFURT. Die WOCHE traf Helmut Zechner, Geschäftsführer der Buchhandlung Heyn, zum Gespräch. Der 47-Jährige sprach über die Herausforderungen des Buchhandels und warum Katzen die Testimonials des Geschäfts sind.

WOCHE: Warum gibt es Katzen in Ihrer Buchhandlung?
Zechner:
Wir haben gemeinsam mit einer Agentur nach einem Maskottchen gesucht. Das Bild der Katze auf dem Schoß, das Buch in der Hand und daneben ein gutes Glas Wein hat mir gefallen. Vor vier Jahren habe ich mich dann auf die Suche nach zwei Katzen gemacht. Ich bin in einem Tierheim in Osttirol fündig geworden. Ich musste die Katzenhalterin am Telefon fast eine Stunde von meiner Idee überzeugen. Danach haben wir die Buchhandlung katzengerecht umgebaut. Sie haben fast 300 Quadratmeter Auslauf und ihnen geht es sehr gut. Alleine, dass Sie mich nach den Katzen fragen, zeigt, dass das Konzept stimmig ist.
WOCHE: Wie kann man als Buchhandlung gegen die großen internationalen Onlinehändler bestehen?
Zechner:
Wir sehen den Kunden als Gast. Die Kunden erwarten sich freundliche Mitarbeiter und eine kompetente Beratung. Zusätzlich können wir ein Erlebnis bieten, was es online nicht gibt. Die Kunden können sich gegenseitig über Bücher austauschen, es ist quasi ein realer Blog. Der Preis spielt eine untergeordnete Rolle – die Kunden schätzen das Service. Wir können jedes Buch innerhalb von 48 Stunden liefern, dabei stehen wir den großen Internetanbietern um nichts nach.
WOCHE: Viele Leute scheuen sich davor im Netz Kontodaten oder Kreditkartennummern bekannt zu geben. Wie viele Kunden holen sich Bücher im Geschäft ab?
Zechner:
Fast 37 Prozent unserer Onlinekunden kommen ins Geschäft. Der Rest lässt sich die Bücher liefern und bezahlt online. Wir liefern portofrei.
WOCHE: Welche Rolle spielt die Laufkundschaft in Ihrem Geschäft?
Zechner:
Die Laufkundschaft ist für uns sehr wichtig, schließlich muss ich 22 Mitarbeiter beschäftigen. Wir haben im Sommer sehr viele Touristen, die zu uns kommen. Es ist sehr schön zu sehen, wenn es zu einem fachlichen Austausch zwischen den Stammkunden und den Touristen kommt. Das ist auch ein Alleinstellungsmerkmal einer realen Buchhandlung.
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