23.01.2012, 10:24 Uhr

Kulturstadt Klagenfurt

music around the world: "The Talltones" in Minimundus. Fotos aus dem Kulturraum Klagenfurt auf kulturraum-klagenfurt.at (Foto: isi)
Kulturreferent Albert Gunzer und Kulturabteilungsleiterin Manuela Tertschnig bilanzieren das Jahr 2011 aus der Sicht der Kultur und blicken voraus auf 2012.

2011 war für Kulturreferent Vzbgm. Albert Gunzer ein äußerst erfolgreiches Kulturjahr: „Bei leicht gekürztem Budget konnten das breite Spektrum und das hohe Niveau der Kultur in Klagenfurt beibehalten, das Kulturgeschehen im öffentlichen Raum erweitert und die kulturellen Aktivitäten mit zukunftsweisenden Akzenten ergänzt werden", fasst er zusammen.
Als besonders zukunftsweisend ist für Gunzer vor allem die Ansiedlung der Kreativwirtschaft in Klagenfurt mit dem Pilotprojekt Hafen11: "Kreativwirtschaft ist der am stärksten wachsende Wirtschaftszweig und hat großes Potential für die Stadtentwicklung, das wollen wir auch für Klagenfurt nutzen. Die Stadt fördert damit die Vernetzung von Wirtschaft und Kultur und unterstützt zugleich Kleinunternehmer aus dem kreativen Bereich. Ein größer dimensioniertes Folgeprojekt ist angedacht.“

Stipendienstadt
Neue Wege geht Klagenfurt in der Kulturförderung mit der Vergabe von Stipendien wie dem Stadtschreiber-, dem Paris- und dem Smartno Stipendium. Ermittelt werden die PreisträgerInnen und StipendiatInnen mittels Ausschreibungen und Wettbewerben. Weiters wurden die Vergabemodalitäten durch die Einbeziehung von Jurys transparenter gemacht.
Das gemeinsame Werk der Stadtschreiber der Jahre 2009 und 2010 wurde im Dezember im Verlag Heyn veröffentlicht: "Crashkurs Klagenfurt. Poesie und Propaganda" von Karsten Krampitz & Peter Wawerzinek (Edition Meerauge, www.edition-meerauge.at).

Theaterstadt
Große Erfolge waren 2011 im Theatergeschehen zu verzeichnen und Klagenfurter KünstlerInnen wie auch Stücke des "theaterHALLE 11" fanden überregionale Anerkennung. Für die Produktionen "Nein Naus" und Instant Homes Stories erhielt das "klagenfurter ensemble" rund um Ensemble und theater Halle 11-Leiter Gerhard Lehner Anerkennungsprämien des Bundestheaterausschusses. Felix Strassers "Nein Naus" ist aufgrund der großen Nachfrage ab 22. Februar als Wiederaufnahme in der Halle 11 zu sehen.

Die Auszeichnungen im Rahmen des Nestroy-Preises machten auf Klagenfurt im gesamten deutschsprachigen Raum aufmerksam: der Nestroy-Theaterpreis in der Kategorie "Beste Bundesländer-Aufführung" sowie die Nominierung in der Kategorie "Beste Regie" für Bernd Liepold-Mosser bzw. seine Bearbeitung und Inszenierung von Franz Kafkas "Amerika" mit der Musik von Naked Lunch im Stadttheater Klagenfurt.

Dem Theaterexperiment soll künftig mehr Platz eingeräumt werden, deshalb stellt die Stadt mehr Raum für die darstellende Kunst zur Verfügung: Im Stadthaus ist eine Studiobühne des Stadttheaters geplant, die unter dem neuen Intendanten Florian Scholz (ab Herbst) bespielt werden soll.
Außerdem eröffnen die Betreiber des Kleinsten Theaters der Welt (Kremlhoftheater in Villach), der Verein VADA (Verein zur Anregung des dramatischen Appetits, www.vada.cc), das Theater "Just" im Klagenfurter Goethepark.

„Kultur dient nicht zur Behübschung von Innenräumen, sondern soll vermehrt im öffentlichen Raum stattfinden. Das trägt wesentlich zur Interaktion und zur Belebung der Stadt bei, wie das Echo auf unsere Veranstaltungen zeigt. Diese Linie wollen wir 2012 beibehalten und weiter ausbauen. Dazu gehören neben der Positionierung Klagenfurts als Literaturhauptstadt auch die Förderung der jungen, experimentellen Kunst und Kultur sowie der Tanz, zwei ganz persönliche Anliegen von mir. Hier setze ich starke Hoffnung auf Florian Scholz und die Verankerung des zeitgenössischen Tanzes im neuen Theaterprogramm“, blickt Kulturabteilungs-Leiterin Manuela Tertschnig zurück und gleichzeitig voraus.

Literaturstadt
Positiv bilanziert auch das Robert-Musil-Literatur-Museum: Doppelt so viele Besucher wie in den Vorjahren verzeichnete Musilmuseumsleiter Heimo Strempfl. Das erweiterte und mit neuer Fassadengestaltung von Jef Aérosol versehene Geburtshaus des Schriftstellers lockt mit Dauerinstallationen über Robert Musil, Ingeborg Bachmann und Christine Lavant und ist Treffpunkt für Literaturfreunde aus aller Welt.
Der vom Musilhaus organisierte „Klagenfurter Literaturkurs“ wird immer mehr zur Plattform für spätere Preisträger. Mit dem erstmals verliehenen Gert Jonke Literaturpreis (Alois Hotschnig) und neuen Literaturveranstaltungen wie „Gute Geschichten“, „Poetry Slam“ und dem bereits arrivierten „Kelag erlesen“ ist das Museum Zentrum und Förderer zeitgenössischer und junger, experimenteller Literatur.

Im Jahr der Bachmannpreisvergabe an die Klagenfurter Autorin Maja Haderlap hat die Stadt Klagenfurt mit dem dreisprachigen open-air Lesefestival „lesePlatz / branje na trgu / spazzio lettura Klagenfurt“ ein weiteres Signal in Richtung Literaturstadt gesetzt. Auf drei Bühnen in der Innenstadt lasen 25 Autoren aus dem Alpen-Adria-Raum und zahlreiche Nachwuchsliteraten bei regem Publikumsinteresse. Umrahmt wurde das Literaturfest durch Street-Art-Performance von "streetlife MAD" (die am 20. Februar im thaterHalle 11 ihr abendfüllendes Performancetheater präsentieren) und Musik. Die Fortsetzung dieser kulturRaum-Kooperation mit dem Robert-Musil-Literatur-Museum wird derzeit erarbeitet.
Die Präsenz der Literatur im öffentlichen Stadtraum wird auch in Zukunft erhöht; eine neue Literatur.open.air-Reihe des kulturRaum Klagenfurt folgt ebenfalls 2012.

Ausstellungsstadt
Die von der Stadt betriebenen Galerien Klagenfurts waren mit mehr als 22.000 Besuchern erneut Publikumsmagneten: bei vier Großausstellungen in der Stadtgalerie, sieben Ausstellungen mit liveARTperformance im Living Studio und fünf Ausstellungen in der Alpen-Adria-Galerie.
Die Stadtgalerie Klagenfurt war im Sommer der einzige Ort in Österreich, der die große Schau „Markus Lüpertz – Sagenhaft“ zum 70. Geburtstag dieses großen, internationalen Künstlers zeigte; auch die noch laufende Winterausstellung „Worpsweder Meister – Brillante Maler aus dem Teufelsmoor“ ist eine Präsentation, die österreichweit nur in der Stadtgalerie Klagenfurt zu sehen ist.
Im Living Studio der Stadtgalerie wurden bei sieben Ausstellungen 5.113 Besucher gezählt. Ein Höhepunkt war die Fotoausstellung „Marco Longari – Tahrir Square“ mit Live-Video-Schaltung nach Libyen, mitten ins aktuelle Geschehen und die dortige Umbruchsstimmung.
Mit der Miles Davis-Ausstellung mit 3.800 Besuchern gelang der Alpen-Adria-Galerie ein Sommerhighlight: der Jazzmusiker als Maler und Zeichner.

Rund ums Ausstellungsprogramm wurden Sonderveranstaltungen wie KulTourGenuss, Kunstfrühstücke, Spezialführungen, Kinder- und Seniorenworkshop und Vorträge angeboten. Knapp 2.000 Personen nutzten diese Zusatzangebote.

Im erweiterten Bergbaumuseum fand im Jahre 2011 neben den Dauerausstellungen über Erdgeschichte, Bergbau, Mineralogie und Paläontologie die Ausstellung "Mit der Wünschelrute ins 21. Jahrhundert" statt. Ein vielfältiges Veranstaltungsprogramm prägte das Kulturgeschehen im Bergbaumuseum.

Musikstadt
Anlässlich des 100. Todestages von Gustav Mahler kamen 2011 rund 3.000 Musikfreunde ins kleine Komponierhäuschen bei Maiernigg. Sowohl die Sonderschau zum Todestag des Komponisten von Weltrang wie diverse Veranstaltungen waren große Erfolge. Die Kooperation mit dem Musikforum Viktring hat sich für das Gustav-Mahler Komponierhäuschen erfolgreich zu Buche geschlagen.
Publikumshits waren weiters die Veranstaltungen der Volkskultur im Landhaushof und im Burghof. An die 5.000 Besucher wurden bei Blasmusikkonzerten, Singen, Tanzen und Musizieren sowie dem internationalen Fest der Volkskultur gezählt.

Kultur im öffentlichen Raum-Stadt
Sehr erfolgreich liefen die Veranstaltungen des kulturRaum Klagenfurt: Highlights wie "music around the world" in Minimundus, "music.pic.nic", "Südseit’n festival" und "Südseit’n blues nights", "lesePLATZ Klagenfurt", "Literatur after work", "Bachmann-, Jonke- und Handke erfahren", "KulTourGenuss", "Tatort Loretto", "kulturRaum spontan", "Chillout im Schloss" uvm. in Kooperation mit diversen Partnern belebten den öffentlichen Raum und erfreuten sich bester Besucherfrequenz und werden dies auch 2012 tun.

Der vom kulturRaum betriebene Klagenfurter Kulturserver (www.kulturraum-klagenfurt.at) mauserte sich zum vielgeklickten Informationsmedium der kulturbegeisterten Bewohner und Gäste. Das laufende Kulturgeschehen der Landeshauptstadt Klagenfurt sowie Kulturnews, Infos und viele Links zum Klagenfurter, überregionalen und internationalen Kulturleben sind hier tagesaktuell abrufbar.


Zusammenfassung von Stadtpresse Klagenfurt und CHL
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