03.05.2018, 04:30 Uhr

Magische Momente mit Hühnern

Heidrun Pusch und Martin Sadounik: das Team von "respekTIERt" (Foto: respektiert.at)

Heidrun Pusch und Martin Sadounik trainieren Hühner zu Therapiehühnern.

EBENTHAL (chl). "Ich bin sozusagen mit Hühnern aufgewachsen. An meinem Schulweg in Viktring lag eine Hühnerfarm und mich haben die Tiere begeistert. Sie sind mit mir auf der Fahrradstange mitgefahren und haben mich auch nach Hause begleitet", beschreibt Tiertrainer und Therapeut Martin Sadounik seinen Bezug zum Huhn und damit den Ursprung seiner Idee, Hühner zu Therapiehühnern zu trainieren.
Die Idee entwickelt und umgesetzt hat Sadounik gemeinsam mit seiner Partnerin Heidrun Pusch. Kennengelernt haben sich die Niederösterreicherin und der Kärntner in Wien während der Ausbildung zum Tiertrainer an der Veterinärmedizinischen Universität. Sadounik maturierte am Musikgymnasium Viktring, entschied sich dann für die Tierpflegerausbildung im Tierheim Klagenfurt. Pusch arbeitete davor als Krankenschwester.

Fair zu Mensch und Tier

"2011 besuchte ich die Therapieteam-Ausbildung bei ,Tiere helfen Leben’ mit unseren trainierten Hühnern und bin seither mit ihnen im Einsatz in verschiedenen sozialen Einrichtungen", vervollständigt Sadounik seinen Werdegang. Gemeinsam gründeten die beiden Tierschützer die Initiative "respekTIERt" und bietet Hundeschule, tiergenützte Interventionen, Tierschutz-Workshops und diverse weitere Seminare an. "respektiert steht für modernes Tiertraining und fairen Umgang mit Mensch und Tier", betont Pusch.
!Bei verschiedenen Praktika in Deutschland und Österreich habe ich mein Wissen rund ums Tiertraining vertieft, sowie die Haltung und Pflege von verschiedenen Tierarten. Da mir Aufklärung und Wissensvermittlung an Kinder und Jugendliche sehr am Herzen liegen, habe ich außerdem die Ausbildung zur Tierschutzreferentin vom Verein ,Tierschutz macht Schule’ absolviert", ergänzt Pusch ihren Ausbildungsweg.

Einzigartig: Therapiehühner

Therapiehühner sind übrigens einzigartig in Österreich. "Ein Huhn ist zwar domestitziert, hat aber den Kern des Wildtieres in sich", erklärt Sadounik die Voraussetzung, ein Huhn trainieren zu können. Und, ergänzt er: "Das Huhn will, im Gegensatz zum Huhn nicht gefallen und ist auch kein Kuscheltier."
Einsatzorte der Therapiehühner sind in erster Linie Altersheime und Schulen. Ziele der tiergestützten Therapie sind die Förderung der körperlichen und geistigen Mobilität. "Es wird viel gelacht in unseren Therapieeinheiten. Das ist sehr wesentlich dafür, dass sich eine Stimmungsänderung unserer Klienten einstellt. Im Idealfall kann das Ergebnis sogar bis zu einer Medikamentenreduzierung führen. Besonders bei nicht-aktiven Klienten passieren oft von den Hühnern hervorgerufene magische Momente", erklärt Sadounik. Zu den Kunden zählt etwa die Lebenshilfe in Schwarz in Ebenthal.

Hundeschule

Neben Hühnern trainieren Sadounik und Pusch auch Hunde. "Wir arbeiten ausschließlich über positive Verstärkung, also ohne Schreck- und Straf-Konditionierung oder andere aversive Methoden", erklärt Pusch die Philosophie ihrer Hundeschule.
"Man kann jedes Tier trainieren", versichert Sadounik. "Auch eine Gelse", scherzt er. "Trainier das Tier" heißt dementsprechend ein Workshop, den die beiden im September am Melcherhof in Grafenstein anbieten, wo die Teilnehmer aus den Tieren am Hof wählen können, welches sie gerne trainieren wollen. Mehr Infos dazu: respektiert.at
Sadounik geht übrigens auch als Musiker ungewöhnliche Wege und macht mit seiner Formation "Die Unvollendeten" Weltmusik der außergewöhnlichen Art. Aktuell arbeiten die Musiker an den Stücken fürs zweite Album,  und der Akkordeonist Sadounik so nebenher an seiner ersten Solo-CD.
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