29.09.2017, 09:30 Uhr

MIT VIDEO: Der Klagenfurter Wein im Hang

Horst Wild ist einer von sieben Stadtwinzern, die auf der Seewiese Klagenfurter Wein anbauen (Foto: Polzer)

Seit 2003 produzieren die Stadtwinzer edle Tropfen, die sich mit den Großen der Branche messen können.

KLAGENFURT (vep). Vom Chardonnay und Riesling bis zum Merlot und Zweigelt – verschiedenste Trauben wachsen auf der rund halben Hektar großen Seewiese oberhalb des Plattenwirts mit Aussicht auf den Wörthersee. Seit dem Jahr 2003 hat der Weinbauverein Vinum Carinthiae das Hangstück der Stadt Klagenfurt gepachtet, auf dem Subpächter – allesamt Hobbywinzer – Wein anbauen. Der Ernteertrag liegt pro Jahr bei durchschnittlich 2.500 bis 2.700 Flaschen. "Jeder Subpächter hat sein Areal mit Rebstöcken, für die er verantwortlich ist. Von der Rebpflege über die Ernte bis zur Weinproduktion", erzählt Horst Wild, der gemeinsam mit Roland Pulsinger, Helmut Unterkofler und Kurt Knoltsch einer der ersten Subpächter war und zudem Präsident des Weinbauverbandes Kärnten ist.
Wild hat auf der Seewiese 340 Reben – Merlot und Zweigelt –, aus denen er jährlich 350 bis 370 Flaschen Wein produzieren kann. "Eine Rebe ergibt ca. einen Liter Wein", so Wild.
Lediglich den Pflanzenschutz und das Mähen der Wiese machen die derzeit sieben Subpächter, zu den genannten gesellen sich noch René Oberleitner, Wolfgang Kulterer und Robert Passegger, gemeinsam.



Geerntet wird der Wein per Hand. Dann werden die Trauben gerebelt. "Weißwein wird gleich gepresst. Erst der reine klare Saft wird vergoren. Beim Rotwein vergärt die Maische, erst dann wird gepresst. Sonst hätte er auch nicht die rote Farbe", sagt Wild.
Zehn Prozent des Weins müssen die Winzer an die Stadt abführen. "Das ist der Pachtzehent", so Wild, "die zweite Auflage, um hier ein Subpächter werden zu können: Wer drei Jahre lang hier keinen staatlich geprüften Wein zusammenbringt, muss wieder gehen." Alle Weine, die hier auf der Seewiese angebaut werden, sind staatlich geprüfte Qualitätsweine.


95 Stunden pro Jahr

Insgesamt verbringt Wild 90 bis 95 Stunden pro Jahr im Weingarten. "Wir führen ein Tagebuch, deshalb weiß ich das so genau", schmunzelt er. "Samt der zusätzlichen Weinverarbeitung, dem Abfüllen und Etikettieren verbringt der Weinbauverbands-Präsident durchschnittlich zwei bis zweieinhalb Stunden pro Woche mit seinem Hobby.


Junger Wein ab März '18

Der heurige Jahrgang wird bald reif sein. Wann es so weit ist, erkennt Wild am Zuckergehalt, aber auch an der physiologischen Reife. "Die ist erreicht, wenn die Kerne braun sind", informiert Wild. Ab Mitte/Ende März 2018 ist der fertige Wein dann bereit zum Trinken. "Erhältlich ist der Wein bei den Winzern, über die Website, aber in Klagenfurt z. B. auch bei Delikatessen Jäger", sagt Wild.
Die Stadtwinzer sind Mitglieder des Weinbauverbandes Kärnten, der derzeit rund 190 Mitglieder zählt, die in Kärnten Wein auf mittlerweile rund 130 Hektar anbauen.
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