12.12.2017, 11:17 Uhr

Schlimmer Föhnsturm in Kärnten: Es wird aufgeräumt

Schlimm: Das Föhnsturm-Einsatzgebiet Eisenkappel (Foto: LPD/Erich Varh)

Föhnsturm "Yves" richtete schlimme Schäden an - vor allem in Unterkärnten. Ein Überblick.

KÄRNTEN. Abgedeckte und schwer beschädigte Dächer, Bäume über Straßen, verwüstete Wälder, massive Regenfälle, Stromausfälle: Das ist eine kleine Bilanz der Föhnsturm-Ereignisse von Montagabend und -nacht. Besonders betroffen sind die Bezirke Völkermarkt und Klagenfurt Land. In der Gemeinde Bad Eisenkappel galt ab 4.30 Uhr Zivilschutzalarm (mehr dazu hier - Link). WOCHE-Redakteurin Kristina Orasche saß in ihrem Heimatort Vellach fest und berichtete darüber (Link). Das Bundesheer wurde angefordert.

Die Stadtgemeinde Ferlach war erst in der Früh wieder erreichbar, Zell-Pfarre erst am Nachmittag, ebenso der Loibltunnel (mehr dazu - hier). Auch die Villacher Alpenstraße musste gesperrt werden (mehr dazu - Link), außerdem kam es zu Hochwasser der Gail bei Villach. Die zuständigen Abteilungen in der Landesregierung koordinieren ihre Maßnahmen. Auch die Schadenserhebungen laufen. 

KAT-Züge im Einsatz

Aus Bad Eisenkappel wird vermeldet, dass das Kurzentrum - wenn notwendig - 50 Betten für Übernachtungen zur Verfügung stellt. In der Völkermarkter Gemeinde sei es aber zu keinen Personenschäden gekommen. Zentral sei laut LH Peter Kaiser (Katastrophenschutz-Referent), dass die Stromversorgung wiederhergestellt wird. 
Der KAT-Zug 5 aus dem Bezirk Wolfsberg ist in Völkermarkt im Einsatz, der KAT-Zug 4 aus Feldkirchen und St. Veit wurde auch für den Einsatz in Völkermarkt aktiviert. Die Villacher Pioniere halten sich bereit. Laut Feuerwehr stehen und standen ca. 1.565 Personen und 106 Wehren im Einsatz, es wurden rund 600 Einsätze gemeldet. Bad Eisenkappel war gegen 16 Uhr wieder erreichbar.

Video der aktuellen Situation in Eisenkappel-Vellach

Schäden werden eingeschätzt

Die Einschätzung der Schäden gestaltet sich laut Forst-Landesrat Christian Benger schwierig, denn oft sind Zufahrten noch versperrt. "Auf den ersten Blick sind keine großflächigen Schäden in den Wäldern entstanden", so Benger. Das gesamte Gebiet ist jedoch noch nicht beflogen worden - das sei aber entscheidend für weitere Maßnahmen. 
Wenn die Schadholz-Menge feststeht, wird auch das Nothilfswerk aktiv, das bis zu 30 Prozent an Unterstützung für Schäden liefern kann.  
Auch Experten der Umweltabteilung sind im Einsatz und betreiben Hochwasser-Monitoring. Klar ist mittlerweile: Die Seeberg Straße (B82) zwischen Bad Vellach und dem Seebergsattel wird aufgrund von starken Fahrbahnschäden vermutlich längere Zeit gesperrt bleiben.

Haushalte ohne Strom

Um 16.30 Uhr waren noch rund 5.000 Haushalte ohne Strom - vor allem im Raum Eisenkappel, im Rosental und in den Karawanken. Die Monteure der KNG-Kärnten Netz GmbH reparieren die Schäden am Stromnetz, rund 150 Mitarbeiten standen und stehen dafür im Einsatz. 

Wieder Gefahr durch Schnee

Für die Nacht auf Mittwoch ist in den betroffenen Gebieten Schneefall prognostiziert - fünf bis zehn Zentimeter. Völkermarkts Bezirkshauptmann Gert-Andre Klösch warnt daher: "Seien Sie sich bitte bewusst, dass - durch den Schnee noch verstärkt - von den umgestürzten Bäumen, Beschädigungen an Gebäuden oder Stromleitungen massive Gefahren ausgehen können und seien Sie besonders vorsichtig." Er appelliert an die Eigenverantwortung. Aus den Einsatzorganisationen soll eine Eingreiftruppe zur Beurteilung der Gefahr gebildet werden. 

Informationen der Koordinatoren von Dienstagnachmittag

Am Dienstagnachmittag fand dann eine erneute Sitzung des Landeskoordinationsausschusses in der Landesalarm- und Warnzentrale statt. Es wird berichtet, dass die Schulen in Zell und Bad Eisenkappel sowie Ebriach auch morgen, Mittwoch, noch geschlossen bleiben. Laut Klösch sind Verkehrswege in Völkermarkt frei - Ausnahmen bilden die Zufahrten nach Ebriach und Leppen. Der Zivilschutzalarm wurde nun aufgehoben. 
Zwei Einsatztruppen der Feuerwehr werden über Nacht die geräumten Straßen von möglicherweise nachbrechenden Bäumen befreien und ein Black Hawk-Hubschrauber des Bundesheeres wird morgen umgestürzte Strommasten neu setzen. Aus einer Möbelfabrik in Sittersdorf wird das Versorgungszentrum für die Einsatzkräfte. 

Schule in Zell ohne Strom

Klagenfurt Lands Bezirkshauptmann Johannes Leitner informierte, dass die Volksschule in Zell-Pfarre morgen noch geschlossen bleibt, weil es keinen Strom gibt. Alle Ortschaften im Bezirk sind aber wieder erreichbar, der Landesgeologe ist mit dem Hubschrauber des Innenministeriums unterwegs. 

Das Bundesheer steht ebenfalls zur Verfügung: Bereit sind rund 170 Pioniere, 23 Baupioniere und etwa 260 Soldaten.
 

1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
1
2
Diesen Mitgliedern gefällt das:
1 Kommentarausblenden
6.576
Sonja Nöhmer aus St. Veit | 12.12.2017 | 21:27   Melden
Schon dabei? Hier anmelden!
Schreiben Sie einen Kommentar zum Beitrag:
Spam und Eigenwerbung sind nicht gestattet.
Mehr dazu in unserem Verhaltenskodex.