27.06.2017, 16:00 Uhr

Sie schützen unsere Gewässer!

Hier wird eine Ölsperre eingerichtet (Foto: KK)

94 Schiffsführer und 22 Feuerwehrtaucher bilden den Wasserdienst im Bezirksfeuerwehrkommando. Nicht nur Sucheinsätze gehören zu ihren Aufgaben.

KLAGENFURT LAND (vp). Das Sachgebiet Wasserdienst hat im Bezirksfeuerwehrkommando Klagenfurt Land einen hohen Stellenwert. Mit zehn Einsatzbooten, 94 Schiffsführern und 22 Feuerwehrtauchern sorgen die Kameraden im Bezirk für Sicherheit. Für den Wasserdienst verantwortlich ist Robert Koban von der FF Krumpendorf, die der Wasserdienst-Stützpunkt im Bezirk ist. "Unser großes Ziel ist, unsere Gewässer zu schützen", fasst er alle Aufgaben zusammen. Dazu gehören z. B. Umweltschutz (etwa durch Ölsperren), Such- und Rettungsaktionen oder Hilfsdienste für verunglückte Wasserfahrzeuge.

Zu Wasser und zu Land

Im letzten Jahr wurden die Kameraden etwa zu Suchaktionen im Villacher Silbersee, Wörthersee und im Ratzteich oder zur Bootsbergung in Töschling gerufen. Besonders aufwändig war der heurige Sucheinsatz nach dem Bootsunfall bei Maria Wörth. "Da haben wir 1,1 Kilometer Grundleinen verlegen müssen, um die Suchfelder abzustecken", so Koban.
Selbst, wenn auf der Straße etwas passiert, könnte der Wasserdienst gerufen werden. Etwa, wenn bei einem Unfall Flüssigkeit austritt, die gebunden werden muss, um einen nahen Bach nicht zu verunreinigen.

"Junger" Tauchdienst

Einen geregelten Tauchdienst in den Bezirken gibt es überhaupt erst seit den 90er-Jahren, nachdem die Ausbildung in den Bezirken durch die Landesfeuerwehrschule 1989 anerkannt wurde. Bis 1984 gab es vereinzelte Tauchdienst-Versuche, in den 80ern gründete der damalige Bezirkskommandant Hans Koch die Bezirkstauchgruppe. Koban: "Für Fälle von Ölaustritt hatte man nämlich kaum Mittel, um sie zu beherrschen. Der erste Wasserdienst-Beauftragte war dann der heutige Bezirkskommandant Gerfried Bürger."

Viele Übungsstunden

Komplette Tauch-Neulinge können den Weg dieser Spezialisierung ebenso einschlagen wie Tauch-Geübte. "Bei der Ausbildung fangen wir ganz von vorne an, auch um das Zusammengehörigkeitsgefühl zu stärken", sagt der Tauchlehrer der Landesfeuerwehrschule. Dieses sei auch deshalb sehr wichtig, weil man oft Dinge erlebe, die schwer zu verkraften sind. Koban: "Es ist ehrlich gesagt selten eine Rettung in Aussicht, wenn wir gerufen werden. Es geht um die Bergung." Die komplette Ausbildung zum Feuerwehr-Taucher dauert vier Jahre.
Über die Landesfeuerwehrschule habe sich auf dem Ausbildungssektor viel getan, auch bei den Bootsführern. "Der Schein allein genügt nicht, ständige Übung ist wichtig. Schließlich muss man mit oft schwierigen Wetterverhältnissen umgehen können." 782 Übungstauchgänge im Jahr 2016 zeigen auch im Tauchdienst deutlich, wie wichtig ständige Weiterbildung ist. Geübt wird das ganze Jahr über. "Wir können uns schließlich nicht aussuchen, zu welcher Jahreszeit wir gerufen werden."

Wichtig: Der Tauchdienst entbindet einen Kameraden nicht vom "normalen" Feuerwehrdienst. Seit dem Jahr 2000 müssen vor der Tauch-Ausbildung die Grundlehrgänge unbedingt absolviert werden.

Das leistet der Wasserdienst!

Die Bilanz 2016 - Tauch- und Bootsdienst:
- 3.439 Mannschaftsstunden (Tauchdienst: 2.345; Bootsdienst: 1.094)
- Bootsdienst: 117 Übungen mit 211 Bootsstunden; 51 Einsätze mit 154 Bootsstunden
- Tauchdienst: 782 Übungstauchgänge mit 528 Unterwasser-Stunden; 18 Einsätze mit 42 Unterwasser-Stunden

- Im Bezirk gibt es zehn Einsatzboote, 94 Schiffsführer und 22 Feuerwehrtaucher.
- Über Einsatzboote verfügen die Wehren Krumpendorf (2), Töschling (2), Pritschitz, Reifnitz, Ferlach, Kirschentheuer, Feistritz und Grafenstein.


Mehr Beiträge im Rahmen unseres Schwerpunktes "Leben mit Wasser": www.meinbezirk.at/leben-mit-wasser

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