29.11.2016, 19:00 Uhr

Tolles Maturaprojekt: Schülerinnen nähen für Sternenkinder

Als WIMO-Maturaprojekt haben sich Arnela Beganovic (l.) und Esma Öztürk ein besonderes Projekt ausgesucht: Steckkissen für Sternenkinder

WIMO-Schülerinnen sprechen mit ihrem Maturaprojekt ein Tabuthema an. Steckkissen-Initiative soll weitergehen.

KLAGENFURT (vp). Im Ministerrat wurde kürzlich die Beurkundung von Sternenkindern beschlossen. Das sind Kinder, die vor, während oder kurz nach der Geburt versterben. Bisher wurden jene, die vor der Geburt sterben und unter 500 Gramm Gewicht haben, weder registriert noch gemeldet.
Dieses Thema ist immer noch ein Tabuthema in der Gesellschaft. Ungewöhnlich, dass sich gerade junge Frauen damit beschäftigen - wie Esma Öztürk und Arnela Beganovic, Schülerinnen der Klasse 5 AHM an der WIMO.

Um die 350 Steckkissen

Im Rahmen ihres Maturaprojektes stellen sie Steckkissen, Erinnerungsstücke und Hemdchen für Sternenkinder in vier verschiedenen Größen her. Nicht alleine, sie konnten alle sieben Mode-Klassen zum Mitmachen bewegen. In 21 Werkstätten-Gruppen entstanden so im Rahmen des Unterrichts rund 350 Steckkissen, die schließlich den Krankenhäusern zur Verfügung gestellt werden. "Viele Betroffene wissen gar nicht, dass es diese Kissen in den Krankenhäusern gibt", so die Schülerinnen, die damit einen liebevollen und bewussten Abschied vom Baby ermöglichen wollen. "Und eine greifbare Erinnerung."

Unterschiedliche Reaktionen

Im Vorfeld der Arbeitsgruppen haben sie in den teilnehmenden Klassen das Thema präsentiert. Klassenvorstand Isabella Kerth: "Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Das Thema ist unangenehm. Aber es ist sehr wichtig, gerade Mädchen in diesem Alter zu sensibilisieren - ihnen zu zeigen, wie viele Frauen gerne ein Baby hätten, es aber verlieren."
"Das regt zum Nachdenken an", so Arnela. "Eine Abtreibung muss nicht immer die erste Lösung sein. In unserer Präsentation haben wir etwa auch die Möglichkeit der Baby-Klappe beschrieben." Während ihrer (Aufklärungs-)Arbeit haben sie selbst erst gemerkt, wie viele Frauen aus ihrem Umfeld selbst betroffen waren bzw. sind. Man spricht nicht darüber.

Projekt weiterführen

Auch beim Elternsprechtag und beim Tag der offenen Tür werden die Mädels vertreten sein, um zu informieren und um Spenden für die Stoffe zu bitten. Ziel ist, dass das Projekt auch nach diesem Schuljahr weitergeht. "Vielleicht schaffen wir es jedes Jahr, dass die Klassen Steckkissen nähen", wünscht sich Kerth. Den Sternenkindern zuliebe.

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