12.04.2017, 10:00 Uhr

Zwei Regentage würden schon helfen

Durch die Trockenheit kann auch der Dünger nicht richtig wirken, denn die Nährstoffe werden mit dem Regen in den Boden geschwemmt (Foto: pexels)

Kahlfrost und Trockenheit: Die Landwirte brauchen nun dringend ein paar Regentage im April.

KLAGENFURT (vep). Kalt war er, der diesjährige Winter und vor allem trocken. Im April hat es innerhalb der ersten zehn Tage lediglich einen Tag geregnet. "Das hat schon viel geholfen, zwischen 5 und 15 Liter waren es im Klagenfurter Raum, das hat wenigstens den Staub gebunden", informiert Markus Tschischej, der in der Landwirtschaftskammer das Referat Pflanzenbau, Pflanzenschutz, Ackerbau und Alternativen leitet. Jedoch bräuchte es jetzt mindestens zwei Tage mit 40 bis 50 Litern.

Vor allem Gerste empfindlich

"Wenn es im April nicht mehr richtig regnet, müssen wir mit schlechten Erträgen rechnen", so Tschischej. Vor allem die empfindlichere Gerste sei betroffen, aber auch Tritikale (eine Weizen-Roggen-Mischung), Roggen und Weizen. In Klagenfurt zählt die Gerste nach Mais zu den meistangebauten Sorten. "Hauptkulturen sind aber auch noch Weizen und Sojabohne", so Tschischej. Betroffen sind von der Trockenheit aber alle bereits gesäten Kulturen, sagt Tschischej, egal ob Erbse, Winter- oder Sommergetreide.


Dünger dringt nicht durch

Ein weiteres Problem bei anhaltender Trockenheit sei laut dem Landwirtschaftskammer-Experten, dass der Dünger dann nicht richtig wirke. "Er ist zum Teil jetzt schon der Fall, denn der Regen schwemmt die Nährstoffe des Düngers in den Boden", sagt Tschischej. Zudem seien die Pflanzen, vor allem die Wintergetreidebestände, durch den Kahlfrost in Mitleidenschaft gezogen worden. "Aber ich will nicht schwarzmalen", sagt Tschischej, "wir hoffen, dass der April noch ordentlich Regen für die Landwirtschaft bereithält und wir dann eine gute Ernte haben werden."


Wein kurz vor Austrieb

Für die heimischen Weinbauern war der trockene Winter nicht so schlimm, informiert der Obmann von Wein aus Kärnten, Horst Wild. "Vor allem Gärten, die schon mehrere Jahre bestehen, haben den trockenen Winter gut verkraftet, denn Wein wurzelt tief."
Angst habe man vielmehr vor einer um zwei Wochen zu frühen Vegetation. Wild: "Der Austrieb steht unmittelbar bevor. Wenn noch einmal Schnee oder Frost kommen, ist die Gefahr der Ernteausfälle groß."
Fast 80 Prozent Ernteausfall haben die Kärntner Weinbauern 2016 durch den Aprilschnee hinnehmen müssen. Doch, so Wild, seien für die Pflanzen keine nachhaltigen Schäden entstanden. "Bei normaler Ernte sollten heuer zwischen 320.000 und 350.000 Flaschen möglich sein", prognostiziert Wild.
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