03.09.2014, 11:26 Uhr

"Die Lust auf noch eine Periode ist da"

Nach dem Ausscheiden von Helmut Manzenreiter (re.) ist Stadtrat Harald Sobe der dienstälteste SPÖ-Politiker in Villach (Foto: Strauss)

Entgegen Gerüchten geht Villachs verbliebenes SPÖ-Urgestein Harald Sobe nicht in den Ruhestand.

Wenn die Villacher im März zur Wahlurne schreiten, feiert Stadtrat Harald Sobe ein Jubiläum: 25 Jahre ist der karenzierte Eisenbahner fixer Bestandteil der Stadtpolitik. Von Verdruss oder Müdigkeit am Job ist ihm nichts anzumerken: "Jetzt auf null zu gehen, würde ich nicht schaffen – ich bin viel zu jung und aktiv, um nichts zu tun", reagiert der Politiker auf Gerüchte, er würde seinen nahenden Sechziger nutzen, um sich in den politischen Ruhestand zu verabschieden.

Entscheidung bei Albel
Nachdem Richard Pfeiler 2012 – er hatte betrunken einen Autounfall verursacht – aus der Politik ausgeschieden war und Helmut Manzenreiter vor Kurzem das Zepter an Günther Albel übergeben hatte, verblieb Harald Sobe als letztes Mitglied der langjährigen SPÖ-Garde. Seine Erfahrung sieht er jedoch nicht als Grund, Albel den Posten des Bürgermeisterkandidaten streitig zu machen. Im Gegenteil: "Ich bin dankbar, dass wir einen jungen Kandidaten haben. Das garantiert Kontinuität für die Stadt. Einer in meinem Alter wäre für den Posten nicht richtig." Auch sich selbst in den Stadtsenat hinein zu reklamieren liegt Sobe, wie er sagt, fern: "Ich werde alles tun, damit die SPÖ weiterhin den Bürgermeister stellt. Und ich werde für meinen Stadtteil kämpfen. Alle anderen Entscheidungen überlasse ich Günther Albel." Sobes Ziel ist es außerdem, mit einem starken Wahlkampf zum Rückgewinn der absoluten Mehrheit der SPÖ in Villach beizutragen.
Versteckter Rat
Trotz seiner Solidarität mit der SPÖ-Spitze, macht Harald Sobe keinen Hehl daraus, dass er sein politisches Engagement für die Stadt noch lange nicht beendet sieht, und gibt als stellvertretender Stadtparteiobmann eine Empfehlung für sich selbst ab: "Für die zweite oder dritte Reihe fühle ich mich geeignet. Ich habe so viel der Stadtgeschichte mitgeschrieben – das macht Lust auf mehr." Zudem habe er eine gewisse Demut gegenüber den politischen Funktionen im Gegensatz zu "den vielen Quereinsteigern, die ich in meiner Laufbahn erlebt habe, die nur die Macht sahen und dann schnell wieder von der Bildfläche verschwunden waren."

Demut oder Taktik?
Sein Ziel sei der Gemeinderat, nicht der Stadtsenat. Über Ersteres will er die Wähler entscheiden lassen, Zweiteres überlässt er Günther Albel. "Er ist erster Leistungsträger. Ich will ihm und den Verantwortlichen nicht vorgreifen. Was ich aber festhalten will, ist, dass es viele gibt, die diese Demut nicht haben."
Egal ob Stadtsenat oder Gemeinderat: Mindestens eine Periode will Harald Sobe den Villachern als Politikern noch erhalten bleiben. "Der Gemeinderat liegt mir am Herzen. Die Lust und die Freude sind da. Und überhaupt: Ich wüsste im Moment gar nicht, was ich sonst tun sollte."

Zur Person:
Harald Sobe rückte 2013 Irene Hochstetter-Lackner als Stadtrat nach.
Er ist zuständig für Kindergärten und Schulen, Städtische Betriebe und Unternehmen sowie den Naturpark Dobratsch.
Bevor er 1990 karenziert wurde, war er bei den ÖBB beschäftigt.
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