01.10.2014, 09:00 Uhr

Frank Frey im Interview: ,Möchte bindendes Glied sein'

Frank Frey (Foto: Peham)
Frank Frey geht für die Grünen als Bürgermeister-Kandidat für Klagenfurt bei den Gemeinderatswahlen 2015 ins Rennen.

INNENSTADT (emp). Frank Frey, Landessprecher der Grünen Kärnten, kandidiert für den Bürgermeister-Sessel in Klagenfurt.

WOCHE: Wie wollen Sie den Grad Ihrer Bekanntheit in Klagenfurt steigern?
Frank Frey: Laut einer Umfrage kennt mich jeder dritte Klagenfurter auf Nachfrage beim Namen. Ich möchte ihn durch mediale Präsentation steigern und viel öfters bei Veranstaltungen usw. dabei sein.

Die Grünen ernteten zuletzt wegen der Klagenfurter Werbewachtgroup oder der Aktion der Jungen Grünen zur Legalisierung von Cannabis viel Kritik. Wie wollen Sie das wieder ausbügeln?
Die Werbewirtschaft und Firmen müssen sensibilisiert werden. Mir ist wichtig, dass mit den Beteiligten vorher gesprochen wird. Viele Firmen verlassen sich zum Teil nur auf die Werbeagentur, der sie einen Auftrag gegeben haben. Beim Thema Cannabis steht für mich die Entkriminalisierung im Vordergrund. Er geht nicht ums Verharmlosen, wie die Aktion der Jungen Grünen Wien missverständlich angekommen ist, sondern darum, präventiv zu sein.

Wie unternehmerfreundlich sind die Grünen?
Sehr viele Unternehmer sind als Funktionäre bei der Grünen Wirtschaft in der Kärntner Wirtschaftskammer tätig. Unser Ansatz von Wirtschaft ist ökologisch, Qualität vor Quantität und wir setzen auf Kreislaufwirtschaft.

Parken ist in Klagenfurt ein heißes Thema: Widersprechen günstigere Parktarife und verlängerte Parkzeiten nicht der grünen Politik?
In Klagenfurt wird von wirtschaftlichen und bestimmten politischen Seiten her, der Individualverkehr sehr forciert. Die Annahme, das die Autofahrer mehr einkaufen, ist falsch. Der öffentliche Verkehr ist mangelhaft und wird von der Bevölkerung auch so wahrgenommen. 18. Mio. Euro gibt Klagenfurt für den öffentlichen Verkehr aus, wir sind Österreichs Schlusslicht bei den Landeshauptstädten.

Die Grünen wollen auch die jungen Menschen ansprechen und junge Politik machen. Wie jung ist das Team der Klagenfurter Grünen?
Wir haben jetzt neue junge Leute um die 30 im Team, die neu einsteigen und beim nächsten Mal an wählbarer Stelle mit dabei sind. Natürlich haben diese auf junge Menschen und junge Themen eine andere Sicht als Ältere. Zum Team stoßen außerdem fünf Frauen.
Gerade Klagenfurt, einer Schulstadt mit 27 Volksschulen, Universität, Fachhochschule, Polytechnischer Schule usw. ist der Bildungsstandort in Kärnten schlechthin, wo es um die jungen Menschen geht. Daher ist auch der Ausbau einer Jugendkultur nötig und zwar in den verschiedensten Richtungen. Die Jugend will ihr Umfeld selbst gestalten und verwalten. Die Rahmenbedingungen müssen in der Stadt zum Teil noch geschaffen werden.


Wie groß schätzen Sie Ihre Chancen auf den Bürgermeistersessel ein?
Bei den letzten drei Wahlen waren die Grünen jeweils die zweitstärkste Partei, Landtagswahl, Nationalratswahl, zum Schluss bei der EU-Wahl. Die Chancen sind so groß wie noch nie. Die Bevölkerung ist mit der jetzigen Stadtregierung im Allgemeinen nicht zufrieden, die Wende muss kommen. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass wir zwei Sitze im Klagenfurter Stadtsenat erreichen.

Was wäre Ihre erste Amtshandlung als Bürgermeister?
Als Bürgermeister würde ich zuerst einen Ausgleich schaffen und dafür sorgen, dass alle Mitglieder der Stadtregierung miteinander reden. Gute Kommunikation ist das Wichtigste.

Sehen Sie sich als bindenes Glied zwischen den einzelnen Fraktionen?
Ja. In der Vergangenheit ging es oft Jeder gegen Jeden, in dem Sinn, dass jeder seine Politik betrieben hat und es nicht das Gesamtwohl ging. Jetzt muss es jemanden geben, der in seiner Funktion als Bürgermeister das Gesamtwohl will.

ZUR PERSON

Name: Frank Frey

Alter: 57

Geburts- und Wohnort: Klagenfurt

Politische Laufbahn:

Mitbegründer und Sprecher der Bürgerinitiative
„Plattform Klagenfurt LEBENSwerte Stadt“

Seit 2004 aktives
Mitglied der Grünen

2005 Geschäftsführer der Grünen Klagenfurt

2005 Vorstandsmitglied der Grünen Wirtschaft Kärnten

Geschäftsführer und später Landesparteisekretär der Grünen Kärnten

Seit Dezember 2011 Landessprecher der Grünen Kärnten
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