Interview
Über die Freiheit der Kunst

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KLOSTERNEUBURG (bs). Vor 20 Jahren, am Anfang seiner Karriere, war er schon einmal in Klosterneuburg. Am 16. März gibt Alf Poier im Kellertheater Wilheringerhof seine Vorpremiere zu „Humor im Hemd“. Mit den Bezirksblättern sprach er über seine Anfänge, den Song Contest, Endorphine, Kabarett und Fake-Meinungen.

Wie sind Sie überhaupt zum Kabarett gekommen?
ALF POIER: Das Kabarett ist zu mir gekommen! Ich wollte eigentlich Austropop-Musiker werden und habe in vielen Gruppen gespielt, u. a. Tanzmusik und Funk. Als ich bei meinem Job als Nachtwächter – ich habe etwa 40 Jobs gekündigt – die Gitarre mit hatte, hat man mir geraten bei einem Kabarettwettbewerb in Graz mitzumachen. Dort habe ich gemerkt, dass mir die Leute eher beim Reden als beim Singen zuhören.

Beim Song Contest waren Sie aber auch. Würden Sie wieder hinfahren?

Nein, der Song Contest ist politisch instrumentalisiert, das hätte keinen Zweck mehr. Zum Beispiel die russische Dame ist ausgebuht worden. Alle reden von Toleranz, aber was kann denn diese Frau dafür, dass sie aus Russland kommt?
Nach längerer Zeit haben Sie nun ein neues Programm und treten wieder mehr auf.
Die Bühne ist Endorphin und ich bin ein Endorphin-Junkie. Die Bühne ist mein Leben. Jetzt bin ich 52 Jahre alt und möchte wissen, was noch geht.
Es hat sich jedoch etwas geändert: Früher hat man gelegentlich einen Regisseur gebraucht, wenn man auf die Bühne geht. Heute braucht man vielmehr einen Anwalt.

Was erwartet uns bei „Humor im Hemd“?
In meinem neuen Programm geht es um Kunst, Politik, Opportunismus und die digitale Diktatur, in der wir leben. Ich bringe meine Objekte, Gitarren, Schlagzeug, Bilder, das gesamte Kunstschaffen mit. Es geht unter anderem darum, was heutzutage überhaupt noch gesagt werden soll, kann und darf. Manches muss auch gar nicht mehr ausgesprochen werden – das Publikum weiß ohnehin Bescheid.

Was wird Ihrer Meinung nach zu oft bzw. zu selten gesagt?
Eine öffentliche Fake-Meinung scheint entstanden zu sein – das finde ich brandgefährlich: Leute, die nur nach außen Toleranz predigen. Ich spreche durchaus auch ein konservatives Publikum an, denn in meiner Grundwertigkeit bin ich eher konservativ. Deshalb will ich den Hausverstand retten, dieser wird immer mehr diskreditiert.

2 x 2 Karten zu gewinnen

Die Bezirksblätter verlosen 2 x 2 Karten für die Vorpremiere am 16. März, 20 Uhr, im Kellertheater Wilheringerhof. Senden Sie bis 14. März ein E-Mail mit Ihrem Namen, Adresse und Telefonnummer an klosterneuburg@bezirksblaetter.at.

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