EU-Initiative für Entwicklung eines HIV-Impfstoffs – Klosterneuburger Unternehmen federführend beteiligt

Polymun-Mitarbeiter forschen an HIV-Impfstoff.
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  • Polymun-Mitarbeiter forschen an HIV-Impfstoff.
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KLOSTERNEUBURG (pa). „Mit der European Aids Vaccine Initiative setzt die EU ein starkes Zeichen im Kampf gegen HIV. Dieses grenzüberschreitende Projekt zeigt, dass wir mit vereinten Kräften der weiteren Verbreitung dieser unheilbaren Infektion Einhalt gebieten können. Immerhin hätten bei Vorhandensein eines Impfstoffs im vergangenen Jahr bis zu 447 Neuinfektionen alleine in Österreich verhindert werden können“, sagt Jörg Wojahn, Vertreter der Europäischen Kommission in Österreich.

Das EU-finanzierte Projekt EAVI2020 vereint die Expertise von Wissenschaftlern, die sich auf die HIV-Forschung spezialisiert haben. Seit 2015 bündeln sie gemeinsam ihre Kräfte, um bis 2020 neue HIV-Impfstoffkandidaten zu entwickeln und in klinischen Studien zu testen. Unter der Leitung des Imperial College London sind 22 Institutionen aus ganz Europa, aber auch aus Australien, Kanada und den USA, daran beteiligt.

Know-how aus Österreich

Einer der Projektpartner ist die Polymun Scientific Immunbiologische Forschung GmbH aus Klosterneuburg. Das 1992 gegründete Biotechunternehmen mit 80 Mitarbeitern ist federführend in EAVI2010 eingebunden, indem es die Prozessentwicklung und die Herstellung der Bestandteile für die Impfstoffkandidaten – wie HIV-Hüllproteine oder neuartige Liposomen für T-Helferzellen – verantwortet.
„EAVI2020 ist wirklich ein Vorzeigeprojekt: Die Zusammenarbeit zwischen den Projektpartnern funktioniert außerordentlich gut und wir sind zuversichtlich, dass wir in den kommenden drei Jahren zu guten Ergebnissen kommen – ohne EU-Unterstützung wäre ein Projekt dieser Dimension nicht möglich“, betont Dr. Dietmar Katinger, Geschäftsführer von Polymun.

Neue Hoffnung für Betroffene

Laut Weltgesundheitsorganisation lebten Ende 2015 rund zwei Millionen Menschen in Europa mit HIV. Die Zahl der Neuerkrankungen in diesem Jahr lag bei mehr als 153.000 – das bedeutet einen Anstieg um mehr als sieben Prozent zum Vorjahr und ist zugleich der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnung in den 1980er Jahren.

Die Entwicklung eines sicheren, wirksamen und gleichzeitig erschwinglichen HIV-Impfstoffs ist die beste Möglichkeit, um die Weiterausbreitung in den Griff zu bekommen. Zahlreiche Neuinfektionen könnten verhindert werden. Die Wissenschaft arbeitet seit 30 Jahren an der Entwicklung eines Impfstoffs. Immer genaueres Wissen um die Entstehung und den Verlauf der HIV-Infektion bedeutet neue Hoffnung für Betroffene.

EU fördert Forschung und Innovation

EAVI2020 wird im Rahmen des Gesundheitsprogramms von Horizont 2020 mit 23 Mio. Euro finanziert. Horizont 2020 ist das aktuelle Förderprogramm für Forschung und Innovation der Europäischen Kommission, das von 2014 bis 2020 läuft. Europaweit stehen dafür 75 Mrd. Euro zur Verfügung – bislang konnten in Österreich tätige Forscher rund 780 Millionen Euro generieren, damit gehört die Alpenrepublik zu den Top-3-Ländern im europäischen Vergleich (gemessen an der Erfolgsquote an Projektbeteiligungen). Als Nationale Kontaktstelle für Horizont 2020 fungiert hierzulande die Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) mit einem umfassenden Informations- und Beratungsangebot.



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