15 Brandopfer in nur 3 Monaten

Symbolfoto: Bei diesem Brand kam glücklicherweise niemand zu Schaden.
  • Symbolfoto: Bei diesem Brand kam glücklicherweise niemand zu Schaden.
  • Foto: Archiv/FF Klosterneuburg
  • hochgeladen von Marion Pertschy

KLOSTERNEUBURG/PURKERSDORF/WIEN (mp). Pro Jahr sterben im Schnitt 25 bis 30 Personen bei Bränden in den eigenen vier Wänden. Der überwiegende Teil der Brandtoten stirbt aufgrund von Rauchgasvergiftungen. Besonders groß ist die Gefahr nachts: Wenn Menschen schlafen, ist auch der Geruchssinn nur eingeschränkt aktiv. Töne, wie etwa das Alarmsignal des Rauchwarnmelders, werden allerdings wahrgenommen. „Im Ernstfall bleibt nur wenig Zeit, um sich sicher aus der Gefahrenzone zu entfernen“, erläutert Armin Kaltenegger, Leiter des Bereichs Eigentumsschutz im Kuratorium für Verkehrssicherheit. „Rauchwarnmelder erkennen Rauch schon frühzeitig und sind Lebensretter.“ In den letzten 3 Monaten sind in Österreichs Haushalten mindestens 15 Personen in Folge von Bränden tödlich verunglückt.

"Höchste Priorität"

"Rauchmelder sollte man unbedingt installieren. Höchste Priorität sollte außerdem auf die Vorsicht bei Arbeiten mit Funkenflug gelegt werden, aber auch auf die richtige Lagerung von brennbaren Gütern", rät der FF-Kommandant des Bezirk Tulln, OBR Herbert Obermaißer. "In den letzten 7 Jahren ist mir jetzt zum Glück kein Brandopfer bekannt, aber so was kommt leider immer wieder vor", meint er. "Ich bin seit 19 Jahren bei der Feuerwehr. In der Zeit fallen mir auf die Schnelle auch nur 3 Brandtote ein. Da sind wir Gott sei Dank in Klosterneuburg mit Glück übersäht. Entstehungsbrände, die von selber wieder ausgehen, können allerdings aufgrund der giftigen Gase, die im Raum bleiben, tödlich sein. Es sollten unbedingt Präventivmaßnahmen gesetzt werden", erklärt OBI Benjamin Löbl der Feuerwehr Klosterneuburg. Auch die Gemeinde Purkersdorf ist in den vergangenen Monaten von Brandtoten verschont geblieben, "obwohl es einige Brände gab", weiß der Kommandant der FF Purkerdorf, Viktor Weinzinger. Der Notwendigkeit von Rauchmeldern stimmt er zu. "Das ist eine kostengünstige Anschaffung, die Leben retten kann. Mittlerweile haben die Brandmelder aus dem Baumarkt eine gute Technik und sind einfach zu montieren", so Weinzinger.

Rauchwarnmelder Pflicht

In Österreich besteht für Bauträger in allen Bundesländern die Verpflichtung, in Neubauten Rauchwarnmelder anzubringen. Diese müssen in jedem Raum – mit Ausnahme der Küche – installiert werden."Es genügen Einzellösungen mit Batterie, also solche, die nur in dem Raum melden, in dem der Rauch erkannt wurde", erklärt Weinzinger. In Bestandsbauten gibt es außer in Kärnten keine behördliche Verpflichtung zur Nachrüstung. Darauf sollte dennoch "nicht verzichtet werden“, betont Kaltenegger.
Wer rechtzeitig auf den Brand aufmerksam wird, kann rasch die Feuerwehr alarmieren, sich und andere in Sicherheit bringen oder selbst löschen. "Wenn der eigene Löschversuch sinnlos ist, sollte man sich sofort aus der Gefahrenzone entfernen. Für uns ist es hilfreich, wenn die Personen sich bemerkbar machen und uns einweisen, also z. B. welcher Stock und Tür, brennbare Güter in der Nähe etc.", meint Löbl.

Im Ernstfall Notruf 122 wählen

Für den Ernstfall sind viele Haushalte nicht vorbereitet: Zwar kennen laut einer Umfrage des KFV immerhin rund 83 Prozent der Befragten die Telefonnummer der Feuerwehr, zugleich bedeutet das aber auch, dass jeder 6. bei dieser Notrufnummer nicht sattelfest ist. Und: nur in etwa jedem zweiten Haushalt befinden sich gewartete Feuerlöscher.

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