Orange the World
Gewalt gegen Frauen hat viele Gesichter

Orange Flagge vor dem Rathaus im Rahmen der UN Kampagne "Orange the World", die ein sichtbares Zeichen Gewalt gegen Frauen setzt.
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  • Orange Flagge vor dem Rathaus im Rahmen der UN Kampagne "Orange the World", die ein sichtbares Zeichen Gewalt gegen Frauen setzt.
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Oranges Licht symbolisiert eine Front gegen Gewalt an Frauen. Wie und wer in Klosterneuburg hilft.

KLOSTERNEUBURG. Es ist die Sprachlosigkeit, an der man merkt, dass es Hilfe von außen braucht, meint Renate Kromer, Leiterin der Beratungsstelle Klosterneuburg. "Wenn ich nicht mehr sagen kann, was mir nicht passt, keine Möglichkeiten der Veränderung sehe, es nicht mehr möglich ist, diese Dinge zu besprechen." Dann passieren Übergriffe, passiert Gewalt.

Corona und Gewalt

Es war auch für Kromer und ihr Team der Familien- und Frauenberatung ein besonderes Jahr mit vielen Herausforderungen. Einen Anstieg an Gewalt hat sie nicht wahrgenommen, "was nicht heißt, dass es den nicht gegeben hat", betont sie. In Zeiten des Lockdowns sind die Kontaktmöglichkeiten geringer. Die Beratungsstelle durfte zeitweise keine bzw. nur in Notfällen persönliche Gespräche anbieten, die gerade im hochsensiblen Bereich Gewalt wichtig sind.
Einen Anstieg an Betretungsverboten im Bezirk sieht Bezirkspolizeikommandantin Sonja Fiegl, "wobei ein Anstieg auch in den vergangenen Jahren erkennbar war. Somit muss die Ursache dafür nicht unbedingt an den derzeitigen herausfordernden Umständen liegen." Es bedeute aber, dass die Gewalt an Frauen nicht abgenommen habe.
Frauen wenden sich in Zeiten der Not an Freundinnen, Familie, Arbeitskolleginnen, weiß Kromer. Durch den Lockdown gab es hier weniger Kontakt, "gschwind raus mit den Kindern, und bei den Nachbarn unterkommen", all das ist derzeit nicht möglich. "In Zeiten des Lockdowns gab es eine große Hemmung die Polizei zu rufen, weil was passiert dann, wo soll auch der Weggewiesene hin?", all das beschäftige Frauen, auch in einer Gewaltsituation.

Was kann ich tun?

Eine orange Flagge weht noch bis 10. Dezember vor dem Rathaus Klosterneuburg, das Stadtmuseum ist orange beleuchtet – als Symbol gegen die Gewalt an Frauen. Doch was können wir tun? "Wir nehmen uns für Opfer von Gewalttaten Zeit und versuchen zu ermutigen und zu unterstützen. Wir haben im Bezirk Tulln ein ausgezeichnetes Netzwerk", erklärt Sonja Fiegl. Gesellschaftlich brauche es für viele gerade in herausfordernden Zeiten eine begleitende Lebenshilfe, leistbare Therapien.
Wer selbst betroffen ist oder in seinem Umfeld Handlungsbedarf sieht: Die Beratungsstelle Klosterneuburg unterstützt kostenlos, auch anonym, wenn gewünscht. Manche loten so aus, was für Möglichkeiten es gibt. Und: "Wir machen nur, was das Opfer will. Selbst wenn ich der Meinung bin, der Täter gehört dringend angezeigt – die Betroffene hat das Sagen", schildert Kromer.

Zahlen und Fakten
Betretungsverbote im Bezirk 2020: 135, 2019: 125
Anlaufstellen für Hilfe:
Beratungsstelle Klosterneuburg: 0699/81 56 97 96, beratungsstelle.klosterneuburg@aon.at, www.beratungsstelle-klosterneuburg.net
Frauenhelpline: 0800 222 555, www.frauenhelpline.at
www.gewaltschutzzentrum-noe.atNotruf 0800 133 133 (auch für Gehörlose)

Orange Flagge vor dem Rathaus im Rahmen der UN Kampagne "Orange the World", die ein sichtbares Zeichen Gewalt gegen Frauen setzt.
Orange Beleuchtung des Stadtmuseums im Rahmen der UN Kampagne "Orange the World", die ein sichtbares Zeichen Gewalt gegen Frauen setzt.

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