IST Austria
Johannes Reiter mit Wissen schaf[f]t Zukunft Preis 2018 geehrt

MARIA GUGGING (pa). Der "Wissen schaf[f]t Zukunft" Preis wird seit 2013 von der NÖ Forschungs- und Bildungsges.m.b.H. (NFB) zu einem jährlich wechselnden Themengebiet für wissenschaftliche Abschlussarbeiten (Master-/Diplomarbeiten und Dissertationen) vergeben. Preisträger in diesem Jahr ist Johannes Reiter vom Institute of Science and Technology Austria. In seiner preisgekrönten Arbeit gelang es ihm, die Auswirkung von genetischen Mutationen auf den Verlauf von Krebserkrankungen mittels mathematischer und Computermodelle zu quantifizieren.

Tausende resistente Zellen

Krebs ist das Ergebnis von unkontrolliertem Wachstum abnormaler Zellen. Gezielte Therapie, oder targeted therapy, kann zu einem dramatischen Rückgang des Krebs führen. In soliden Tumoren ist die klinische Antwort allerdings oft kurzlebig, da Krebszellen durch genetische Mutationen resistent gegen die Therapie werden. Johannes Reiter verwendete mathematische Modelle um herauszufinden, dass meist vor dem Beginn der Behandlung schon tausende resistente Zellen in Tumoren mit Milliarden von Zellen vorhanden sind. Weiters zeigen Reiters Berechnungen, dass in den meisten Patienten eine simultane Behandlung mit zwei Medikamenten die Krebserkrankung langfristig kontrolliert.

Reiter entwickelte eine Methode, um die Evolutionsgeschichte des Krebses eines Patienten anhand von Hochdurchsatzsequenzierung von räumlich unterscheidbaren DNA-Proben zu rekonstruieren. Diese Methode kann direkt eingesetzt werden, um Regeln für die Entwicklung solider Tumore zu entdecken, und so Krebs in eine besser vorhersehbarere Krankheit umzuwandeln.

Forschungsgebiet Krebs

Johannes Reiter freut sich über die erhaltene Anerkennung: „Selbstverständlich freue ich mich sehr, wenn fast 5 Jahre Studium und Forschung am IST Austria mit einem Preis ausgezeichnet werden. Umso schöner ist es, diesen Preis in so einem feierlichen Rahmen in der Heimat entgegennehmen zu können. Ganz nach dem Motto des “Wissen schaf[f]t Zukunft” Preises will man als Wissenschaftler natürlich zur Weiterentwicklung eines Landes beitragen. Ich hoffe, dass mir das zumindest zu einem kleinen Teil mit dieser Arbeit gelungen ist.“

Der aus Asperhofen in Niederösterreich stammende Johannes Reiter studierte Software Engineering an der TU Wien, wo er 2009 seinen Bachelor mit Auszeichnung abschloss. Danach kam er ans IST Austria, wo er an seiner nun ausgezeichneten Dissertation unter der Supervision von Prof. Krishnendu Chatterjee forschte. Nach Abschluss seines PhDs in Biology und Computer Science ging er nach Harvard, wo er zwei Jahre lang in der Gruppe von Martin Nowak forschte. Seit 2017 ist Reiter Instructor am Canary Center for Cancer Early Detection an der Stanford University. Sein Forschungsgebiet ist weiterhin die Entstehung und Entwicklung von Krebs.

Autor:

Marion Pertschy aus Klosterneuburg

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