Mein Fluss
Leben an und in der Donau

Der Ölkäfer, Insekt des Jahres.
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KLOSTERNEUBURG. Sie sind grün, selbst wenn die Bäume es noch nicht sind: Misteln, die sich vor allem auf den Pappeln in der Au festsetzen. Sie sind Halbparasiten, werden vom Baum (teils) mit Wasser und Nährstoffen versorgt. "Das schwächt den Baum aber jetzt nicht besonders", meint Astrid Drapela, Biologielehrerin und Natur-Enthusiast aus Kritzendorf.[umbruch]#%[/umbruch]Die Au ist der "Wald am Wasser", erklärt sie, vom altdeutschen Wort "Au" für Wasser; sie entsteht dort wo die Donau regelmäßig über die Ufer tritt, zumindest im späten Frühling und im August, zur Zeit der Schneeschmelze. Das Wasser bringt Sand, Kies, Schotter mit – so entsteht neues Land, guter Nährboden für Pflanzen; es wird aber auch viel weggespült.

Weiche und harte Au

Die weiche Au ist direkt am Wasser, dort, wo das Wasser auch mal länger steht. In Kritzendorf halten sich da hauptsächlich Weiden und Pappeln, die zunächst Sträucher, dann Bäume werden. Sie können zwei- bis dreihundert Jahre alt werden, wenn man sie lässt. Beide Baumarten machen früh Kätzchen (Palmkätzchen). Diese sind noch vor den Frühjahrsblühern erstes Futter für Insekten, daher bitte stehen lassen, nicht abschneiden.
Wenn genug aufgelandet ist, geht die weiche in die harte Au über: dort steht unter anderem der Bärlauch. Für die meisten Tiere giftig (der intensive Geruch und Geschmack ist ein Fraßschutz), ist er eine jener Pflanzen die wir Menschen dafür gerne essen.

Tipp: Unterschiede Bärlauch Maiglöckchen

  • Bärlauch-Blätter haben eine glänzende Vorderseite und matte Rückseite
  • Bei Bärlauch kommt jedes Blatt einzeln aus dem Boden, bei Herbstzeilosen und Maiglöckchen nicht
  • Die Mittelrispe eines Bärlauch-Blattes knackt beim Brechen

Wasservögel

Am Wasser tummeln sich Schwäne: oft Wintergäste, vor allem, da die Donau nicht zufriert; andere bleiben ganzjährig hier.
Verschiedene Enten finden sich an der Donau, andere Wasservögel, wie der Kormoran, Möwen, Haubentaucher, Zwergtaucher, an den Hängen des Strombades Kritzendorf gibt es Eisvögel. Typische Uferövgel tummeln sich hier, gut getarnt, man hört sie eher als dass man sie sieht. Der Auwald ist Heimat der Wald- und Gartenvögel wie Meisen, verschiedene Arten von Spechten. Für die wäre stehendes Totholz wichtig, denn darin sind viele Borkenkäfer und Larven.

Vierbeiner

Sonst tummeln sich vor allem kleinere Tiere in der Au: Moorfrösche zum Beispiel. "Die sind ganz cool, die Männchen sind blau, und machen Froschkonzerte, die Weibchen suchen sich danach die Partner aus." Biber gibt es, "deren Zähne sind übrigens so lang wie die Scharten, die man im Holz sieht, und sie wachsen immer nach". Biber können bis zu 25 Jahre alt werden, bis zu 30 Kilo schwer. Über 100 Jahre lang waren sie in Österreich ausgerottet, da sie ihres Fells wegen gejagt wurden. 23.000 Haare hat das pro Quadratzentimeter.
Ein Citizen Science-Projekt will gerade feststellen, wie es mit dem Bestand der Haselmaus in der Region aussieht – hier suchen interessierte Bürger nach Fraßspuren der Maus, die eigentlich ein Bilch (Siebenschläfer) ist.  Mäuse aller Art gibt es im Wald ebenso: "Ein wichtiges Beutetier; hier werden viele geboren und viele gefressen".
Marder, Dachse, Füchse, schließlich sind eher typisch für Au die nicht so oft überschwemmt wird, weil diese Tiere Baue haben, die sie dauerhaft bewohnen. Wo Freiflächen sind, gibt es auch Feldhasen. Wildschweine und Rehe sind ebenfalls hier zu Hause.
Große Wildtiere wie Hirsche haben oft keine Chance sich neu zu etablieren, keine Wanderungsmöglichkeiten, um mit anderen Populationen in Kontakt zu treten.

Insekten

Ebenso in der Au zu finden: das "Insekt des Jahres", der Ölkäfer. Seine ersten Larven klettern auf Blüten, um sich von Wildbienen durchfüttern zu lassen, im zweiten Jahr erst entsteht der giftige Käfer, der bei vielen Menschen schon beim Angreifen zu allergischen Reaktionen führt.
Unser aller "Un-Insekt" des Jahres, die Gelse, macht sich ebenfalls in der Au breit: "Wir dürfen halt nicht vergessen, eine vollgesoffene Gelse ist ein ziemlich nahrhafter Spaß für Insektenfresser", verweist die Biologin auf die Nahrungskette.
[f]Lesen Sie nächste Woche: die Wasserqualität der Donau.[/f]

Der Ölkäfer, Insekt des Jahres.
Astrid Drapela beim Bärlauch-Sammeln in der Au.
Autor:

Angelika Grabler aus Klosterneuburg

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