Prämierung „Der Wein 2017“

Stadträtin Ulli Sima, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, LAbg. Christoph Kainz und Biosphärenpark Direktor Herbert Greisberger gratulieren den TopwinzerInnen 2017.
  • Stadträtin Ulli Sima, LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf, LAbg. Christoph Kainz und Biosphärenpark Direktor Herbert Greisberger gratulieren den TopwinzerInnen 2017.
  • Foto: BPWW/N. Novak
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KLOSTERNEUBURG/ WIEN (pa). Der Biosphärenpark Wienerwald zeichnete kürzlich im Pavillon der Wiener Summerstage die besten Wienerwald-Weine aus nachhaltiger Bewirtschaftung aus. Mit dem jährlich stattfindenden Weinwettbewerb wird aufgezeigt, in welch hohem Maße extensive Bewirtschaftung und hervorragende Qualität verbunden sind. Im feierlichen Rahmen gratulierten Stadträtin Ulli Sima und LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf den elf SiegerInnen und überreichten gemeinsam die Auszeichnung „Der Wein 2017“.



Der Weinwettbewerb 2017

Regionale Qualitätsprodukte und umweltfreundliche Produktionsweisen sind wichtige Faktoren für den Biosphärenpark Wienerwald als Modellregion für Nachhaltigkeit. „Das Zusammenspiel von Umweltbewusstsein und nachhaltiger Bewirtschaftung macht die prämierten Weine Jahr für Jahr zu besonderen Produkten aus der Region, mit deren Erwerb zugleich ein Beitrag zum Naturschutz geleistet wird“, freut sich Ulli Sima, Stadträtin für Umwelt und Wiener Stadtwerke.
Die durch eine zwölfköpfige Jury in einer Blindverkostung beurteilten Weine wurden heuer erstmals gebietsübergreifend bewertet. Insbesondere die Sortenvielfalt bei den eingereichten Weißweinen spiegelt den Facettenreichtum der drei Weinbauregionen mit Anteil am Wienerwald (Wagram, Wien, Thermenregion Wienerwald) wieder. „Die herausragende Leistung der Winzerinnen und Winzer besteht nicht nur in der Herstellung großartiger Weine, sondern auch in der Erhaltung und Pflege der Jahrhundertealten Kulturlandschaft Wienerwald“, lobt LH-Stellvertreter Stephan Pernkopf. „Das Besondere an unserer Weinprämierung sind die hohen Kriterien zum nachhaltigen Anbau. Aus diesem Grund wurden heuer nur mehr Betriebe zugelassen, die nachweislich ohne Einsatz von Herbiziden wirtschaften“, informiert Herbert Greisberger, Direktor der Biosphärenpark Wienerwald Management GmbH.

Vielfalt durch umsichtige Bewirtschaftung

Die faszinierende Vielfalt der Weinbaulandschaft zu erhalten, ist eines der Ziele des Biosphärenpark Wienerwald. Dabei spielt eine extensive, nachhaltige Produktionsweise eine wichtige Rolle. Seit heuer 2017 ist deshalb die Bewirtschaftung ohne Herbizideinsatz – bio-zertifizert oder durch Teilnahme an der entsprechenden ÖPUL Maßnahme - Teilnahmebedingung am Weinwettbewerb. Allen prämierten Betrieben wird außerdem eine Patenschaft für eine besondere Tier- oder Pflanzenart verliehen, die biologische Vielfalt auf ihren Flächen belegen. Durch die nachhaltige Bewirtschaftung und den verantwortungsvollen Umgang mit der Weinbaulandschaft wird wertvoller Lebensraum für bedrohte und seltene Arten bewahrt.

Im Vergleich zu anderen großen Weinbaugebieten sind die Weingärten im Wienerwald kleinflächig angelegt. Dazwischen bereichert eine Vielzal von Strukturen wie Böschungen, Raine, Hecken und Feldgehölze, vielfältige Brachen, Obstbäume und Trockensteinmauern die Landschaft. Viele seltene Tier- und Pflanzenarten finden durch diese Vielfalt einen Lebensraum. Voraussetzung ist eine umsichtige Pflege der Weingärten und Landschaftsstrukturen etwa durch den Verzicht auf den Einsatz von Pestiziden.

Weinbaulandschaft im Wienerwald

Der Wienerwald ist nicht nur das größte noch existierende Laubwaldgebiet Mitteleuropas mit einer ausgesprochen wertvollen Wiesenvielfalt. An seinen Abhängen, die vom warmen, pannonischen Klima geprägt sind, liegen auch hervorragende Weinbaulagen. Von Norden nach Süden erstreckt sich um Klosterneuburg, in Wien und an der Thermenlinie Niederösterreichs eine ausgedehnte, außergewöhnlich vielfältige Weinbaulandschaft. Die idealen Bedingungen der heißen Sommer, trockenen Herbsttage und guten Bodenbeschaffenheiten tragen gemeinsam mit der Erfahrung der WinzerInnen dazu bei, dass im Wienerwald Jahr für Jahr exzellente Weine reifen und durch die nachhaltige Bewirtschaftung die Weinbaulandschaft im Wienerwald erhalten bleibt.

Die SiegerInnen 2017

Die SiegerInnen stellen eine Mischung aus bekannten Weingütern und „Geheimtipps“ dar. Das Preisniveau reicht heuer von 5,50 bis 14 Euro pro Flasche (ab Hof).

§ Kategorie-Sieger Weißwein leicht: Weingut Ceidl, Baden, Sauvignon Blanc 2016, Patenschaft: Smaragdeidechse (Lacerta viridis)
§ Ex-aequo Kategorie-Sieger Weißwein schwer – Burgundersorten und -typen: Weingärtnerei Peter Uhler, Wien, Burgundercuvée Grinzinger Kirchenplatz 2016, Patenschaft: Abendsegler (Nyctalus noctula)
§ Ex-aequo Kategorie-Sieger Weißwein schwer – Burgundersorten und –typen: Weingut & Heuriger zur Weinbergstraße, Fam. Plos, Sooß, Weißburgunder 2016, Patenschaft: Neuntöter (Lanius collurio)
§ Kategorie-Sieger Weißwein schwer – Grüner Veltlinger und Riesling: Weingut Wieninger, Wien, Grüner Veltlinger Nussberg 2016, Patenschaft: Wiener Schnirkelschnecke (Cepaea vindobanensis)
§ Kategorie-Sieger Weißwein schwer – Rotgipfler & Zierfandler: Weingut Familie Niegl, Brunn am Gebirge, Rotgipfler 2016, Patenschaft: Weißdorn (Crataegus monogyna)
§ Kategorie-Sieger Weißwein schwer – Gemischter Satz: Weingut Ubl-Doschek, Kritzendorf, Gemischter Satz Donauprinzessin 2016, Patenschaft: C-Falter (Polygonia c-album)
§ Kategorie-Sieger Rotwein leicht: Winzerhof Landauer-Gisperg, Tattendorf, St. Laurent Selektion 2014, Patenschaft: Goldammer (Emberiza citrinella)
§ Kategorie-Sieger Rotwein schwer ohne Holz: Weingut Zechmeister, Perchtoldsdorf, Zweigelt Ried Igelsee 2015, Patenschaft: Italienische Schönschrecke (Calliptamus italicus)
§ Kategorie-Sieger Rotwein schwer mit Holz: Weingut Schneider, Tattendorf, Pinot Noir Tagelsteiner 2015, Patenschaft: Feld-Mannstreu (Eryngium campestre)
§ Kategorie-Sieger Roséwein: Weingut Familie Niegl, Brunn am Gebirge, Pink Cabernet 2016, Patenschaft: Blauflügelige Ödlandschrecke (Oedipoda caerulescens)
§ Kategorie-Sieger Schaum- und Perlwein: Weinbau Barbach, Perchtoldsdorf, Frizzante 2016, Patenschaft: Äskulapnatter (Zamenis longissimus)

Top-Winzer 2017

Weingut Ubl-Doschek, Kritzendorf, Patenschaft: Zauneidechse (Lacerta agilis)
Weingut Hajszan-Neumann, Wien, Patenschaft: Heidelerche (Lullula arborea)
Weinbau Barbach, Perchtoldsdorf, Patenschaft: Buntspecht (Dendrocopos major)
Weinbau Zechmeister, Perchtoldsdorf, Patenschaft: Schwalbenschwanz (Papilio machaon)
Weingut Familie Niegl, Brunn am Gebirge, Patenschaft: Stieglitz (Carduelis carduelis)
Wein und Heuriger Pferschy-Seper, Mödling, Patenschaft: Kleiner Schlehen-Zipfelfalter (Satyrium acaciae)
Weingut Johannes Gebeshuber, Gumpoldskirchen, Patenschaft: Gottesanbeterin (Mantis religiosa)
Weingut Hannes Hofer, Gumpoldskirchen, Patenschaft: Berberitze (Berberis vulgaris)
Schaflerhof, Traiskirchen, Patenschaft: Scharfer Mauerpfeffer (Sedum acre)
Weingut Stadlmann, Traiskirchen, Patenschaft: Feldgrille (Gryllus campestris)
Weingut Ceidl, Baden, Patenschaft: Schachbrettfalter (Melanargia galathea)
§ Winzerhof Landauer-Gisperg, Tattendorf, Patenschaft: Natternkopf (Echium vulgare)



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