Schächten sorgte für Demos

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Rituelle Schlachtungen finden auch bei uns statt – und rufen jährlich Tierschutzaktivisten auf den Plan.

KIERLING/MARIA GUGGING. Alljährlich wird im Sommer das viertägige islamische Opferfest gefeiert – heuer vom 31. Juli bis zum 3. August. Zur Feier des Fests soll ein Tier geopfert werden.

Genehmigungen erforderlich

Die rechtliche Lage scheint eindeutig: Das Tierschutzgesetz schreibt vor, alle Schlachttiere unmittelbar nach dem Schächtschnitt sofort wirksam zu betäuben ("Post-cut Stunning"). Schächtungen dürfen nur in einem dafür zertifizierten Schlachthof unter Beisein eines Tierarztes stattfinden.
Zwei Bauernhöfe der Region haben die Genehmigung und haben auch heuer traditionelle Schlachtung durchgeführt. Nicht ohne Zwischenfälle.

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"Ein anonymer Anrufer hat erzählt, dass in einem Misthaufen offensichtlich vergrabene Schafskadaver-Teile entdeckt wurden", erzählt Tom Putzgruber vom Verein „RespekTiere“, der daraufhin die Polizei alarmierte. „Der Besitzer hätte es über die Tierverwertung entsorgen müssen, was er in weiterer Folge gemacht hat. Eine Sachverhaltsdarstellung haben wir an die Bezirkshauptmannschaft geschrieben. Dort wird geklärt, ob ein verwaltungsrechtliches Delikt vorliegt“, informiert Polizeiinspektion-Klosterneuburg-Kommandant-Stellvertreter Oskar Sommer. Weiters bestätigt er, dass sowohl Schächtung als auch Demonstrationen ordnungsgemäß angemeldet waren.
„Wir hatten die Erlaubnis und der Amtstierarzt war auch da“, berichtet Johann Fanta. Er ist überzeugt, dass die Tiere nicht mehr leiden als beim Schlachten, dennoch möchte er nicht, dass die Nachbarschaft weiterhin in Mitleidenschaft gezogen wird und sagt klar: „Das war heuer das letzte Mal, wir schächten nicht mehr.“

Rechtlich ordnungsgemäß

"Bei zugelassenen Schächtbetrieben wird geschaut, dass es so wenig Tierleid wie möglich gibt. Im Gegensatz dazu gibt es viele, die nach Ungarn oder in die Slowakei fahren, dort können sie machen, was sie wollen", spricht Hannes Neidl die Kontrollen an. Dass es bei muslimischen Schächtungen, die nur ein Mal im Jahr stattfinden, Demos gibt, nicht aber bei jüdischen, die das ganze Jahr über gemacht werden können, merkt er an. "Unsere Aktionen werden oft mit Ausländerfeindlichkeit in Gleichklang gebracht, aber das ist nicht der Grund. Wir möchten, dass betäubungsloses Schlachten nicht mehr stattfindet", stellt Aktivist Putzgruber klar. Viele Muslime würden eine Betäubung vor dem Schächtschnitt akzeptieren, dies wäre für "RespekTiere" eine annehmbare Lösung.

Zur Sache
Schächten ist das rituelle Schlachten von im jeweiligen Ritus zugelassenen Schlachttieren, insbesondere im Judentum und im Islam. Ohne Betäubung blutet das Tier aus, da in beiden Religionen der Verzehr von Blut verboten ist.

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