Schädlinge wüten in Obstplantagen

Landwirt Walter Witovec rechnet mit einem Ertragsverlust von 10 Prozent. Er steht hinter der Forderung der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer, neue Pflanzenschutzmittel zuzulassen: "Im Obstbau ist es unmöglich ohne Spritzen, wir leben ja davon."
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  • Landwirt Walter Witovec rechnet mit einem Ertragsverlust von 10 Prozent. Er steht hinter der Forderung der Niederösterreichischen Landwirtschaftskammer, neue Pflanzenschutzmittel zuzulassen: "Im Obstbau ist es unmöglich ohne Spritzen, wir leben ja davon."
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KLOSTERNEUBURG (cog). Weniger Eingriffsmöglichkeiten durch das Verbot von Beizmitteln und eine ungünstige Witterung setzen Kulturen wie Mais zu. Doch auch Obstbau, Kürbis, Erdäpfel und Wein sind betroffen.

"Befall ein Wahnsinn"

Ein alter Obstbauer habe bereits im Dezember gewarnt, dass die Ernte heuer von massivem Schädlingsbefall bedroht sei. Walter Witovec seufzt, denn so ist es dann auch eingetreten. Der Kritzendorfer hat eine der größten Landwirtschaften der Stadt. Seine 2,5 Hektar große Intensivobstanlage ist vom Frostspanner befallen: "In manchen Regionen in Klosterneuburg ist der Schaden ein Wahnsinn. Besonders arg ist es bei den Marillen und den Zwetschgen." Er rechnet mit einem Ertragsverlust von 10 Prozent und steht hinter der Forderung der Landwirtschaftskammer NÖ, neue Pflanzenschutzmittel zuzulassen: "Im Obstbau ist es unmöglich ohne Spritzen, wir leben ja davon."

"Wir brauchen Ersatz"

Der Gugginger Landwirt Hannes Neidl pflichtet Witovec bei: "Es ist immer gut, wenn neue Mittel kommen. Bei uns in Klosterneuburg ist der Drahtwurmbefall zum Glück nicht so stark, weil der Kürbis- und Maisanbau eher sekundär betrieben wird." Nach dem EU-weiten Verbot bestimmter Pestizide merke man natürlich einen Unterschied im Befall – gerade nach einem milden Winter: "Da bräuchte es Ersatz."
Der Klosterneuburger Umweltgemeinderat Johann Fanta (ÖVP) ist selber auch Bauer in Kierling und steht Schädlingsbekämpfungsmitteln allerdings skeptisch gegenüber: "Sicher, so schlecht ist der Landwirtschaft nicht gedient mit Pflanzenschutzmitteln und heutzutage ist viel im Einklang mit der Natur. Aber die massiven Schäden durch Schädlinge nach einem milden Winter können wir nicht mit massiven Schädlingsbekämpfungsmitteln lösen", findet er. "Das geht alles wieder zurück auf die Natur." Und Missernten gehörten eben zum Kreislauf der Natur: "Viel dramatischer sind da Unwetterschäden, die oft mehr als die Hälfte der Ernte vernichten."

"Bin heute vorsichtig"
Fanta weiß, dass er mit seinen Rindern und Schafen leicht reden hat, trotzdem will er den Umweltgedanken nicht leichtfertig unter den Tisch fallen lassen. Auch Witovec steht Pestiziden nicht uneingeschränkt offen gegenüber und erinnert an einst als ungefährlich eingestufte Mittel, die das Grundwasser verschmutzt haben.

ZUR SACHE:
Die NÖ Landwirtschaftskammer bekennt sich zum gezielten Einsatz dieser Pflanzenmedikamente und fordert nach objektiver Prüfung deren Zulassung, wie in den benachbarten Ländern. Besonders hartnäckig ist der Drahtwurm. Er lässt sich auch durch eine abwechslungsreiche Fruchtfolge nicht vertreiben.

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