100 Jahre Republik
Schicksalstage für die Stadt

Der Niedermarkt beim Hochwasser 1954.
  • Der Niedermarkt beim Hochwasser 1954.
  • Foto: Feuerwehrmuseum Klosterneuburg
  • hochgeladen von Marion Pertschy

KLOSTERNEUBURG (mp). Jahrhunderthochwasser, Flugzeugabsturz, Olympiateilnehmer, Grabfunde – in den vergangenen 100 Jahren Republik prägten verschiedene Ereignisse den Alltag der Menschen. "Anlässlich des 40. Geburtstages von Bgm. Mag. Stefan Schmuckenschlager" – also erst vor wenigen Wochen – stellte das Stadtarchiv eine Chronik von Ereignissen der Jahre 1978 bis 2018 zusammen, erzählt Barbara Weiss, des Stadtarchivs der Stadtgemeinde Klosterneuburg. Noch detaillierter sind daneben die Ereignisse der Jahre 1945 bis 2004 in einer Chronik von Gernot Toufar zur "Kriminalgeschichte, Naturkatastrophen und Unglücksfälle" in Klosterneuburg aufgelistet.

Jahrhunderthochwasser

In den Jahren 1954 und 1955 blieb den Bürgern Klosterneuburgs wenig Verschnaufpause. Aus "sinnflutartigen Wassermassen", wie Toufar in seinem Werk beschreibt, und den daraus folgenden Überschwemmungen hatte Klosterneuburg im Juli 1954 mit dem größten Hochwasser seit 1501 zu kämpfen. "Über 1.100 Menschen mussten evakuiert werden, wobei damalige Angestellte der Rollfähre tagelang ohne Verpflegung ausharrten, da sie sich geweigert hatten, ihr Fahrzeug zu verlassen", so der Autor. Im September des darauffolgenden Jahres musste Klosterneuburg neben weiteren kleineren und größeren Katastrophen durch das Auftreten der Kaninchenpest zum Sperrgebiet erklärt werden.

Letze Kaiserin Österreichs

Neben schicksalhaften Vorfällen gab es jedoch auch positive Begebenheiten, die während den Jahren gefeiert werden konnten.
So auch im Jahr 1988, in dem Thomas Musyl und Harald Faderbauer, zwei Ruderer des Klosterneuburger Rudervereins Normannen im Doppelzweier bei den Olympischen Spielen in Seoul starteten.

Auch ein geschichtsträchtiges Ereignis ist in der Zusammenstellung zu finden. Drei Tage lang wurde 1989 Zita von Bourbon-Parma, Gattin von Erzherzog Karl und damit letzte Kaiserin Österreichs bis 1918, im Kuppelsaal des Stifts Klosterneuburg aufgebahrt, bevor sie in der Wiener Kapuzinergruft beigesetzt wurde. "Wir waren zufällig in der Stadt und sahen den Trauerzug vor dem Stift", erzählt Elisabeth, die seit 25 Jahren in Kritzendorf arbeitet.

Große Ereignisse

Am 24. April 1976 wurde es heiß. In den frühen Morgenstunden dieses Tages standen die hölzernen Stockkabinen im Strandbad in Flammen. 115 Einsatzkräfte der Klosterneuburger Feuerwehren konnten das Feuer bändigen, dennoch wurden zahlreiche Kabinen zerstört. Einige Jahre später, im August 2002, kam es abermals zu einem Jahrhunderthochwasser und erstmals nach 1954 wurde der Niedermarkt wieder überflutet.

Heute stehen die Pläne, die ehemalige Magdeburgkaserne, die 1873 als Pionierzeugdepot errichtet wurde und in der seit 1956 die Pioniertruppenschule untergebracht war, zum neuen Pionierviertel Klosterneuburgs umzubauen. 245 Jahre waren die Pioniere in Klosterneuburg zur Ausbildung stationiert. Mit dem „Großen Zapfenstreich“ am 22.11.2012 wurden sie jedoch endgültig aus der Magdeburgkaserne verabschiedet.
Jüngstes und bis zum heutigen Tag eines der meistdiskutierten Ereignisse war die Auflösung der Bezirkshauptmannschaft Wien-Umgebung und damit die Eingliederung Klosterneuburgs in den Bezirk Tulln im Jahr 2017.

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