Zivildiener
Stetig weniger Zivis im Einsatz

Die Arbeit der Zivis beim RK ist unabkömmlich.
  • Die Arbeit der Zivis beim RK ist unabkömmlich.
  • Foto: RK Klbg/Schwaiger
  • hochgeladen von Marion Pertschy

KLOSTERNEUBURG. Rund 2.500 junge Männer leisten in Niederösterreich jährlich ihren Zivildienst. Doch künftig werden es weniger werden. Zum einen kommen nun geburtenschwache Jahrgänge zum Zug, zum anderen ist fast jeder Dritte mittlerweile untauglich. Im letzten Jahr konnten neun von zehn Zivildienst-Stellen besetzt werden. Doch was passiert, wenn die Zahl der Zivildiener weiter sinkt?

Kontinuierlich weniger "Zivis"

Vier "Einrückungstermine" – im Jänner, April, Juli und Oktober – gibt es etwa beim Roten Kreuz Klosterneuburg. Bei jedem dieser Termine wird versucht sieben Positionen zu besetzen, erklärt Lehrsanitäter Thomas Wordie. "Die Einrückungstermine im Juli und Oktober sind meist sehr beliebt und es gibt eine hohe Nachfrage und sogar Wartelisten bei uns. Bei den Jänner- und April-Terminen ist die Situation eine andere. Hier wird es immer schwieriger geeignete Kandidaten zu finden", so Wordie. Aktuell sind in Niederösterreich beim Roten Kreuz noch 140 von insgesamt 308 Plätzen im April zu besetzen. Der Großteil der jungen Männer wird für den Bereich Rettungsdienst gesucht.

Folge: Finanzierungsprobleme

Es ist also merklich spürbar, dass die Zahlen abgenommen haben. Waren es 2012 noch 36 Zivildiener, sind im vergangenen Jahr nur noch 24 Zivis beim Roten Kreuz beschäftigt gewesen. "Kontinuierlich wurden es in den letzten Jahren weniger Zivildienstleistende. Als Bezirksstelle haben wir auch weniger Zuteilungen über unsere Landesverbandszentrale erhalten", so Wordie. Was bedeutet es aber nun für das Rote Kreuz, wenn in den nächsten Jahren deutlich weniger Zivildiener zur Verfügung stehen? – "Der Sanitätseinsatz wäre ohne Zivildienstleistende nicht aufrecht zu erhalten. Die Leistungen der jungen Männer sind sensationell", lobt der Klosterneuburger Lehrsanitäter und ergänzt: "Durch neue Formen der Freiwilligkeit (Freiwilliges Sozialjahr) versuchen wir im Rettungsdienst die Lücke durch den Rückgang von Zivildienstleistenden zu füllen. Gleichzeitig versuchen wir neue Zielgruppen anzusprechen, wie etwa rüstige Pensionisten, die bereit sind, eine Ausbildung zu absolvieren und ihre Freizeit sinnvoll gestalten wollen. Natürlich steigt auch der Anteil der Hauptberuflichkeit an, was wieder ein Finanzierungsproblem bei uns auslöst."

"Rückgang wäre bedauerlich"

Weniger problematisch sieht Michael Strotzer, Direktor des Pflege- und Betreuungszentrums Klosterneuburg derzeit die Situation. "Wir haben fast immer drei Zivildienstleistende, nachdem sich die Antrittstermine unterscheiden, manchmal auch nur zwei", weiß er. Natürlich ist auch hier der Oktober der häufigste Wunschtermin, Probleme bei der "Auslastung" in den anderen Monaten wurden aber bislang für die Einrichtung nicht festgestellt. Auch Veränderungen gab es in den letzten Jahren keine. "Sollten wir aber wirklich weniger Zivildiener bekommen, wäre das bedauerlich. Sie unterstützen ja die Mitarbeiter sehr bei der Betreuung", so der Direktor. Auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Klosterneuburg ist die Lage noch entspannt. Hier wird es ab Februar 2020 voraussichtlich erstmals Zivildiener geben. "Dass uns geburtenschwache Jahrgänge bevorstehen, das ist uns auch bewusst. Wir werden nächstes Jahr aber mal mit einem Zivildiener anfangen – der Antrag wurde bereits genehmigt. Junge Leute arbeiten grundsätzlich gerne bei der Feuerwehr, da es auch ein interessanter Dienst ist", weiß Josef Angelmayer, Klosterneuburgs Kommandant.

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