04.10.2016, 00:00 Uhr

Appell und Kritik über Klosterneuburg's Luft

Stefan Hehberger fährt am liebsten mit dem Elektrorad, hat aber auch ein E-Auto. (Foto: Lhotka)
KLOSTERNEUBURG (red.) In aktuellen Meldungen wird eine WHO-Karte, welche die Luftqualität anzeigt, als Grundlage herangezogen, Klosterneuburg als Ort mit der schlechtesten Luftgüte Österreichs zu zitieren.

Weniger Überschreitungen

Den Tatsachen entspricht vielmehr, dass Klosterneuburg aktuell in Österreich an 68. Stelle liegt, gemessen an den Überschreitungen des Feinstaub-Grenzwertes. Im Jahr 2016 hält die Stadt bisher sogar bei nur 3 Überschreitungen.
In seiner Funktion als Umweltgemeinderat behält Leopold Spitzbart die Werte im Auge: „Der Grenzwert liegt laut Immissionsschutzgesetz-Luft bei 25 Überschreitungen.“ Laut EU-Luftqualitätsrichtlinie seien sogar 35 zulässig.
Die Stadt treibt Umweltschutz und Energieeffizienz stetig voran und investiert in Vorreiterprojekte: Die Kläranlage arbeitet bereits fast energieautark, derzeit wird der Strombedarf zu 60 Prozent, der thermische Bedarf fast vollständig abgedeckt. Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Kläranlage ist Teil des Energiekonzepts der Stadt. Insgesamt errichtete die Stadtgemeinde bisher elf PV-Anlagen auf öffentlichen Gebäuden und produziert damit ökologischen Strom.

Kritik und Appell

Doch von Seiten der PUK gibt es Kritik, so meint Teresa Arrieta: "Der WHO Bericht kommt für uns nicht überraschend. Jahrelang schon weisen wir regelmäßig auf die hohe Feinstaubbelastung hin.”
Außerdem hat Verkehrsstadtrat Johannes Kehrer noch Vorschläge für eine Verbesserung parat und appelliert an die Bevölkerung: "Wo es möglich ist, sollten wir zu Fuß, per Rad oder per Öffis Wege zurücklegen." Natürlich muss da das Angebot stimmen: Kehrer setzt sich weiterhin für die Neuausschreibung der Buslinien und die Einführung des Viertelstundentaktes auf der S-Bahn ein. “Wir versuchen mit gutem Beispiel voran zu gehen und fahren wenn möglich mit dem Rad und den Öffis", so Arrieta. Ebenfalls als gutes Beispiel geht Stefan Hehberger voran, denn er hat ein Elektroauto, bewältigt den Großteil seiner täglichen Fahrten mit dem Elektrorad. „Seither fühle ich mich fitter. Man glaubt gar nicht, um wie viel mehr an Lebensqualität man gewinnt, wenn man in die Pedale tritt, die Landschaft genießt und einem der Wind um die Ohren weht.“ Auch seine Kinder begleitet Hehberger zu Fuß bzw mit dem Roller in die Schule: „Die Bewegung am frühen Morgen tut ihnen gut und sie folgen dem Unterricht mit höherer Konzentration“, so Hehbergers.
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