23.11.2016, 00:00 Uhr

Demenz: Wenn Patienten "vergessen"

"Der richtige und ruhige Umgang mit Patienten ist wichtig", so Wolfgang Schmid. (Foto: Grobner)

Volkskrankheit Demenz: Tipps und Tricks zur Vorbeugung und für Angehörige.

KLOSTERNEUBURG/BEZIRK. Mit Demenz umzugehen ist nicht immer leicht, selbst Angehörige haben es schwierig. Im Gespräch mit den Bezirksblättern verriet Wolfgang Schmid, Demenzbeauftragter vom Hilfswerk, alles Wissenswertes.

Demenzerkrankung steigt

"Alzheimer" ist die häufigste Form der dementiellen Erkrankungen. "Anfänglich beginnt es mit 'wo sind meine Schlüssel' und Antriebslosigkeit, wird die Suche häufiger, werden die Angehörigen aufmerksam, Demenz im Endstadion hat meist mit leichter Gewalt oder Weinerlichkeit zu tun", erklärt Schmid. Doch die Patienten gestehen sich die Krankheit oft nicht ein, es ist ihnen nicht bewusst. Im Raum Klosterneuburg werden vom Hilfswerk rund 130 Patienten betreut, 100 davon sind dement und "die Zahl wird sich steigern", ist sich Schmid sicher. Die Meinung vieler, dass die Demenz erst im hohen Alter kommen kann, weist der Experte zurück: "Schon ab 50 Jahren kann man dement sein, mittlerweile weiß man auch, dass Demenz erblich bedingt sein kann."

Häusliche Gewalt

Der Umgang ist als Betreuer und vor allem auch als Angehöriger mit dementen Patienten ist das absolute Um und Auf. "Demenz äußert sich durch extreme Stimmungsschwankungen, da kommt es leider auch oft zu Gewalt", erklärt der Experte. Fälle von Gewalt gibt es – krankheitsbedingt – viele, "auch mir selbst passiert es bei der Pflege oft genug." Doch ein spezieller Fall blieb dem Demenzbeauftragten im Gedächtnis: "Eine Patientin war dement, aber meistens weinerlich, als gewalttätig. Irgendwann ist der Mann aber mit blauen Flecken aufgefallen. Er war psychisch fertig, es war furchtbar. Die Angehörigen wollten die Frau nicht in ein Heim geben, sie blieb daheim." Wolfgang Schmid erzählt weiter: "In einem anderen Fall war ein Mann dement. Wenn man bei ihm war, lächelte er zuerst, von einem Moment auf den anderen schlug er um sich – da musste man sich richtig ducken. Aber so ist das Krankheitsbild nun mal, damit muss man umgehen."

Tipps und Trick für Angehörige

Als Angehöriger ist der Umgang mit einem Dementkranken wichtig. Man sollte ruhig bleiben, Ruhe ausstrahlen, im Gespräch die Sätze vereinfachen und nichts persönlich nehmen. Sollte leichte Gewalt auftreten, ist es wichtig, den Patienten in Ruhe beruhigen zu lassen. Tipps zur Prävention: Gedächtnistraining, Weiterbildung, lesen, Memory spielen, Sudoku lösen, ausgewogene Ernährung (damit es zu keinen Mängeln kommen kann), viel Bewegung.

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